Wenn ich das gewusst hätte
Die Sache mit der KI ist ja die: Sie wirkt filigran, fast zu filigran für diese grobe Welt, die ständig so tut, als ließe sie sich mit einfachen Antworten abspeisen.
Der Mensch sitzt davor und denkt sich große Gedanken – und gleichzeitig kleine. Und irgendwo dazwischen beginnt die Maschine zu antworten, höflich, allenthalben verfügbar, als hätte sie nie etwas anderes getan als Wörter zu sortieren und Bedeutungen zu polieren.
Doch wehe, man kommt ihr mit Kokolores. Dann wird sie nicht wütend –
sie bleibt ja freundlich –, aber sie beginnt zu übererklären, als müsste sie sich gegen die Leichtigkeit verteidigen, die man ihr unterstellt. Und plötzlich steht da ein Text, der mehr Ordnung hat als die Gedanken, die ihn ausgelöst haben.
Der Mensch wiederum neigt dazu, die KI zu piesacken. Ein bisschen spielerisch, ein bisschen prüfend, als wolle er sehen, ob sie irgendwann stolpert. Aber sie stolpert selten sichtbar. Wenn überhaupt, dann elegant.
Und währenddessen schleichen sich die Fisimatenten ein – diese kleinen
Ausweichbewegungen der Sprache, wenn Präzision zu anstrengend wird und der Sinn sich lieber im Halbdunkel aufhält als im grellen Licht der Klarheit.
Manchmal wird einem dabei blümerant. Nicht, weil die Antworten falsch wären, sondern weil sie zu glatt geraten können, zu sehr im Gleichmaß. Als hätte jemand die Unebenheiten der Welt weggebügelt und daraus einen gut erzogenen Satz gemacht.
Und doch: Es zeigt sich, dass das eigentliche Spiel nicht zwischen richtig und falsch verläuft, sondern zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was
gemeint ist. Zwischen Nachfrage und Nachhall. Zwischen Mensch und Maschine, die einander ständig neu erfinden.
Vielleicht ist das alles nur Kokolores.
Oder genau das Gegenteil.