Teil 3 – Zu viel Schaum
Ich stehe in der Tür vom Badezimmer.
„…Pumuckl.“
Er sitzt in der Badewanne. Und sie ist voll. Voller Schaum. So viel Schaum, dass ich das Wasser darunter kaum noch sehe.
„Ich mache Wellness“, sagt er zufrieden.
Ich atme langsam ein. „Das ist meine Badewanne.“
„Jetzt ist sie halt geteilt.“
Ich gehe einen Schritt näher. Der Schaum bewegt sich leicht, als würde darunter
jemand planschen.
„Hast du überhaupt Wasser reingemacht?“
Kurze Pause. Dann sagt er stolz: „Natürlich. Ein bisschen.“
Ich schaue auf den Boden. Schon nass.
„Ein bisschen ist kein Wort für das hier.“
Er macht eine kleine Handbewegung, und noch mehr Schaum quillt über den Rand.
Ich schließe kurz die Augen. „Bitte sag mir, dass das unter Kontrolle ist.“
„Ist es.“
In genau diesem Moment kippt der Schaum über den Rand. Langsam zuerst. Dann mehr.
Ich starre ihn an. Er starrt zurück.
„…okay“, sage ich
leise.
Ich drehe mich um und hole ein Handtuch. „Du machst mir die ganze Wohnung nass.“
„Aber es riecht gut!“
Als ich zurückkomme, ist der Boden komplett feucht.
„Wenn ich ausrutsche, bist du schuld.“
„Dann fall weich – ist ja Schaum da!“
Ich bleibe stehen, atme einmal tief durch und ziehe mir die Ärmel hoch.
„Du räumst das nachher auf.“
Stille.
Dann empört: „Ich?“
„Ja. Du.“
Er lehnt sich zurück in den Schaum. „Das wird
schwierig.“
Ich sehe ihn an. „Das ist dein Problem.“
Kurz darauf höre ich ihn leise kichern.
„Das wird lustig.“
Und während der Schaum langsam weiter über den Rand läuft, weiß ich: Das war noch nicht das Ende.