Text und Cover: © Pamola Grey – eigene Erstellung.“
Teil 1: Mein erster freier Tag
Ich heiße Maxine und habe heute meinen freien Tag.
Am Abend gehe ich in die Küche und denke mir: Heute gönnst du dir was. Kein Stress, kein Aufwand – ein schöner Karamellpudding reicht völlig.
Ich öffne den
Vorratsschrank.
…und starre hinein.
Alle Schubladen stehen offen.
Der Pudding ist weg.
Ich schließe kurz die Augen.
„Pumuckl…“
Ein Kichern. Natürlich.
Ich drehe mich um – niemand da.
Aber der Löffel im leeren Becher wackelt wie von allein.
„Hast du meinen Lieblingspudding
aufgegessen?“
„Ich nenne es: gerettet“, kommt es frech aus dem Nichts.
In dem Moment kommt meine Katze rein, bleibt stehen und starrt genau auf eine leere Stelle.
„Super“, murmele ich. „Jetzt sieht die Katze dich auch noch.“
„Die starrt immer so!“, empört sich die Stimme.
Ich entdecke ein rotes Haar auf der
Arbeitsplatte.
„Aha. Beweisstück A. Und meine Vorräte?“
Kurze Pause.
„Die hatten ein erfülltes Leben.“
Ich starre in den Schrank.
Leer.
Komplett leer.
„Du bist ein
Vielfraß.“
„Ich bin ein Feinschmecker!“
Ich schmiere mir ein Mettbrötchen.
„Pumuckl, du nervst. Hätte ich gewusst, dass du wieder hier rumspukst…“
„Ich spuke nicht. Ich wohne!“
Ich seufze, nehme mein Brot und gehe auf den Balkon.
Endlich Ruhe.
Ich setze mich in meinen Sessel und
schaue der untergehenden Sonne zu.
„Wenns schön macht…“, murmele ich und beiße ab.
Hinter mir klappert es kurz.
Dann Stille.
Ich lächle zufrieden.
„Na also. Geht doch.“
Ich nehme noch einen Bissen.
…und halte
inne.
Langsam schaue ich auf mein Brot.
Nur noch die Hälfte ist da.
Ganz langsam drehe ich den Kopf Richtung Küche.
Ein leises Schmatzen.
Dann:
„Ich teile doch!“