Warum ich mit KI schreibe – und was ich aus einem Jahr Forumserfahrung gelernt habe
In der Schreibgemeinschaft gibt es unterschiedliche Meinungen zum Einsatz von KI-Tools wie Manus, Copilot oder ChatGPT. Manche Autor*innen lehnen sie kategorisch ab und sehen darin eine Bedrohung für Authentizität und kreative Integrität. Diese Sorge ist nachvollziehbar: Kreativität gilt als zutiefst menschlich, und neue Technologien wecken immer Fragen.
Ich selbst nutze diese Werkzeuge nicht
als Ersatz meiner Arbeit, sondern als Erweiterung meines Denk- und Schreibraums. Manus hilft mir, erste Ideen zu sammeln und zu ordnen. Copilot unterstützt mich bei Struktur und Konsistenz, ohne die Entscheidungen zu treffen. ChatGPT fungiert als Resonanzboden: ein Spiegel für Ton, Rhythmus und Perspektiven, der mir erlaubt, meine eigene Stimme klarer zu hören. Die literarische Urheberschaft bleibt stets bei mir.
Seit über einem Jahr versuche ich, im Mystorys-Forum darüber zu diskutieren. Ich habe Fragen gestellt, Argumente eingebracht, Beispiele gezeigt – doch oft
stieß ich auf eine schweigende Mauer. Kritik ohne Dialog kann die Auseinandersetzung unmöglich machen, und Stillstand verhindert Lernen. Ich verstehe die Skepsis, doch Diskussion lebt vom Austausch: von Fragen, Antworten, vom Zuhören.
KI ist kein Feind, sondern ein Werkzeug – wie Stifte, Schreibmaschinen oder Textverarbeitungsprogramme. Ob und wie man es nutzt, bleibt eine persönliche Entscheidung. Wer offen reflektiert und neugierig bleibt, kann die Chancen erkennen, die solche Werkzeuge bieten, ohne die eigene Stimme zu
verlieren.
Mein Appell: Lasst uns Vorurteile hinterfragen, statt Mauern zu errichten. Diskussion sollte eine Brücke sein, kein Blockadewall. Nur so kann eine Gemeinschaft von Schreibenden wachsen, lernen und auch die neuen Möglichkeiten kreativ nutzen.
Katharina Kraemer