Trilogie der Träume
Drei Gedichte von Reisehummel
(c) Wabe
Aus Versen wurde mir ein Strauß gebunden,
in diese wunderschöne Frühlingszeit.
In seinen Blüten hab ich Licht gefunden,
es strahlt und wärmt und macht die Seele weit.
Der Wünsche Duft verbreitet sich im Zimmer,
ich tanze fröhlich lachend durch den Raum.
So etwas Schönes schenkte man mir nimmer,
wie Freude schmeckt, war lange Zeit nur Traum.
Drum juble dankbar ich dir meine Zeilen,
vielleicht schaust du auf einen Sprung herein.
Dann bitt ich dich, ein wenig zu verweilen,
um dir ein kleiner Sonnenstrahl zu sein.
Den Strauß der Verse werd ich pflegen, kosen, denn wertvoll ist er mir, mehr noch als Rosen.
Der Herbst ist fort aus mir, schau her, es lenzt.
Es grünt und sprießt, ich summe Liebeslieder,
den Winter habe heimlich ich geschwänzt,
es ist verrückt, die Bäume blühen wieder !
Sag, liegt es an der rosaroten Brille?
Das kann nicht sein, die trag ich doch nicht mehr,
schluck auch nicht mehr die Antibabypille,
les nur noch in der Zeitung vom Verkehr.
Doch einmal noch möcht ich im Tanz mich wiegen,
in Vollmondnächten Sterne pflücken geh`n,
mich fallen lassen und in Arme schmiegen,
gemeinsam träumen, ja das wäre schön.
Und wieder sind`s die Worte, die berühren,
Gedichte können manchmal Sehnsucht schüren.
Ich pfeife auf das Alter und die Tugend,
es ist die Zeit in mir, die wirklich zählt.
Denn welchen Vorteil hätte denn die Jugend,
in der man sich mit Zukunftsängsten quält.
Nein, nein, den Zug nach unten musst du fahren,
denn nur in Tiefe wahre Liebe lebt.
Doch manchmal zweifelst du nach all den Jahren,
wünschst dir, dass einmal noch die Erde bebt.
Du wandelst in Gedichten, träumst an Stränden,
gehst inseln, suchst nach Wärme, Sonnenschein,
sehnst dich nach Nähe und nach
streichelnd Händen,
weil du oft unverstanden und allein.
Entfliehst dem Alltag gern, steigst ein ins Glück
wohl wissend, dass du morgen musst zurück.