Ein Wort zum Karfreitag
Karfreitag ist kein lauter Tag.
Er drängt sich nicht auf, er verlangt keinen Beifall. Er steht einfach da — still, schwer und mit jener eigentümlichen Würde, die nur Tage tragen, an denen die Welt für einen Moment innehält.
In einer Zeit, in der alles sofort erklärt, bewertet und weitergeschoben werden muss, wirkt Karfreitag beinahe wie ein Widerspruch. Ein Tag, der nicht glänzen will. Der nicht gewinnen will. Der uns stattdessen daran erinnert, dass Verlust, Schmerz und Abschied nicht immer besiegt werden können — manchmal
müssen sie einfach ausgehalten werden.
Und vielleicht liegt genau darin seine seltsame Kraft.
Nicht im Triumph.
Nicht im Spektakel.
Sondern in der Zumutung, still zu bleiben, wo man lieber fliehen würde.
Karfreitag ist der Tag der unbequemen Wahrheiten. Der Tag, an dem Hoffnung nicht strahlt, sondern nur glimmt.
Klein. Verletzlich.
Fast unsichtbar.
Aber sie glimmt.
Und manchmal ist das die ehrlichste Form von Licht.