Kurzgeschichte
Emil und Gappa - Ein Kopfkino voller Erinnerungen

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"Ein Erinnerungsbuch und letzter Gruß an meinen Vater"
Veröffentlicht am 05. April 2026, 12 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Meine Leidenschaft ist das Lesen, oft kann ich nicht aufhören zu lesen bis das Buch zu Ende ist, bis tief in der Nacht. ;)) Schon immer spielen Bücher eine große Rolle in meinem Leben. Kleine Geschichten habe ich immer schon geschrieben, die heute gut verwahrt in einer Schublade liegen. Manchmal nehme ich sie wieder raus, und schreibe aus ihnen eine neue Geschichte?
Ein Erinnerungsbuch und letzter Gruß an meinen Vater

Emil und Gappa - Ein Kopfkino voller Erinnerungen



Emil und Gappa

Kameldornbaum


Emil machte seinen letzten Spaziergang unter der alten Brücke. Der Weg war ihm vertraut – jahrelang hatte er hier seine

Runden gezogen –, doch heute fühlte sich alles anders an. Die Schatten der Bäume bewegten sich wie stille Zeugen, während er die Treppe hinunter zum Fluss trat. Jede Stufe fühlte sich an wie ein Herzschlag: vergangen – gegenwärtig – fließend. Ein letztes Kopfkino seiner Erinnerungen spielte vor seinem inneren Auge ab: die ungeliebte Frisur seiner Jugend, die strengen Worte seiner Mutter, der alte Obdachlose, der im Sommer unter der Brücke lebte. Am Ende der Treppe stand die alte Bank. Emil setzte sich, und die Krähe, die er Gappa nannte, landete sanft neben ihm. Sie blieb dort sitzen, ihre glänzenden Augen beobachteten ihn – ein stiller

Begleiter durch all die Erinnerungen,

die nun vor ihm aufblitzten.

Die Baumwipfel rauschten im Wind, die Schatten tanzten im letzten Sonnenlicht, und der Fluss glitzerte still im Abendlicht. Der alte Kochtopf neben der Brücke erinnerte ihn an einfache Mahlzeiten und an die Menschen, die ihn begleitet hatten. Emil lächelte. Manche Dinge verlassen einen nie ganz…

Dann begannen seine Gedanken zu fliegen. Über Länder, über Meere, durch Wälder, über Städte – immer weiter, bis sie an einem Ort in Afrika ankamen, unter dem Kameldornbaum. Dort war

alles still, alles gut.



Das Lied – ein letzter Gruß der Tochter

an ihren Vater


Lieber Vater, als Erinnerung habe ich dir dieses Lied geschrieben, nun begleitet es dich, in allen Stunden, still und klar.




Unter dem Kameldornbaum finde ich Ruhe

Die Seele bleibt, sagt leise Tschüss Für liebe Menschen, die ich liebte sehr Bleibt mein Gedanke, für immer hier Die Worte schweigen, doch das Herz spricht klar Erinnerungen wunderbar Was ich euch gab, das bleibt bestehen Ich geh in Frieden, musst mich nicht sehn Ein sanfter Wind streicht durch mein Haar Macht alles leicht und wunderbar Die Reise endet, ein neuer Stern Leuchtet für euch, von nah und

fern




Während das Lied in seinen Gedanken erklingt, spürt Emil, wie alles in ihm

leichter wird. Gappa bleibt still neben ihm sitzen, als wache sie über diesen Moment. Dann, ganz langsam, erhebt sich Gappa, breitet ihre Flügel aus und fliegt ein letztes Mal über ihn hinweg, als wolle sie ihm den Weg weisen. Emil schließt die Augen, lächelt leicht und spürt, wie sein Kopfkino ihn hält. Die Wärme des Sonnenuntergangs liegt auf seiner Haut, und alles in ihm wird still – wie ein letzter, sanfter Atemzug.







Copyright: © Pamola Grey, alle Rechte vorbehalten. Texte und Bilder stammen von der Autorin.

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Über den Autor

PamolaGrey
Meine Leidenschaft ist das Lesen, oft kann ich nicht aufhören zu lesen bis das Buch zu Ende ist, bis tief in der Nacht. ;)) Schon immer spielen Bücher eine große Rolle in meinem Leben. Kleine Geschichten habe ich immer schon geschrieben, die heute gut verwahrt in einer Schublade liegen. Manchmal nehme ich sie wieder raus, und schreibe aus ihnen eine neue Geschichte?

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drachenzaehmer Das ist ein wunderbares Gedenkbuch. Ich finde deine Bilder einfach toll und bin beeindruckt von der Geschichte, die du hier mit uns teilst. Nicht nur eine Geschichte, sondern auch noch ein Lied – einfach wunderbar!
LG Mike
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sorrynocoffee 
Mystisch und rätselhaft. Die Krähe als Bote zwischen den Welten? Die Fotos und besonders das Titelbild gefallen mir sehr.

Grüßle,
sonoco
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