Kurzgeschichte
Emil - SP119

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"Das ist schon ziemlich heiß :-)"
Veröffentlicht am 10. Juni 2026, 12 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: und Innenfotos Reisehummel
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Vor einigen Jahren war ich als Dakota hier. Da ich mehrmals im Jahr mit dem Reisemobil unterwegs war, hatte unsere liebe Herbsttag immer besondere Namen für mich. Mal nannte sie mich Reisehummel, mal Vagabundin, mal Strandbummlerin oder auch Meerjungfrau. So bin ich durch sie, nun hier, die "Reisehummel" geworden :-) Aber leider musste ich gerade feststellen, dass sie zwar noch bei myStorys ist, aber nicht mehr aktiv ist und auch ihre Bücher ...
Das ist schon ziemlich heiß :-)

Emil - SP119



Kurzgeschichte zur SP 119


zum Thema "Das ist schon ziemlich heiß" ...

mit den Vorgaben:

Stimmung, Tasse, unangenehm, Katzenjammer, Baumsollsocken und Grashüpfer




E M I L


Emil ist in einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide geboren und ist nie in die Welt hinaus gekommen. Als Schulkind und auch als Teenager wurde er von allen Sachensucher genannt, weil er ständig irgendwelche Dinge, die er unterwegs fand, mit nach Haus nahm. Als Vater und Mutter gestorben sind, blieb er allein im Elternhaus

wohnen und schmückte das Haus mit all seinen gesammelten Fundstücken.


Seit er nicht mehr berufstätig ist, liebt er es mit seiner Gitarre Stimmung zu machen und den Dorfbewohnern Freude zu bereiten.

Alle wissen, dass er leere Dosen sammelt und Geld als Dankeschön ablehnt. So stellt er stets ein Körbchen neben sich, braucht nicht lange zu warten und siehe da, der Korb ist voll. Bis über beide Ohren grinsend trägt er dann seine Schätze ins Haus

und reiht sie mit Schnüren aneinander.

Je mehr, desto besser, denkt er, dann habe ich immer Vorräte.


Sobald ein frisch vermähltes Paar die Kirche verlässt und mit dem Auto davon fährt, scheppern die angebundenen Dosenketten und Emil strahlt, weil er wieder einmal mehr dafür gesorgt hat, dass böse Geister diesem Pärchen fern bleiben.

Doch bevor die Hochzeitsreise richtig startet,

wird meistens noch im Dorfkrug gefeiert. Dort geht es dann heiß her und am nächsten Tag ist der Katzenjammer oft groß. Wie gut, dass es Nachbarin Bärbel gibt, die jedes Mal besorgt ist und aus ihren berühmten Ernüchterungskräutern einen Tee aufgießt, um dem guten Emil eine Tasse voll davon zu bringen, den er dann dankbar schlürft.

Bärbel ist schon seit Jahren in Emil verliebt, hat es ihm aber noch nie gestanden.


Als Emil heute in den Infokasten an der Kirche schaut, sieht er, dass am Freitag, den 13. die nächste Trauung sein wird.

Wie kann man nur, denkt Emil, der sehr abergläubisch ist. Egal, gefeiert wird trotzdem, bis die Bude kracht.


Was für eine Nacht. Die Morgendämmerung bricht schon an, als Emil sich torkelnd auf den Heimweg macht. Zu Haus angekommen, reißt er sich die Klamotten vom Leib, schmeißt sie mitten ins Wohnzimmer, lässt sich auf die Couch plumpsen und fällt sofort in einen Tiefschlaf.


Bärbel, die immer wieder aus dem Fenster zu Emils Haus hinüber schaut, wird gegen 10 Uhr unruhig und klingelt an der Haustür. Da sich

nichts rührt und die Tür nur angelehnt ist, schleicht sie sich durch den Flur ins Wohnzimmer. Vor Schreck dreht sie sich blitzschnell um. So etwas hat sie in ihrem ganzen Leben weder erlebt noch gesehen.


Mit halb zugekniffenen Augen blinzelt sie wieder zur Couch. Da liegt der laut schnarchende Emil im Adamskostüm nur mit Baumwollsocken bekleidet und auf seinem Zauberstab sitzt ein Grashüpfer.


"Boah, das ist schon ziemlich heiß,"

kommt es ihr leise über die Lippen. "Man

müsste eigentlich, ob ich … ach nein, lieber nicht." Einen Moment schaut sie sich den Schnarcher noch an, dann schnappt sie nach der Decke, die vor der Couch liegt und wirft sie amüsiert, aber auch mit begehrendem Lächeln über Emil samt Grashüpfer. Den Zaubertrunk stellt sie auf den Couchtisch und tappst leise wieder davon.


Als Emil erwacht und sieht, dass die Schlafdecke auf dem Fußboden liegt, wandert sein Blick auf die Tasse. Ach, du meine Güte, das ist ja schrecklich. Ob die Decke wohl schon von ihm gerutscht war, als Bärbel hier war? Oh, mein Gott, wie unangenehm. Blitzschnell springt er auf, sammelt die im Zimmer verstreute Kleidung zusammen und geht in seine Werkstatt.

Dort lässt er Wasser in die alte Zinkwanne, nimmt ein Bad und schlüpft in frische Wäsche. Mit zerknirschtem Gesicht und schlechtem Gewissen trinkt er den Tee und macht sich auf den Weg zu Bärbel.


Etwas verlegen und ein wenig rot angelaufen steht er vor ihr und stottert eine Entschuldigung.

Und ... was macht die sonst so schüchterne Bärbel?

Sie stoppt das Gestottere mit einem heißen Kuss und flüstert zwinkernd:


"Schade, dass du dich umgezogen hast."

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Hörbuch

Über den Autor

Reisehummel
Vor einigen Jahren war ich als Dakota hier. Da ich mehrmals im Jahr mit dem Reisemobil unterwegs war, hatte unsere liebe Herbsttag immer besondere Namen für mich. Mal nannte sie mich Reisehummel, mal Vagabundin, mal Strandbummlerin oder auch Meerjungfrau.
So bin ich durch sie, nun hier, die "Reisehummel" geworden :-)
Aber leider musste ich gerade feststellen, dass sie zwar noch bei myStorys ist, aber nicht mehr aktiv ist und auch ihre Bücher nicht mehr da sind. Und andere User, die immer fleißig geschrieben und kommentiert haben, sind gar nicht mehr registriert. Es hat sich wohl einiges geändert hier. 14.03.2026

Meine Texte schreibe ich als © Wabe.

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Darkjuls Eine sehr amüsante Geschichte, liebe Waltraud, die mir gut gefallen hat. Sie zeugt von viel Fantasie und gutem Ausdruck. Die Bilder passen hervorragend dazu. Viel Erfolg wünscht Marina.
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Eichenlaub Liebe Waltraud,
Deine wunderschön geschriebene Geschichte, besonders die Stelle mit dem "Zauberstab und Grashüpfer", -lach- habe ich mit großer Freude gelesen.
Super schön geschrieben und das Cover passt dazu.
Viel Glück!

LG, GerLINDE

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Reisehummel 
Ganz herzlichen Dank, liebe Gerlinde.
Ich freue mich, dass es dir gefällt und du es mit einem Herzchen belohnt hast.
Das Cover ist tatsächlich ein Original-Haus aus dem Nachbarort,
in das ich nur SP und das Namensschild eingesetzt habe. Den Emil hab ich in Gifhorn im Mühlenmuseum fotografiert und seine Badewanne in Sande in einem kleinen Museum :-))

Ich wünsch dir einen schönen Abend!
Liebe Grüße
Waltraud
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