Kurzgeschichte
Sophies Wunschbüchlein - Schreibparty 117

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"Wenn Kinderträume platzen"
Veröffentlicht am 24. März 2026, 10 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: alle Fotos von Reisehummel
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Vor einigen Jahren war ich als Dakota hier. Da ich mehrmals im Jahr mit dem Reisemobil unterwegs war, hatte unsere liebe Herbsttag immer besondere Namen für mich. Mal nannte sie mich Reisehummel, mal Vagabundin, mal Strandbummlerin oder auch Meerjungfrau. So bin ich durch sie, nun hier, die "Reisehummel" geworden :-) Aber leider musste ich gerade feststellen, dass sie zwar noch bei myStorys ist, aber nicht mehr aktiv ist und auch ihre Bücher ...
Wenn Kinderträume platzen

Sophies Wunschbüchlein - Schreibparty 117





Schreibparty 117

Thema:

"Wenn Wünsche Nebenwirkungen haben"


Vorgaben: Geisterhand, Flasche, absurd, Phantasie, Scheinwerfer, Edelstein










Schon seit Kindheit führte Sophie neben ihrem Tagebuch auch ein kleines Büchlein mit Wünschen. Da sie eine blühende Phantasie hatte, schrieb sie manchmal auch kleine Geschichten dazu. Hatte sich ein Wunsch erfüllt, wurde er jubelnd mit einem gold-farbenen Stift abgehakt.

Auch heute noch gibt es ein paar unerfüllte, die ein wenig neidisch auf die bereits vergebenen Goldhaken blinzeln.


Ein ganz sehnlicher Wunsch wurde im Urlaub am Nordseestrand geboren. Sophie war, wie fast immer, wenn Ferien waren, allein mit ihrer Mama unterwegs. Dieses Mal, in den kurzen Pfingstferien, wohnten sie in Horumersiel, nur ein paar Schritte vom Deich entfernt, hinter dem sich der wunderschöne Sandstrand ausbreitete.


Auch die Drachenwiese war ganz in der Nähe.


Sophie liebte es, am Rande der Wiese die Decke auszubreiten, um dem Treiben und Toben der


herrlich bunten Drachen zuzuschauen, die wie von Scheinwerfern angeleuchtet im Sonnenlicht tanzten.

Ihre Mama zauberte stets leckere Häppchen

und eine Flasche Apfelsaft aus der Kühltasche.

Auch heute war wieder ein herrlicher Tag. Die Sonne meinte es gut und die kleinen Steinchen im Sand leuchteten wie Edelsteine.

"Ach, Mama, wie schade, dass Papa immer arbeiten muss und nie mit uns fährt." Die Sehnsucht und der Wunsch wuchs in ihr, einmal mit ihrem Papa gemeinsam, wenigstens einen Tag, auf der Drachenwiese Spaß zu haben.

Wieder zu Haus angekommen, lief sie ihm entgegen und bettelte: "Bitte, Papi, fahr doch in den Sommerferien mit uns ans Meer."

Er schaute sie an:

"Mal sehen, ich weiß es noch nicht."



Als sie später in ihrem Bett lag, wirbelten ihre Gedanken immer wieder um die Worte ihres Papas. Was sollte sie nur tun, damit er spürte, wie sehr lieb sie ihn hatte und sich wünschte, dass er in Ferien dabei ist. Traurig wälzte sie sich hin und her und konnte lange nicht einschlafen.

Als sie am nächsten Morgen in die Küche zum Frühstück erschien, war er schon wieder beruflich unterwegs und sie konnte seinen Feierabend kaum erwarten, um ihn noch einmal zu bitten, gemeinsam die nächsten Ferien zu verbringen. Am frühen Abend saß sie wartend am Fenster. Endlich kam er heim und sie lief ihm glücklich in die Arme. Aufgeregt fing sie an zu plappern:


***

"Sag Papi, welchen Stundenlohn hast du?"

"Na du stellst Fragen, komm, lass mich in Ruh'."

"Nun sag doch, wie hoch ist denn nun der Lohn?"

"Na, zwanzig Euro stündlich hab ich schon."

*

"Kannst du mir bitte einen Zehner leihn?“

der fehlt mir noch zu meinem Geld im Schwein"

*

Was willst du machen, planst du einen Kauf?“

* „Ach Papa, ich freu mich schon ganz doll drauf.

Möcht einen Drachen basteln, nur mit dir, das Geld für diese Zeit kriegst du von mir.“ *

„Sophie, das ist absurd, da sag ich nein, so nimm dein Geld und steck es wieder ein.




Im Kaufhaus gibt’s dafür den schönsten Drachen,

mir fehlt die Zeit für solch unnütze Sachen.“


***


Ihr Blick war flehend doch
sie weinte nicht,

erstarrtes Lächeln blich ihr das Gesicht.

Aus war der Wunsch

und Traum vom Drachen bau’n, tags drauf ging sie,

noch tief enttäuscht, ihn klau’n.










Danach war dieser Wunsch, wie von Geisterhand aus ihrem Büchlein verschwunden.


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Hörbuch

Über den Autor

Reisehummel
Vor einigen Jahren war ich als Dakota hier. Da ich mehrmals im Jahr mit dem Reisemobil unterwegs war, hatte unsere liebe Herbsttag immer besondere Namen für mich. Mal nannte sie mich Reisehummel, mal Vagabundin, mal Strandbummlerin oder auch Meerjungfrau.
So bin ich durch sie, nun hier, die "Reisehummel" geworden :-)
Aber leider musste ich gerade feststellen, dass sie zwar noch bei myStorys ist, aber nicht mehr aktiv ist und auch ihre Bücher nicht mehr da sind. Und andere User, die immer fleißig geschrieben und kommentiert haben, sind gar nicht mehr registriert. Es hat sich wohl einiges geändert hier.

Meine Texte schreibe ich als © Wabe.

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Eichenlaub Hallo Waltraud,
toll, wie Du zu dieser Schreibparty 117 aus Wünschen mit Nebenwirkungen, eine Geschichte gezaubert hast. Die Tochter scheint sehr raffiniert zu sein, vom Vater Leihgeld zu verlangen, um ihn dann mit 10 € fürs Drachenbauen zu "bestechen".Doch leider lässt er sich nicht darauf ein.
Sehr gut alles in Szene gesetzt und sogar mit Fotos hervorgehoben.

Schön das Du dabei bist und viel Glück!
Lieben Gruß
Gerlinde
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PamolaGrey Mir hat die Geschichte gut gefallen, vor allem die emotionale Idee rund um Sophies Wunsch.
Die Szene mit dem Stundenlohn fand ich besonders eindrücklich und sehr berührend.

Vielleicht hätte ich mir stellenweise noch ein bisschen mehr Einblick in ihre Gefühle gewünscht – aber insgesamt eine sehr schöne und stimmige Geschichte, die gut zum Thema passt.
LG Pam
Heute - Antworten
Reisehummel 
Hallo Pam,
erst einmal vielen Dank für deinen für mich hilfreichen Kommentar.
Du hast vollkommen Recht, ein klein wenig mehr Einblick in die Gefühlswelt von Sophie ist angebracht und so habe ich den Text der Seite 6 nachträglich ergänzt. Vielleicht magst du noch mal schauen.

Es freut mich, dass dir die Geschichte gut gefällt.

Freundlicher Gruß
Waltraud
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