Kurzgeschichte
Edwin und Max - Sp 117

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"Edwin und Max - Sp 117"
Veröffentlicht am 22. März 2026, 16 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Lebe meine Träume, pflege meine Laster, denke positiv. Bin wie ich bin und manchmal anders
Edwin und Max - Sp 117

Edwin und Max - Sp 117



Schreibparty 117 Thema: "Wenn Wünsche Nebenwirkungen haben" Vorgaben: Geisterhand, Flasche, absurd, Phantasie, Scheinwerfer, Edelstein


Die Bilder wurden von Grundschülern aus Haldensleben während meiner Lesung, anläßlich der Literaturtage der Stadt Haldensleben, gemalt.

Dank gilt der Kulturabteilung,welche den Druck der Geschichte finanzierte.

Der vorliegende Text wurde von mir, passend zur SP 117, nochmal überarbeitet.




Für große und kleine Leser und Vorleser.






Edwin, der Frosch, lebt schon seit vielen Jahren am Teich neben dem Schloss der Zauberfee Griseldis. Jeden Morgen begrüßt er dort fröhlich quakend die zwitschernden Vögel, winkt den bunten Schmetterlingen hinterher. Er träumt mit seinem Freund Max, dem Tausendfüßler, von der großen weiten Welt. In ihrer PHANTASIE erleben sie spannende Abenteuer mit köstlichen Gaumenfreuden.

„Ach, wenn wir doch fliegen könnten“, sagt Edwin nachdenklich. Meine Füße sind vom Hüpfen schon wund und ich fühle mich müde und schlapp. „Ich könnte", jammert Max,"Geld beim Schuhkauf sparen und endlich den

schicken grünen Hut leisten,welchen ich mir schon so lange wünsche."


Plötzlich hören sie von weitem leises Wehklagen. Edwin und Max hüpfen und laufen so schnell sie können in Richtung des Wimmerns und bleiben vor Schreck wie angewurzelt stehen. In den blauen Kornblumen am Feldrand liegt verletzt und weinend die Zauberfee. Über ihr surrt bedrohlich Alberich, der dicke Brummer. „Hilfe, Hilfe, Alberich hat mir beim Bestäuben der Blumen aufgelauert. Er will die schönsten Wiesenblumen stehlen und sie der Prinzessin „Rühr mich nicht an“ beim Heiratsantrag schenken. Dieser

Grobian hat mir einen derben Stoß versetzt, den Flügel gebrochen und die FLASCHE mit dem Nektar für mein Frühstücksbrötchen gierig mit dem Rüssel ausgetrunken“, jammert die Zauberfee.

Wie von GEISTERHAND streckt Edwin blitzschnell seine lange Zunge raus und verschluckt Alberich, den fetten Brummer, ohne mit der Wimper zu zucken. Max rennt mit seinen tausend Füßen flink zum Schloss der Fee, holt ihren Zauberstab und berührt damit den verletzten Flügel. „Als Dank für eure Hilfe darf sich jeder etwas wünschen“, sagt Griseldis sichtlich erleichtert zu den beiden Helden und

lächelt dabei schon wieder ein bisschen.


„Wir möchten fliegen wie die Vögel und Schmetterlinge“, ruft Edwin wie aus der Pistole geschossen. Doch bevor Max seinen Wunsch äußern kann, sagt die Zauberfee: „In sehr, sehr fernen Zeiten werden vielleicht auch den Fröschen und Tausendfüßlern Flügel wachsen, doch ich will euch schon jetzt, als Belohnung, für 1 Stunde diesen Wunsch erfüllen." Sie nimmt den Zauberstab und pustet ein kräftiges Lüftchen Edwin und Max in die Ohren.


„Wir fliegen, wir fliegen, die Welt hier oben ist aufregender, schöner und unser

Teich glitzert in der Sonne wie tausend EDELSTEINE“, kreischen beide so laut sie können. Sie fühlen sich wunderbar leicht und spucken aus der Luft ins Wasser.


Doch schon nach 5 Minuten schmerzen ihre Beine. Völlig außer Puste landen sie auf dem Wipfel der höchsten Tanne im Wald.„Mir wird schlecht, ich glaube ich habe Höhenangst“, quakt Edwin ängstlich. „Mich plagen in 311 meiner tausend Beine schreckliche Wadenkrämpfe“, seufzt Max. Zitternd klammern sich beide krampfhaft an den schwankenden Ästen der Tanne fest.

Plötzlich verdunkelt sich der Himmel.

Heinrich, der Storch, traut seinen Augen nicht als er Edwin und Max in den Zweigen erblickt. „Welch willkommene Happen für meine hungrigen Kinder zum Frühstück“, denkt er voller Freude und fliegt gierig mit aufgerissenem Schnabel auf die Beiden zu.


„Hilfe, Hilfe, Griseldis versteck uns auf der Erde", ruft Max so laut er kann. Die Zauberfee schwingt ihren Stab und sofort plumpst Edwin ungebremst in den Teich, dass die Wellen bis zu den Seerosen schwappen. Max landet unsanft in den Disteln neben dem Moos.


Am nächsten Morgen sitzt Griseldis

gemütlich im Sessel und schaltet den Fernseher ein. Entsetzt über die ABSURDEN Bilder schlägt sie die Hände über dem Kopf zusammen.


Edwin mit Augenklappe und Max mit grünem Hut sitzen ziemlich ramponiert und doch zufrieden in Liegestühlen nebeneinander. Alle SCHEINWERFER sind auf sie gerichtet. Sie rauchen hingebungsvoll mit der Pfeife Kringel in die Luft und lassen sich von der Sonne den Bauch wärmen. Auf die Frage des Reporters wie es ihm geht antwortet Max: „Ich bin froh, dass ich dieses Flugabenteuer mit nur zwölf gebrochenen Beinen und Stacheln im Po

glimpflich überstanden habe."


Edwin zwinkert in die Kamera und sagt: „Das „Abenteuer Fliegen“ war cool und hätte Heinrich, der Storch, nicht regelwidrig unsere Flugroute gekreuzt, würden wir immer noch in den Wolken schweben. Werde ihn nicht auf Schmerzensgeld verklagen, sondern das Ganze als „Wunscherfüllung mit Nebenwirkungen“ unter Ulk verbuchen."


Griseldis schaltet den Fernseher aus, greift nach dem Stift und macht sich im Zauberbuch zum Thema „Wünsche“ kopfschüttelnd folgende Notizen:


- Garantie und Risiken

vorher überdenken,

- bei Nebenwirkungen,

nicht den Arzt, die Ärztin oder

wen auch immer fragen, sondern selbst

den Kopf aus dem Dreck ziehen,

Krönchen richten und nicht

unterkriegen lassen

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