Kapitel 14 – Ein Schritt in die Zukunft
Am Abend stehe ich vor dem Haus, in dem die Wohnung frei geworden ist. Mein Herz schlägt ruhig, aber irgendwie schneller als sonst. Zwei Zimmer, sagt der Hausmeister – gerade frei geworden. Eigentlich wohnen hier nur ältere Leute, und die hätten keinen jungen Menschen im Haus haben wollen.
„Na, das wär’ doch was für Sie“, sagt er
und mustert mich mit einem leichten Lächeln. „Sie sind oft unterwegs, sagen Sie? Dann passt das perfekt. Ich geb’ Ihnen die Hand drauf.“
Ich nicke, spüre, wie die Entscheidung schnell fällt. Ich sage zu, ohne groß zu überlegen. Zu oft war ich weg, zu oft habe ich nichts festhalten können. Jetzt gibt es die Gelegenheit für einen Neuanfang.
Er reicht mir sofort den Mietvertrag. „Hier, unterschreiben Sie. Dann gehört das hier für Sie.“ Ich unterschreibe, nehme die Schlüssel und spüre ein kleines Lächeln. Ein gutes Gefühl. Ich
habe die Wohnung – ich kann schon am Wochenende umziehen.
Die Wohnung ist still, frisch gestrichen, bereit, mit Leben gefüllt zu werden. Ich gehe durch die Zimmer, berühre die Fensterbretter, die Türgriffe, atme tief ein. Ein Ort, an dem ich wieder ich selbst sein kann.
Am Ende des Rundgangs lehne ich mich gegen die Wand, lasse die Stille wirken. Kein Bild mehr, keine Erinnerungen, die mich festhalten. Nur der leise Wunsch: ein Atemzug für mich selbst. Ein Neuanfang.