Kapitel 7 – Ein Atemzug entfernt: Hilflosigkeit & Beobachtung
Die Schreie hallen noch in meinen Ohren, obwohl ich mich vom Fenster zurückziehe.
Mein Herz rast. Jeder Atemzug fühlt sich schwer an. Ich will wegsehen, die Vorhänge schließen, so tun, als wäre ich unsichtbar. Aber etwas hält mich fest – ein Magnet, der mich an den Rand meines eigenen Lebens zieht.
Ich sehe kurz das Bild von Pam an der
Wand.
Ein kleiner Ruhepunkt. Ein Moment, der mich daran erinnert, dass Nähe auch sanft und sicher sein kann.
Dann wieder der Krach. Tim. Ellas Stimme. Worte, die ich nicht klar verstehen kann, aber die wütende Energie spüre.
Mein Magen zieht sich zusammen.
Warum kann ich nicht einfach gehen?
Warum drängt mich alles in diesem Haus, an diesem Fenster, dazu, zu beobachten, obwohl ich weiß, dass ich nichts ändern kann?
Ich greife nach der Kaffeetasse auf dem
Tisch. Sie zittert in meiner Hand.
Ein Teil von mir möchte schreien: „Halt ein!“ – aber es bleibt still. Nur Gedanken. Nur das Geräusch von Glas, das auf den Boden fällt, und die ferne Stimme von Ella, verzweifelt, kämpfend.
Ich schließe die Augen für einen Moment.
Die Montage, die Einsamkeit, die leeren Hotelzimmer – all das verblasst im Vergleich zu dem, was gerade in diesem Haus passiert.
Ich bin nur ein Beobachter. Nur ein Atemzug entfernt.
Und doch fühle ich jeden Schlag, jede
Emotion, als wäre sie meine eigene.