Vorwort
Thema: Kopfkino
Vorgabewörter
(alle müssen im Text vorkommen)
Flackernder Blick
Schatten
Traum
Geräusch
Erinnerung
Baumwipfel
Kochtopf
Die Geschichte ist inspiriert von elden Ring
Flackernder Blick.
Unter den Baumwipfel wird die Luft schwer, als hätte der Wald beschlossen, mir den Atem zu stehlen. Dann spüre ich ihn. Varun. Sein Schatten fällt nicht, er siegelt. Makellos, kern-gesund, so sauber, dass mir der Magen umkippt vor Zorn und vor diesem schmutzigen Erkennen: Bruder. Ursprung. Eine Erinnerung ohne Bild, nur als Gefühl, das sich in meine Rippen krallt.
In mir zieht es nach dem Arm, der fehlt, nach dem Bein, das nicht
mehr antwortet, und die Leere in meinem Mund brennt, als würde mein Körper noch immer versuchen, eine Zunge zu finden. Ich denke Worte, Schreie, Namen, und alles bleibt in mir stecken, bis ich mich fast an meiner eigenen Stille verschlucke. Ich bin Anfang, und doch fühlt sich jeder Schritt an wie ein Urteil über meinen Körper.
Ein Geräusch klirrt im Unterholz. Ein umgestoßener Kochtopf rollt an eine Wurzel, bleibt liegen. Der Klang ist banal, und genau deshalb zerreißt er mich: Er riecht nach Wärme, nach Händen, nach Leben,
das nicht kämpft, sondern rührt und bleibt. Schuld schwappt hoch, heiß und salzig, weil ich dieses einfache Bleiben nicht schützen kann. Weil mein Amt nur beginnt, aber nicht garantiert.
Für einen Herzschlag drängt sich ein Traum zwischen uns: Ich laufe, ich spreche, ich bin vollständig, und sein Blick ist nicht Besitz, sondern Zweifel. Der Traum ist so süß, dass er weh tut. Ich zerbeiße ihn, bevor er mich weich macht, bevor Ruhe wie Erlösung klingt.
Varun sieht mich an, als wäre ich
ein Problem, das man verwaltet. Ich hasse ihn dafür, und ich hasse mich dafür, dass ein Teil von mir müde ist, so müde, dass selbst sein Ende kurz nach Frieden schmeckt. Ich würge diesen Verrat hinunter, atme, halte meine Magie fest, damit sie nicht wuchert, und gehe weiter.
Flackernder Blick.