Mein 'Kopfkino' für - Sp 116 2. Beitrag
Thema: " Kopfkino"
Vorgaben:
Flackender Blick,
Schatten, Traum, Geräusch, Erinnerung, Baumwipfle, Kochtopf.
Damals, es ist schon Jahrzehnte her, saß ich noch auf der Schulbank.
Im Unterrichtsfach "Zeichnen", mussten wir oft nach einer bestimmten Vorlage versuchen es jeder auf seine Art malerisch zu präsentieren.
Oft saß ich, eine Weile überlegend, mit einem flackerndem Blick über das Bild und erhoffte auf eine Inspiration.
Im Unterricht blieb es ruhig und jeder stengte sich an, ein möglichst traumhaftes Bild mit viel Schatten und
guter Lichteinwirkung, in seiner eigenen Art, umzusetzen. Denn auch im Kunstunterricht gab es Diktate und Zensuren. Doch besonders schön fand ich von der Lehrerin den Hinweis, dass wir uns aussuchen durften, was wir im Unterricht malen wollten. Während die Jungen versuchten ein Fahrrad oder anderes Gefährt entstehen zu lassen, malten wir Mädchen oft Blüten, Blumen und Bäume. Das war dann auch mein Ziel einen schönen, großen Baum zu malen. Dabei sollten sich die Baumwipfel im Sturm etwas zur Seite biegen.
Dabei dachte ich an meinen älteren Bruder, der sehr schön malen konnte. Und so half mir die Erinnerung an ihn.
Als die Pausenglocke ertönte wurde das Klassenzimmer nicht ganz geräuschlos verlassen. Bei so vielen Kindern ist es auch verständlich gewesen.
Beim nächsten Kunstunterricht gab es die Rückgabe unserer Zeichnungen bzw. Malereien mit einer Zensur.
Als bei mir einmalig auch eine Eins stand, konnte ich es kaum fassen und freute mich sehr darüber.
Nach der Schulzeit lief ich schnell nachhause, um der Mutter diese Eins zeigen zu können.
Sie stand in der Küche wie jeden Tag, am Kochtopf. Denn immerhin waren wir eine Sechsköpfige Familie.
Meine Eltern, meine beiden Brüder und unser Großvater.
Das Zeichnen und Malen begleitete mich nicht unbedingt im Leben. Und so geschah es, als "Spätzünderin" und mit zunehmendem Alter, sich plötzlich doch noch dafür zu interessieren. Hier wurde auf einmal das 'Kopfkino' aktiv.
Ich nahm an einem Malkurs(im Internet) teil, um malerische Erfahrungen zu sammeln. Das fleißige Üben stellte ich ganz von alleine ein, um dadurch auch meinen eigenen Malstil herausfinden zu können.
Und so erfreue ich mich, bis heute, an diesem neuen Hobby, welches mein Kopfkino immer wieder aufs Neue anregen wird.
Text und Farbstreifen von Gerlinde