Biografien & Erinnerungen
Das Bild auf meinem Schoß 2

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"Das Bild auf meinem Schoß 2"
Veröffentlicht am 18. Januar 2026, 16 Seiten
Kategorie Biografien & Erinnerungen
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Meine Leidenschaft ist das Lesen, oft kann ich nicht aufhören zu lesen bis das Buch zu Ende ist, bis tief in der Nacht. ;)) Schon immer spielen Bücher eine große Rolle in meinem Leben. Kleine Geschichten habe ich immer schon geschrieben, die heute gut verwahrt in einer Schublade liegen. Manchmal nehme ich sie wieder raus, und schreibe aus ihnen eine neue Geschichte?
Das Bild auf meinem Schoß 2

Das Bild auf meinem Schoß 2


Das Bild auf meinem Schoß

Hinweis: Dieses Buch ist eine Art Fortsetzung meiner früheren Texte, die ich damals als „Beschwerde-Buch“ verfasst habe. Hier geht es um Erinnerungen, Ängste und die Verarbeitung von Erfahrungen, die mich lange begleitet haben. Auch wenn ihr Band 1 nicht kennt, könnt ihr die Geschichte von Band 2 problemlos lesen.

„Das Bild auf meinem Schoß“ erzählt aus meiner eigenen

Sicht. Ich begleite mich durch Erinnerungen an einen frühen Unfall und die Ängste, die mich lange begleitet haben. Unter Hypnose werden diese Erinnerungen lebendig, und ich spüre, wie Schmerz und Trauer langsam leichter werden. Am Ende bleibt ein Gefühl von Ruhe, Hoffnung und Selbstbestimmung – und die Gewissheit, dass ich weitermachen kann. Es war seltsam, als der Psychiater mir sagte, dass Hypnose helfen würde. Ich war mir nicht sicher, ob ich bereit war, alles zu sehen, was in meinem Kopf

herumschwirrte. Aber er meinte, es würde mir helfen, die Ängste loszulassen und die Erinnerungen klarer zu sehen. „Schließ deine Augen und entspann dich. Ich zähle von eins bis zehn, und mit jeder Zahl wirst du tiefer in einen Zustand völliger Entspannung gleiten“, sagte er ruhig. „Eins… Zwei… Drei…“ Seine Stimme wurde sanfter, und ich spürte, wie mein Körper in den Stuhl sank. Die Welt um mich begann zu verschwimmen, meine Gedanken flossen ruhig durch meinen Kopf. Traum /

Erinnerung Ich fand mich im Auto wieder, drei Jahre alt. Der Regen prasselte gegen das Fenster. „Wann sind wir da?“ fragte ich, doch niemand antwortete. Meine Eltern sprachen nicht. Die Stille war unheimlich.

Dann – der Aufprall. Ein ohrenbetäubendes Krachen, das Auto überschlug sich. Glas zerbrach, und der Geruch von verbranntem Gummi stieg mir in die Nase. „Mama, Papa? Was passiert?“ rief ich, doch niemand

antwortete. Ich saß allein im Auto. Die Welt war still, der Regen hatte aufgehört, und ich hörte nur das Rauschen in meinen Ohren. „Warum bin ich die Einzige, die noch

atmet



atmet?“

Der Psychiater hatte mir geraten, das Bild zu zeichnen.

„Zeichne, was du fühlst“, sagte er. Also nahm ich den Stift und begann zu malen. In der Hypnose fühlte es sich an, als ob mein Unterbewusstsein die Striche zog. Ein Clown stand vor mir, gesichtslos, mit leeren Augen. Vor mir standen weitere Clowns. Mein Vater hatte sie gemalt, kurz bevor der Unfall passierte. Als Kind hatte ich sie immer wieder gesehen – aber jetzt fühlte es sich verzerrt, fremd, bedrohlich an.




Ich hielt inne.

Eine Denkpause

Der Boden sinkt / trockener Fluss


Dann ging es weiter. Plötzlich begann der Boden zu sinken. Der Sand verschlang mich, und ich konnte kaum noch atmen. „Ich will nicht hier sein“, schrie ich in den Wind, doch niemand war da. Der Boden zog mich immer weiter nach unten. Dann war er plötzlich weg. Ich landete in einem trockenen Flussbett. Kein Wasser, nur scharfe Kieselsteine unter meinen Füßen. „Warum ist der Fluss trocken?“ flüsterte

ich. Und dann sah ich ihn. In seinem Blick erkannte ich meinen Vater. In diesem Moment war er nicht mehr fremd. „Du bist nicht schuld“, sagte er sanft. „Es war ein Unfall. Du kannst nichts dafür.“ Ich wusste, dass er recht hatte. Der Schmerz ließ nach, und der Fluss füllte sich langsam wieder mit Wasser. Der Boden unter meinen Füßen wurde weich und warm. „Ich hab dich nicht verlassen“, sagte

er. „Du bist nie allein.“ Ich griff wieder nach dem Stift und malte weiter. Die Figuren waren noch da, aber sie waren keine Bedrohung mehr. Sie gehörten zu meiner Geschichte. „Es ist okay“, flüsterte ich. „Ich habe träumen können – und jetzt ist alles okay.“ In der Stille meines Geistes begann sich die Wolkenbildung am Horizont zu verändern. Der Himmel wurde weiter, heller, klarer. Zwischen dem Blau mischten sich sanfte, rostrot schimmernde Töne. Es fühlte sich an, als würde sich eine

Brücke über meine Erinnerungen spannen – zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Schmerz und Heilung. Ich spürte Frieden. Die Angst löste sich langsam auf, und zum ersten Mal fühlte ich, dass nach all dem Schmerz etwas Neues beginnen konnte.

Zurück in die Realität „Jetzt werde ich dich langsam zurückholen“, sagte der Psychiater leise. Seine Stimme begleitete mich

zurück. „Zehn… Neun… Acht… Sieben… Sechs… Fünf… Vier… Drei… Zwei… Eins…“ Ich war wieder im Raum. Meine Augen blieben noch einen Moment geschlossen. Als ich sie öffnete, lag das Bild auf meinem Schoß. Alles war noch da – die Erinnerungen,

die Geschichte. Aber nichts quälte mich mehr. Ich konnte atmen. Ich konnte fühlen.

Ich konnte weitermachen.

Coverbild © Pamola Grey / 2026 – selbstgemalt

Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Textes darf ohne Erlaubnis kopiert oder veröffentlicht werden.


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Über den Autor

PamolaGrey
Meine Leidenschaft ist das Lesen, oft kann ich nicht aufhören zu lesen bis das Buch zu Ende ist, bis tief in der Nacht. ;)) Schon immer spielen Bücher eine große Rolle in meinem Leben. Kleine Geschichten habe ich immer schon geschrieben, die heute gut verwahrt in einer Schublade liegen. Manchmal nehme ich sie wieder raus, und schreibe aus ihnen eine neue Geschichte?

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PamolaGrey Hallo Ekki
danke dir für den Hinweis und deine wertschätzenden Worte.
Ich kümmere mich um die Klärung der Bildrechte und werde entsprechend handeln.

Herzliche Grüße
Pam
Vergangene Woche - Antworten
Phantasus Liebe Pamola,
dir ist etwas Großartiges eingrefallen. die Vorgabewörter der SP zu benutzen, um eigenen Schmerz zu verarbeiten.
Du solltest vielleicht noch Klarheit wegen der Bilder schaffen. Ich verstehe es so, dass das Cover von dir ist und die beiden anderen Bilder von Feedre.
Liebe Grüße
Ekki
Vergangene Woche - Antworten
PamolaGrey Liebe Gabriele,
vielen lieben Dank für deine herzlichen Worte!
Es freut mich sehr, dass dich meine Geschichte berührt hat.
Ja, das Coverbild habe ich selbst gemalt – und ich werde deinen Tipp aufgreifen und im Buch vermerken, dass es selbstgemalt ist, damit es auch den Lesern bewusst wird.
Nochmals danke für deine Rückmeldung, sie bedeutet mir viel!

Liebe Grüße
Pam
Vergangene Woche - Antworten
Gabriele 
Liebe Pam,
ich bin so berührt von deiner Geschichte,
dass mir die Worte fehlen.....
jedoch möchte ich dir meine Hochachtung dafür sagen, dass du deine Geschichte in Worte fassen konntest - und - wie ich unten gelesen habe, auch das Coverbild selbst gemalt hast
(vielleicht notierst du es im Buch, damit des dem Leser bewusst ist?)
Viele liebe Grüße von Gabriele
Vergangene Woche - Antworten
Eichenlaub 
Liebe Pamola,
das Lesen Deiner schicksalhaften Biografie hat mein Herz beschwert und auch sehr berührt. Mir fehlen die Worte.
Aber über eine kleine Sache habe ich mich doch gefreut, als ich Feedres Bilder hier in Deinem Buch sah. Nun hast Du es geschafft, auch Bilder ins Buch mit einzufügen.
Ich habe an Dich geglaubt und bin stolz auf Dich.

Ganz lieben Gruß
Gerlinde
Vergangene Woche - Antworten
PamolaGrey Hallo Gerlinde,
das Coverbild habe ich selbst gemalt.
Vielen Dank für dein Feedback!
LG Pam
Vergangene Woche - Antworten
Eichenlaub Wow, selbst sogar nach Feedres "Mondkinderbild" gemalt.
Ich habe das Coverbild gesehen und dachte, dass es Feedres Bild sei, welches Du am PC eventuell verändert hast. Da habe ich mich geirrt.
Großartig, dass du es sogar selbst gemalt hast. Meine Bewunderung!
Jetzt haben wir hier bei myStorys eine weitere Künstlerin!
Daumen hoch!
Vergangene Woche - Antworten
Kornblume Der Inhalt des Textes, liebe Pamola ist grausam und brutal, wenn man bedenkt, dass Du diesen Unfall als Kind überlebt hast und der bis heute Dein Leben beeinflusst. Seelisch,körperlich und emotional kommt man da je drüber weg ??? Das Du die Vorgabeworten der SP 115 eingefügt hast finde ich erstaunlich und auch die Öffentlichmachung Deines ganz persönlichen Schicksals.
"Es wünscht Dir alles Gute gesundheitlich und seelisch", die Kornblume
Vergangene Woche - Antworten
PamolaGrey Liebe Kornblume,

vielen Dank für deine einfühlsamen Worte.
Ja, der Unfall hat mein Leben geprägt, und die Verarbeitung ist ein langer Weg – körperlich, seelisch und emotional.
Es tut gut, dass du meine Geschichte so ernst nimmst und die Verwendung der Vorgabeworte bemerkst.
Deine Wünsche bedeuten mir viel – danke von Herzen.

Liebe Grüße
Pam
Vergangene Woche - Antworten
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