Kurzgeschichte
Leuchtendes Konfetti - SP 115

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"Mit den Augen des Betrachters"
Veröffentlicht am 14. Januar 2026, 10 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: Gabriele
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

*Die Kunst des Lebens ist, aus den vorhandenen Umständen die kreative Seele zum Vorschein zu bringen.* (Gabriele Busch) Ich denke mal, meine Texte verraten schon sehr viel über mich......
Mit den Augen des Betrachters

Leuchtendes Konfetti - SP 115

Leuchtendes Konfetti


Schreibparty 115


Thema: Mit den Augen des Betrachters Vorgabewörter:

Denkpause

Clown

Wolkenbildung

rostrot

Brücke

Kieselsteine

träumen


Mein 2. Beitrag Kurzgeschichte ist beim Betrachten von Bild Nr. 2 aus dem Eröffnungsbuch http://www.mystorys.de/b173390-Sonstiges-Schreibparty-115.htm entstanden. Gemälde von Feedre Kurzgeschichte von Gabriele




Evelyn fand sich unvermittelt in einer behutsam schaukelnden Gondel wieder. Inmitten des massiven dunklen Holzes fühlte sie sich beschützt und schwerelos. Das Gefährt bewegte sich ohne ihr Zutun sachte auf dem breiten Gewässer. Erstaunlicherweise konnte sie das leise Plätschern des Wassers und eine Denkpause genießen, während sie die matte Spiegelung der nächtlichen Wolkenbildung entspannt beobachtete. Es gab nichts zu tun und nichts zu fürchten. Die Atmosphäre war friedlich. Sie fühlte sich wohl und leicht ohne die Schmerzen von knirschenden Kieselsteinen in den Gelenken.

Quälende Alltagssorgen waren

verschwunden.

Zeit existierte hier nicht.

Ihr gesamter Körper war warm und weich wie aus Watte. Während Evelyn in Ruhe ihre unerwartete Umgebung betrachtete, staunte sie über die Herkunft der ungewöhnlichen Lichtverhältnisse. Denn sowohl das tragende dunkle Boot, wie auch das leise Gewässer leuchteten in fluoreszierenden Farben von Warmweiß, Rostrot und Violett. So eine leuchtende Umgebung hatte sie noch nie gesehen. Das Licht verteilte sich überall in der Umgebung wie buntes Konfetti, deren Quelle unerschöpflich zu sein schien.

Evelyns Augen leiteten die aufkommende Freude an das Herz weiter, und es hüpfte mit freudiger Aufregung in ihrem Brustkorb.

Auf eine unerklärliche Weise kam ihr diese Gondelfahrt jedoch trotz der unbekannten Lichtverhältnisse seltsam vertraut vor. Und so genoss Evelyn leuchtendes Konfetti und das sanfte Schaukeln der Gondel mit allen Sinnen.

In dem Moment, als die Gondel unter einer malerisch verzierten Brücke hindurch schaukelte, fielen große Tautropfen vom Geländer auf Evelyns Gesicht. Als ihre Hand sie wegwischen wollte, griff sie in flauschiges Fell.

„Hm“, überlegte Evelyn, „irgendwas stimmt hier nicht.“ Die Brücke und das Gewässer lösten sich in Nichts auf. Das fluoreszierende Licht in den unterschiedlichen Farben blieb, verbunden mit dem wohligen Gefühl der Schwerelosigkeit.

Evelyns Hand streichelte über das samtige Fell ihrer Katze, während sie leise vor sich hinmurmelte;

„Oh, Murmel, ich habe so was Schönes geträumt. Und du weckst mich einfach auf!“

Wieder wurde es feucht an ihrer Wange. „Du sollst mir doch nicht das Gesicht lecken, Murmel! Lass das!“

Augenblicklich schlug Evelyn die Augen auf und starrte direkt auf das feuchte Näschen ihrer Katze. Mit leichtem Druck schob sie den Kopf von Murmel zur Seite und streckte sich. Während sie sich auf die Seite drehte und ihre Beine dehnte, wurde Evelyn plötzlich bewusst, woher ihr die leuchtende Umgebung und das Gewässer bekannt vorkam.


„Komm` Murmel, wir müssen mal schnell in die Küche!“ Eilig warf sie sich den Bademantel über und steuerte geradewegs auf den kleinen Küchentisch zu, gefolgt von der mautzenden Samtpfote.

Fieberhaft blätterte Evelyn die auf dem Tisch liegende Kunst- und Kreativ- zeitschrift durch, bis sie das Bild von der Künstlerin Feedre wiederfand. „Ja, genau! Das ist es, Murmel. Im Traum war ich der Clown auf der Gondel und saß mittendrin in diesem leuchtenden Konfetti. Das war totel schön! Und ich habe mich so leicht und wohl gefühlt. So angenehm!“

Entschlossen riss Evelyn die Seite aus dem Heft. Sie würde einen Rahmen dafür kaufen und es über ihrem Bett aufhängen.

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Gabriele
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die kreative Seele zum Vorschein zu bringen.*
(Gabriele Busch)

Ich denke mal,
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Feedre So einen schönen Traum Gabriele...super schöne Geschichte
Chapeau!
mit lieben Grüßen
Feedre
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Bleistift 
"Leuchtendes Konfetti..."
Was für eine warmherzige Geschichte, die in der Tat jedoch nur ein Traum gewesen sein konnte, die der bunten Phantasie einen Platz für ihre feine Entfaltung gab... ...smile*
LG zu Dir
Louis :-)
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FLEURdelaCOEUR Liebe Gabriele,
deine so sanft erzählte Geschichte hat mich sehr entspannt und mir gut getan. Angenehme Erinnerung auch an meine eigenen Katzen.
Liebe Grüße
fleur
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Kornblume Eine weitere schöne Facette der Bildbetrachtungs-und- Empfindungsweise.
Erstaunlich und sehr interessant. .Die SP115 hält viele schöne textliche Überraschungen bereit.Das freut mich sehr. Auch die rege Beteiligung bei dieser eher schwierigen Aufgabenstellung.
Bitte vergiss nicht,liebe Gabriele, den Text möglichst bald im Forum zu verlinken.
Kornblumenblaue Grüße.
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Brubeckfan Eine schön gebaute Geschichte, liebe Gabriele. Ja so kanns einem gehen!
Schmunzelnde Grüße,
Gerd
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Eichenlaub 
LIebe Gabriele,
was für eine schöne Geschichte, die im Traume beginnt und dann in eine Wirklichkeit mit dem beschriebenem Bild von Feedre endet.
Gut ausgedacht.
Lieben Gruß
Gerlinde
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Gabriele 
Dankeschön für dein Lesen und Kommentieren
liebe Gerlinde!
Mir geht es tatsächlich häufiger so, dass ich von Dingen träume, die ich gesehen oder gelesen habe.....
Liebe Grüße zurück,
Gabriele
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