Der Clown blickt zurück auf das alte Jahr, als läge es hinter ihm wie eine verbrauchte Bühne.
Die Kieselsteine der Monate drücken kalt durch die Sohlen, jeder ein Tag, den er getragen hat, jeder rund geschliffen von Wiederholung und Verlust.
Über der Brücke sammelt sich Wolkenbildung, zögerlich, tastend, das Licht darin rostrot, als hätte die Zeit selbst Narben angenommen und sie nicht mehr verbergen wollen.
Er fürchtet das neue Jahr.
Nicht aus Feigheit — sondern weil Hoffnung Gewicht hat.
Er setzt sich. Eine Denkpause,
in der das Lachen von gestern langsam verhallt und das Schweigen von morgen näher rückt.
Der Clown weiß: Man kann fallen, auch wenn man stillsteht. Und man kann weitergehen, ohne einen Schritt zu tun.
Dann schließt er die Augen.
Beginnt zu träumen
Er träumt nicht von Sicherheit.
Er träumt von Standhalten.
Von Tagen, die nicht glänzen müssen,
nur wahr sein wollen.
Von einer Brücke, die ihn trägt,
auch wenn er zögert.
Als das neue Jahr anklopft,
öffnet er nicht sofort.
Aber er bleibt.
Und das ist bereits Mut.
Manchmal genügt es, sich selbst in ein paar Zeilen wiederzuerkennen, wie in einer Scheibe beschlagenen Glases:
nicht alles klar, aber wahr.
Du darfst zögern.
Du darfst fürchten.
Du darfst träumen, auch mit müden Augen.
Das neue Jahr muss nicht erobert werden.
Es reicht, ihm standzuhalten —
mit dem, was du bist,
und dem, was du noch wirst.