Journalismus & Glosse
Gedanken zum Kitsch

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"Gedanken zum Kitsch"
Veröffentlicht am 29. Dezember 2025, 4 Seiten
Kategorie Journalismus & Glosse
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Über den Autor:

Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben. Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen. Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.
Gedanken zum Kitsch

Gedanken zum Kitsch

Gedanken zim Kitsch

Heute. Wo alle Tabus fallen, gehört nicht viel Mut dazu, den Kitsch zu preisen. Aber man sollte keinen faulen Kompromiss mit ihm schließen. Viele erlauben sich mit schlechtem Gewissen ein bisschen Kitsch. Der wirkt auf mich wie eine Speise, die man zu stark gesüßt hat. Da lobe ich mir die Herben, die darauf Verzicht leisten. Aber Kitsch macht Spaß, wenn er prall und vital auftritt. Ich denke zum Beispiel an den kunterbunten Weihnachtsbaum in New York oder an Kleidung, die so glitzert, als hätten sich alle Sterne auf

ihr niedergelassen. Oder wenn zum Beispiel im Schlager eine Träne auf Reise geht. Ein bisschen Kitsch ist gefährlich, weil er unwahre oder unechte Gefühle provoziert. Im Stundenbuch von Rilke kommt eine Textstelle vor: ”Denn Armut ist ein großer Glanz aus Innen.” Jeder, der materielle Armut erlebt hat, wird auf den Glanz gerne verzichten.

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Über den Autor

Phantasus
Literatur war mir in meinem Leben schon während der Schulzeit sehr wichtig. Doch ich habe erst seit ein paar Jahren die Zeit gefunden, selbst zu schreiben.
Ich freue mich über Lob, bin aber für alle Verbesserungsvorschläge offen.
Ich lese immer wieder in Literaturgeschichten, weil ich meine,dass wir nur so entdecken können, wie wir einen ganz bescheidenen Beitrag dazu leisten können, dass Literatur sich weiter entwickelt.

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sorrynocoffee 
Hallo Ekki,

vielen Dank für deine Gedanken zum Thema Kitsch. Seltsam. Ich habe neulich einen Doku über die 70er Jahre gesehen, der Blütezeit des deutschen Schlagers, mit dem ich eigentlich nie etwas anfangen konnte. Ich nahm das wie einen Kalender wahr und wurde zurückversetzt in eine Zeit, die scheinbar unbeschwerter war. Ich glaube, es hängt damit zusammen, dass wir vieles verdrängen. Auch damals war nicht alles gut. Noch ein Gedanke zu Rilke. Er hatte sich intensiv mit den Schriften von Franz von Assisi beschäftigt. In seinem Stundenbuch unterscheidet er zwischen Armut als Form der spirituellen Berufung und den sogenannten Nicht-Reichen. Zumindest habe ich seinen Text so verstanden.

Ich wünsche dir einen guten Rutsch in ein hoffentlich gesundes neues Jahr!

Grüßle,
sonoco
Vergangene Woche - Antworten
Phantasus Merci, sonoco, Rilkes Unterscheidung war mir so nicht bewusst. Die Franziskaner waren mit ihrer Armut immerhin in einem Orden aufgehoben. Bei anderen Armen fällt es mir schwer, irgendeinen Glanz zu erkennen.
Falls du noch etwas Zeit hast, kannst du meinen Gedanken teilen, dass der bewusste Kitsch akzeptabel und vielleicht sogar schön ist, zum Beispiel die kunterbunten Weihnachtsbäume?
LG
Ekki
Vergangene Woche - Antworten
sorrynocoffee 
Ich bin gebürtiger Barockstädter. Wir haben den Kitsch salonfähig gemacht. Und was wäre die Welt und diese Stadt auch ohne ihn? Ohne die Putten im Schlossgarten und am Seeschloss, ohne den Lesetisch im Residenzschloss, der den fetten Bäuchen des Königspaars angepasst wurde, oder dem Märchengarten? Ich kann mich noch erinnern, als ein gewisser Michael Jackson auf Shopping-Tour war. Einrichtungsgegenstände. Nun ja, über Geschmack lässt sich streiten. Der Laden wurde nur für ihn geöffnet. Er war der einzige Kunde. Er saß auf einem Sofa. Man hatte ihm Champagner kredenzt. Er zeigte auf 3 Skulpturen. Naiv, wie ich war, dachte ich, die wollte er kaufen. Das Gegenteil war der Fall. Die wollte er nicht haben. Den ganzen Rest hat er genommen.
Vergangene Woche - Antworten
Phantasus Merci für die amüsante Antwort. Bist du in Fulda geboren?
Vergangene Woche - Antworten
Lagadere 

Hallo Doc!

Über Kitsch kann ich nicht viel sagen, weil ich selbst zu viel davon produziere und alles würde nur nach Rechtfertigung klingen.
Mach dir doch mal Gedanken über Vorurteile! Die werden meistens abgetan als: "Sind ja so bequem", etc.
Ich hingegen mag Vorurteile! Sind sie nicht das Ergebnis, die Summe all der Jahre, in denen wir Erfahrungen gesammelt und über alle möglichen Dinge nachgedacht haben? Ich bin jedenfalls froh, dass ich eine gewisse Anzahl davon in meinem "Regal" deponiert hab und dass ich bei Bedarf einfach eines davon herausholen kann. Klar ist das bequem! Aber sooo praktisch! Und wichtig. Für mich. Lieber lass ich mich doch eines Besseren belehren, als blind irgendwo hineinzustolpern!
Da würde mich die Meinung eines anderen interessieren.

LG Uli

Vor ein paar Wochen - Antworten
Phantasus Hallo Uli,
lass den Doc bitte weg. Hier möchte ich Phantasus oder Ekki sein.
Ich habe noch keinen Kitsch von dir gelesen und selbst wenn, müsstest du dich nicht rechtfertigen. Ich mag nur keinen verlogenen Kitsch, der bei anderen auf die Tränendrüse drückt, um ihre Gefühle zu manipulieren.
Ich vermute, dass wir über Vorurteile einer Meinung sind. Ich werde bald etwas dazu schreiben.
In diesem Büchlein möchte ich gerne beim Kitsch bleiben.
LG
Ekki
Vor ein paar Wochen - Antworten
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