Zwischen den Jahren
Der Puls des alten Jahres schlägt ruhiger und sein hektisches Tempo läuft aus. Die Natur ist still geworden, im Winterschlaf versunken. Die wichtigsten Geschäfte des Jahres sind getätigt, über Weihnachten wurden seelische Defizite entschuldet, Familientreffen arrangiert, Freundschaften reanimiert, die das ganze Jahr ohne Austausch waren.
Die Fassaden sind neu getüncht, und endlich darf man sich zurücklehnen, hat ein wenig Zeit für sich selbst, etwas Zweckfreies zu tun: ein Spiel zu spielen, Musik zu hören, ein Buch zu lesen, Freunde einzuladen. Man tut das eigentlich Sinnvolle, weil die Alltagszwänge für ein paar Tage gelockert sind.
Aber ehe man aus der dumpfen Betäubung des
Jahrestrotts ganz erwacht ist, werden schon die Raketen bereit gelegt, mit denen man sich in das neue Jahr einschießt: grell illuminiertes business as usual.