Drabble
Adventskalender 2025 - 24 Drabbles zum Advent

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" für jeden Adventstag ein Drabble"
Veröffentlicht am 18. November 2025, 78 Seiten
Kategorie Drabble
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Über den Autor:

Ich erinnere mich noch gerne meiner allerersten Zeilen - ein Schulgedicht: Der Winter ist ein Bösewicht, die Bäume tragen Schneegewicht, die Stämme sind kahl und so schwarz wie ein Pfahl, die Felder sind weiß und auf dem See liegt Eis. In den seither vergangenen Jahrzehnten hat sich mein Schreibstil sicher geändert - ist erwachsen geworden -, aber die Freude am Schreiben ist ungetrübt.
für jeden Adventstag ein Drabble

Adventskalender 2025 - 24 Drabbles zum Advent

Inhalt


Erster Frost – Die Nacht legt sich über die Stadt, der erste Frost glitzert wie kaltes Feuer. Der verlorene Handschuh – Ein Handschuh liegt auf der Straße, und wer ihn berührt, hört die Stimmen derer, die ihn einst verloren. Kerzenflackern – In einem verlassenen Zimmer tanzen Schatten an der Wand. Fensterspiegel – Ein Kind sieht im Fenster etwas, das nicht in dieser Welt existiert. Schnee auf den Dächern – Jede Schneeflocke trägt ein Geheimnis aus vergangenen Wintern. Der fremde Duft – Zimt und Rauch verweben sich zu einem seltsamen, tröstlichen Aroma.


Eisblumen – Blumen aus Eis wachsen über Nacht an alten Scheiben. Verborgene Tür – Hinter der Tür hört man Schritte, die nie die Wohnung verlassen. Geheime Botschaft – Ein Brief liegt im Schnee, geschrieben mit unsichtbarer Tinte. Der verlorene Stern – Ein Stern fällt und bleibt in einem alten Kirchturm hängen. Schattenspiele – Zwei Gestalten tanzen allein, begleitet vom Mondlicht. Tannenduft – Alte Tannen flüstern von vergangenen Festen. Die einsame Glocke – Ein Kirchenglockenklang hallt durch die leeren Straßen.



Schuhspuren – Fremde Spuren im Schnee führen ins Nirgendwo. Alte Lichter – Kerzen in leeren Fenstern flackern wie Erinnerungen. Der weiße Schleier – Ein Nebel legt sich über die Stadt und deckt die Wirklichkeit zu. Wintervogel – Ein einzelner Vogel singt eine Melodie, die niemand mehr kennt. Schlittenfahrt – Ein verlassener Schlitten bewegt sich wie von Geisterhand. Der Klang von Papier – Alte Briefe rascheln, als hätten sie eine eigene Seele. Schattenkinder – Kinder aus Schatten spielen im Hof, nur sichtbar bei Kerzenschein.

Der letzte Schnee – Schneeflocken bedecken vergessene Schritte, Erinnerungen werden weich. Frostiger Atem – Jeder Atemzug malt vergängliche Bilder in die Luft. Lichterkette – Lichter verbinden die Häuser, flüstern Geschichten durch die Nacht. Heilige Nacht – Alles ist still, nur die Schatten lächeln – und der Winter hält sein Herz offen.

1. Erster Frost

Der Morgen lag still, als hätte die Welt den Atem angehalten. Frost zeichnete filigrane Muster auf die Fenster, die wie zerbrochene Spiegel funkelten. Die Straßen waren leer, nur das Knirschen von Schuhen unterbrach die Stille. Ein leiser Wind trug Schnee von gestern Nacht, der auf den Dächern glitzerte. Jeder Atemzug war kalt, schneidend, und doch rein. Die Häuser schienen zu lauschen, als würden sie alte Geheimnisse bewahren.

Ein einzelner Vogel flog tief, verschwand hinter dem Nebel. Und irgendwo, in einem vergessenen Garten, schlief eine Rose unter glitzerndem Eis. Der erste Frost hatte die Welt sanft, aber unwiderruflich verändert.

2. Der verlorene Handschuh

Ein Handschuh lag im Schnee, einsam und vergessen. Wer ihn berührte, hörte Flüstern aus der Vergangenheit. Kinderstimmen, Lachen, das längst verklungen war, wehte über den frostigen Platz. Niemand konnte sagen, wem er gehörte. Doch jeder, der ihn hob, fühlte eine Wärme in der Hand, die zu Herzen ging, obwohl die Kälte durch die Finger kroch. Am Abend war er verschwunden, als hätte er selbst entschieden, wohin er gehen sollte.

Und irgendwo, hinter einem glitzernden Fenster, lächelte ein Kind, das ihn einst verloren hatte, still und wissend. Die Winterwelt war voll geheimer Begegnungen, unsichtbarer Wege.

3. Kerzenflackern

Im verlassenen Zimmer tanzten Schatten an der Wand. Kerzenlicht flackerte, warf geisterhafte Figuren auf alte Tapeten. Jeder Schatten schien eine Geschichte zu erzählen, die niemand verstand. Ein Knistern erklang, leise, wie das Aufatmen der Nacht. Die Luft roch nach Wachs und Staub, nach vergangenen Weihnachten. Die Kerzen kämpften gegen das Dunkel, und das Dunkel antwortete mit Geduld. Jemand saß auf dem Boden, allein, und beobachtete das Spiel.

Es war beruhigend und beängstigend zugleich, wie die Erinnerung selbst. Als die Flammen sanken, blieb nur Stille – und das Nachhallen ungesagter Worte

4. Fensterspiegel

Ein Kind sah in das Fenster und erschrak. Nicht sein Spiegelbild, sondern etwas anderes blickte zurück. Augen, tief und dunkel, die die Kälte der Welt kannten. Das Herz hämmerte, doch die Neugier hielt es gefangen. Die Gestalt bewegte sich kaum, nur ein leises Zittern, wie Atem im Winter. Dann verschwand sie, wie Schatten, der vom Mond verschluckt wird. Das Fenster glänzte wieder normal, die Scheibe glatt und harmlos.

Doch im Herzen des Kindes blieb der Blick, ein Funken fremder Geheimnisse. Manche Dinge sind sichtbar, nur wenn die Welt schweigt und man genau hinsieht.

5. Schnee auf den Dächern

Jede Flocke trug ein Geheimnis aus vergangenen Wintern. Sie legte sich sanft auf Dächer, auf die Giebel alter Häuser. Die Welt wirkte friedlich, doch unter der Stille lag Erinnerung. Schritte waren spurlos, Stimmen verwehten im Wind. Die Kinder der Nacht spielten zwischen den Schornsteinen, lautlos, unsichtbar. Ein Hund heulte irgendwo, als würde er die Vergänglichkeit beklagen. Und auf einem Dach ruhte ein alter Schlüssel, vergessen, von Schnee bedeckt.

Niemand wusste, wozu er gehörte, doch er wartete. Der Winter war ein Archiv verlorener Dinge, still und geduldig.

6. Der fremde Duft

Zimt und Rauch verwoben sich zu einem seltsamen Aroma. Die Luft war dick und schwer, doch tröstlich zugleich. Jeder Atemzug brachte Erinnerungen, die niemand mehr aussprechen konnte. Ein alter Mann ging durch die Straßen, die Hände tief in den Taschen vergraben. Er folgte dem Duft, der ihn leise rief. Hinter der Ecke stand ein Haus, vergessen, das Fenster flackerte warmes Licht. Niemand war zu sehen, und doch wusste er: Hier endete etwas.

Die Tür öffnete sich von selbst, nur einen Spalt, und ließ den Duft hinein. Die Nacht lächelte, leise, als hätte sie alles verstanden.

7. Eisblumen

Blumen aus Eis wuchsen über Nacht an alten Scheiben. Jede Kristallspitze funkelte wie ein winziges Universum. Kinder drückten die Nasen dagegen, sahen Welten darin tanzen. Ein Atemzug genügte, um Nebel auf der Scheibe zu zeichnen. Die Blumen erinnerten an vergessene Träume, die man nie erzählte. Ein Windstoß rüttelte die Äste draußen, doch die Eisblumen blieben stumm. Sie waren schön, streng und zerbrechlich zugleich.

Jemand lächelte im Schatten und verstand ihre Sprache. Manchmal war die Schönheit nur ein Hauch, der die Kälte erträglicher machte.

8. Verborgene Tür

Hinter der Tür hörte man Schritte, die nie die Wohnung verlassen. Sie kamen näher, verschwanden wieder, als hätte jemand das Spiel der Welt beobachtet. Ein Schlüssel steckte lose im Schloss, drehte sich, ohne dass eine Hand ihn berührte. Der Boden knarrte, alte Teppiche erzählten Geschichten von längst vergangenen Tagen. Die Luft war feucht und duftete nach altem Holz. Ein Schatten schob sich über die Wand, folgte den Geräuschen.

Und dann war es still. Die Tür blieb halb geöffnet, ein Rätsel für den, der es wagte, hineinzugucken. Manchmal ist das Verborgene näher, als man denkt.

9. Geheime Botschaft

Ein Brief lag im Schnee, geschrieben mit unsichtbarer Tinte. Niemand bemerkte ihn, doch seine Worte flüsterten durch die Nacht. „Erinnere dich“, schien er zu sagen, „vergiss nicht das Vergangene.“ Jede Zeile brannte im Herzen wie frostige Flammen. Kinder fanden ihn, doch ihre Finger sahen nichts, nur fühlten. Die Botschaft wog schwerer als jedes Buch, schwerer als die Stille. Am Morgen war der Schnee weg, der Brief verschwunden, doch die Erinnerung

blieb, unsichtbar und doch unvergesslich. Manchmal hinterlässt die Welt Zeichen, die nur die Mutigen sehen.

10. Der verlorene Stern

Ein Stern fiel in der Nacht, doch verschwand er nicht. Er blieb hängen in einem alten Kirchturm, flackernd und still. Die Glocken schliefen, die Bäume sahen zu. Niemand wusste, wie er dort gelandet war. Ein Mädchen fand ihn, die Finger zitterten, als sie ihn berührte. Er schimmerte, kalt wie Eis, warm wie Erinnerung. Die Stadt draußen schlief, nichts ahnend von diesem Licht.

Und doch, in der Dunkelheit, begann Hoffnung zu glimmen. Manchmal fällt das Himmelslicht nicht auf Erde, sondern auf Herzen.

11. Schattenspiele

Zwei Gestalten tanzten allein, begleitet vom Mondlicht. Ihre Bewegungen waren flüssig, fast zu schön, um menschlich zu sein. Niemand sah sie, nur die Schatten, die sich auf die Wände legten. Sie lachten leise, als ob die Welt ihnen gehörte. Der Schnee reflektierte ihre Silhouetten, zitternd, lebendig. Ein alter Hund knurrte im Traum, ein Hauch von Erinnerung. Die Nacht selbst schien zu atmen, mit jedem Schritt der Gestalten.

Dann verschwanden sie, zurückgelassen nur das Flüstern der Blätter. Schatten bleiben oft länger als Körper.

12. Tannenduft

Alte Tannen flüsterten von vergangenen Festen. Ihre Nadeln trugen Geschichten von Freude, von Trauer, von Lachen, das niemand mehr hörte. Ein Mädchen streifte durch den Wald, die Hände an der Rinde. Der Duft stieg auf, schwer und süß, wie Erinnerung an Kindheitstage. Es war Winter, doch warm in ihrer Brust. Die Bäume beugten sich, als wollten sie ihr Geheimnis preisgeben. Ein Windstoß trug lose Nadeln, die wie winzige Botschaften fielen.

Sie sammelte sie, ehrfürchtig, und fühlte sich verbunden mit allem, was war. Der Wald atmete, und sie atmete zurück, eins mit der Zeit.

13. Die einsame Glocke

Eine Kirchenglocke schlug mitten in der Nacht. Ihre Klänge hallten durch die leeren Straßen, schwer und klar. Niemand war wach, niemand lauschte, doch sie klang unermüdlich. Jede Schwingung erzählte von Freude und Verlust. Ein alter Mann stand im Fenster, die Hände über den Mund gelegt. Die Glocke sprach zu ihm, in einer Sprache, die er einst gekannt hatte. Dann verstummte sie plötzlich, wie ein Herz, das aufhört zu schlagen.

Stille breitete sich aus, nur der Atem blieb, laut in der Einsamkeit. Manchmal reden Dinge, wenn niemand zuhört.

14. Schuhspuren

Fremde Spuren im Schnee führten ins Nirgendwo. Keiner wusste, wer sie hinterlassen hatte, oder wohin sie wollten. Sie begannen am Dorf, verschwanden hinter Hügeln und alten Mauern. Kinder liefen ihnen nach, die Herzen schwer und neugierig zugleich. Jeder Schritt war ein Rätsel, jede Kurve ein Versprechen. Die Spuren endeten abrupt, als hätte jemand die Welt neu gezeichnet. Die Neugier verblasste, doch die Frage blieb: Wer war hier?

Ein kalter Wind verwehte alles, nur das Staunen blieb. Manchmal sind Wege wichtiger als das Ziel.

15. Alte Lichter

Kerzen in leeren Fenstern flackerten wie Erinnerungen. Niemand war zu Hause, doch das Licht lebte weiter. Ein Mädchen ging vorbei, hielt inne, spürte den Atem der Vergangenheit. Jedes Flackern erzählte von Lachen, Tränen und stillen Momenten. Der Wind draußen war schneidend, doch die Wärme blieb drinnen. Sie wünschte sich, die Fenster könnten sprechen. Vielleicht taten sie es, auf ihre stille Art. Als sie weiterging, blieb ein Funken Licht hinter ihr.

Manchmal sind Geschichten nur sichtbar für die, die genau hinsehen.

16. Der weiße Schleier

Nebel legte sich über die Stadt, deckte alles zu. Die Straßen verschwanden, die Häuser verwandelten sich in Schatten. Nur Schritte hallten leise, wie von Geistern vergangener Tage. Ein Mann wanderte, verfolgt von Erinnerungen, die niemand mehr rief. Die Welt war still, umhüllt von weißem Schleier, weich wie Trauer. Er atmete, und jeder Atemzug hinterließ Spuren im Frost. Der Nebel war kein Hindernis, sondern ein Freund, der alles veränderte.

Er verschwand in der Dämmerung, nur der Schleier blieb zurück. Manchmal schützt das Unsichtbare vor dem, was zu viel wäre.

17. Wintervogel

Ein einzelner Vogel sang eine Melodie, die niemand kannte. Sein Gesang war kalt, klar, wie Eis auf Fensterscheiben. Die Tiere hörten, hielten inne, lauschten. Menschen bemerkten nur die Stille danach. Ein Mädchen stellte sich unter den Ast, lauschte und erkannte alte Geschichten. Die Stimme des Vogels erinnerte an verlorene Wege, an Türen, die sich nie öffneten. Die Kälte schien weniger scharf, das Herz weniger schwer.

Dann flog er weiter, verschwand im Nebel, doch die Melodie blieb. Manchmal singen nur diejenigen, die niemand sieht, die tiefsten Wahrheiten.

18. Schlittenfahrt

Ein verlassener Schlitten bewegte sich wie von Geisterhand. Spuren im Schnee führten ins Dunkel, endeten abrupt, ohne Erklärung. Kinder starrten, zitternd vor Kälte und Aufregung. Ein leiser Wind trug leises Lachen, vergangen, doch lebendig. Der Schlitten schien Geschichten von Freude und Gefahr zu erzählen. Niemand wagte sich näher, nur die Schatten beobachteten. Dann stoppte er, als hätte er gewusst, dass man ihm folgen wollte.

Und die Nacht nahm ihn auf, als sei er nie dagewesen. Manchmal reisen Dinge, die kein Mensch lenken kann.

19. Der Klang von Papier

Alte Briefe raschelten, obwohl niemand sie berührte. Sie lagen auf einem Tisch, vergilbt, mit vergessener Tinte. Jede Zeile summte ein Lied aus längst vergangenen Tagen. Jemand trat ein, die Finger über den Seiten, lauschte. Die Worte flogen leise durch die Luft, wie Schneeflocken mit Stimme. Erinnerungen krochen in die Brust, schwer und süß zugleich. Niemand sprach, nur das Papier erzählte alles.

Als der Wind kam, wirbelten die Seiten wie kleine Tänzer. Manchmal sprechen die Dinge selbst, wenn alle anderen schweigen.

20. Schattenkinder

Kinder aus Schatten spielten im Hof. Nur bei Kerzenschein wurden sie sichtbar, sonst unsichtbar wie Gedanken. Sie lachten leise, jagten sich zwischen Bäumen, rollten durch den Schnee. Niemand konnte sie berühren, und doch spürte man ihre Freude. Ein alter Hund beobachtete, nickte, als verstehe er alles. Die Schattenkinder verschwanden, als die Kerzen erloschen. Zurück blieb nur das Echo ihres Spiels, flüchtig, flüchtiger als Atem. Die Welt war still, doch nicht leer.

Manchmal sind die unsichtbaren Begleiter die treuesten Freunde.

21. Der letzte Schnee

Schneeflocken bedeckten vergessene Schritte. Erinnerungen verwandelten sich in weichen, weißen Staub. Die Kinder des Dorfes fanden kaum Spuren der Vergangenheit. Doch wer genau hinsah, erkannte Muster, Geschichten im Schnee. Der Wind spielte mit den Resten von Gestern, sanft und unerbittlich. Ein einsames Herz lächelte, spürte den Frieden in der Stille. Der Winter hatte alles sanft zugedeckt, nur das Gefühl blieb.

Und so war der letzte Schnee zugleich Abschied und Hoffnung. Manchmal muss alles vergehen, um Platz für Neues zu schaffen.

22. Frostiger Atem

Jeder Atemzug malte vergängliche Bilder in die Luft. Gesichter, Tiere, Häuser – kurz da, dann verweht. Ein Mann stand am Fenster, beobachtete die flüchtige Kunst. Die Kälte schnitt durch die Kleider, doch er spürte nur die Schönheit. Die Nacht schien zu lachen, tanzend mit jedem Atemzug. Selbst die Sterne flackerten und spielten mit dem Frost. Alles war sichtbar und doch flüchtig, wie Träume, die man kaum versteht.

Und der Atem verschwand, hinterließ nur die Erinnerung an den Tanz. Manchmal ist Vergänglichkeit die reinste Form der Kunst.

23. Lichterkette

Lichter verbanden die Häuser, flüsterten Geschichten durch die Nacht. Sie brannten warm und leise, wie kleine Herzen aus Glas. Die Kinder standen im Fenster, Augen weit geöffnet, fasziniert. Jede Glühbirne erzählte von Freude, Liebe und Verlust. Die Straßen waren still, doch die Lichter summten ein leises Lied. Ein Windstoß brachte den Duft von Tannen und Rauch mit sich. Die Welt schien klein, verbunden, voller Geheimnisse.

Und wer hinsah, konnte verstehen, dass Licht mehr als Helligkeit ist. Manchmal leuchten kleine Dinge heller als die Sonne.

24. Heilige Nacht

Alles war still, nur die Schatten lächelten. Die Häuser schienen zu atmen, leise und zufrieden. Ein Schnee bedeckte Spuren, Erinnerungen und Sorgen. Kerzen brannten in allen Fenstern, warm, beruhigend. Die Kinder schliefen, Träume voller Licht und Schatten. Die Welt hielt den Atem an, wartete auf den Morgen. Doch in der Nacht, in jedem Atemzug, lag Frieden.

Der Winter öffnete sein Herz, still und unerbittlich. Und irgendwo, zwischen Traum und Wirklichkeit, verstand jeder: Stille ist der wahre Reichtum der Heiligen Nacht.

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Über den Autor

KatharinaK
Ich erinnere mich noch gerne meiner allerersten Zeilen - ein Schulgedicht:
Der Winter ist ein Bösewicht,
die Bäume tragen Schneegewicht,
die Stämme sind kahl
und so schwarz wie ein Pfahl,
die Felder sind weiß
und auf dem See liegt Eis.
In den seither vergangenen Jahrzehnten hat sich mein Schreibstil sicher geändert - ist erwachsen geworden -, aber die Freude am Schreiben ist ungetrübt.

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