Manchmal verschwinden Menschen einfach – oder sie tauchen an den unerwartetsten Orten wieder auf. Candy macht sich Sorgen um Phil, denn er ist spurlos weg. Doch während sie mit Freunden berät, wie sie ihn finden könnte, zeigt sich, dass die Lösung oft viel simpler ist, als man denkt – und ein bisschen Überraschung, Abenteuer und Humor gehören eben zum Leben dazu.
© 2025 Pamola Grey
Titel: Opa ist verschwunden 3
„Hei Lady, laden Sie sich doch ein paar Freunde auf eine Tasse Kaffee ein, besprechen mit denen, was Sie noch tun können. Ich melde mich bei Ihnen, sobald ich etwas weiß.“
„Danke, ja, das werd ich tun“, nimmt Candy ihre Jacke, „ist eine gute Idee.“
Drei ihrer Freunde kommen spontan, um sich mit ihr zu beratschlagen. Candy hat Kaffee gemacht, etwas Gebäck bereitgestellt.
„Das kenn ich von Phil nicht, dass er so mir nichts dir nichts weg ist, nichts hinterlässt, wo er zu erreichen ist, keine
Nachricht, nichts“, grübelt Freundin Mary, mit der Candy sich am besten versteht, „und du hast keine Ahnung, keinen Anhaltspunkt, wo er sein könnte?“
„Nein, nichts, absolut nichts“, schüttelt Candy den Kopf, „ich hab nur gesehen, dass er den Roller gerichtet hat, die BMW weg ist.“
„Hmm, wenn etwas passiert wäre, dann hätte die Polizei längst Bescheid gegeben“, bemerkt Mary.
„Jetzt lassen wir uns erst mal die Plätzchen hier schmecken, genießen
deinen wunderbaren Kaffee“, versucht Freundin Liane Candy abzulenken.
Nach drei Stunden kommt Rudi, Lianes Mann, dazu.
„Candy, hat Phil seine BMW verkauft?“ setzt er sich an den Tisch, nimmt einen Keks.
„Ich hab keine Ahnung, weiß nur, dass sie nicht in der Garage steht, Phil seit gestern Nachmittag weg ist, niemand weiß, was los ist.“
„Ich hab die BMW bei Matze in der Ausstellung gesehen, gefragt, ob er jetzt
auch BMW-Motorräder verkauft. Matze hat erzählt, Phil hat sie gegen eine Harley in Zahlung gegeben, ist gestern Nachmittag in Richtung alte Bundesstraße gefahren.“
„Eine Harley?“ sieht Candy Rudi erstaunt an. „Und er gibt seine BMW in Zahlung?“
„Ja, von einer Harley schwärmt Phil doch schon ewig. Vielleicht hat er bei Matze eine günstige gefunden, ist mit ihr unterwegs, hat die Zeit vergessen.“
„Ja, schön und gut“, stimmt Candy zu, „aber warum gibt er mir dann nicht
Bescheid?“
„Denke, das wird er dir sicher gleich selbst sagen“, deutet Rudi in die Zufahrt, „das ist unverkennbar eine Harley.“
Tatsächlich kommt Phil mit seiner Harley die Einfahrt rauf gefahren. Candy stürmt auf ihn zu, trommelt mit den Fäusten gegen seine Brust.
„Hei, wo warst du denn... ich hab mir solche Sorgen gemacht...“
„Dass ich mir eine Harley gekauft hab, siehst du ja ... hmmm ... und wo ich war, müsstest du eigentlich wissen. Hab dir
’ne SMS geschickt.“
„Ich hab keine SMS bekommen“, trommelt Candy weiter.
„Na, dann lass uns erst mal ’ne Tasse Kaffee trinken, dann erklär ich dir alles“, nimmt Phil seinen Helm ab, zieht Jacke und Stiefel aus.