der weckmann
Der Weckmann - Er lächelt noch, als die Dämmerung ihn findet. Goldene Haut, spröde vom Ofenfeuer, die Rosinenaugen längst zu Asche gebrannt. Die Kinderhände greifen nach ihm, reißen ihn entzwei, als wäre er nie lebendig gewesen.
Doch im Rauch des Backhauses flüstert etwas Altes. Ein Atem aus Korn und Kälte, der den Weckmann einst formte – nicht zum Naschen, sondern zum Gedenken. An das, was starb, um Leben zu schenken.
Ein Riss zieht sich durch den süßen Leib, und für einen Herzschlag lang scheint er zu lächeln. Nicht aus Güte – aus Erinnerung.