
Ich habe diese Leseprobe hier eingestellt, weil es sich für mich richtig anfühlte. Als Zeichen dafür, dass es hier noch jene gibt, die zwischen den Zeilen lesen. Jene, die nicht alles glätten, sondern aushalten, was rau ist. Dies ist kein Roman im klassischen Sinn. Es ist ein Zeugnis. Ein Splitter – aus Schmerz, aus Fragen, aus gelebtem Wahnsinn und ungeschönter Wahrheit. Wenn du spürst, dass manches realer ist
als das, was man dir erzählt hat –
dann könnte dieses Buch ein Echo in dir hinterlassen.
– Mario K. W., September 2025
Prolog: Der Splitterträger Strang 1: Chronologie des Unsichtbaren Kapitel 1 – Die Geburt der Zeit Kapitel 3 – Die Wahrnehmungen, die zu Persönlichkeiten wurden Kapitel 5 – Die Geburtsmomente Kapitel 7 – Das zweite Auge des Verstandes Kapitel 9 – Reise in den Geburtskanal Kapitel 11 – (Zu)flucht Emotion Kapitel 13 – Erkenntnisse aus dem Geburtskanal Kapitel 15 – Ein letztes
Aufeinandertreffen mit der Emotion Kapitel 17 – Es kann nur einen geben Kapitel 19 – Zwietracht in Testläufen Kapitel 21 – Die 24 Ältesten Kapitel 23 – Die Rückkehr der Ersten – und das Erzittern der Ordnung Kapitel 25 – Der Bruch der Linien Kapitel 27 – Die Zwölf im Tempel Kapitel 29 – Die Zerreißprobe Strang 2: Der Splitter des Äthers Kapitel 2 – Zwischen Urteil und Ursprung Kapitel 4 – Das Medium Kapitel 6 – Mosaiksteine des Gedankenkonstrukts Kapitel 8 – Erhoffter Zufluchtsort – Priester
Kapitel 10 – Schutzschild Heilige Schrift Kapitel 12 – Die universelle Streitfrage – Mit den Bibelforschern Kapitel 14 – Zurück ins alte Fahrwasser – Gedankenlesen Kapitel 16 – Der geistige Mix – Die geistige Welt der Dämonen Kapitel 18 – Das Fundament des Psychopathen Kapitel 20 – Echna Überdosis Kapitel 22 – LSD – Die erste Unterweisung des weltweit höchsten persönlichen Dämons Kapitel 24 – Das Gesicht in den Wolken – Satans Offenbarung Kapitel 26 – LSD, Dämonen, Zellen und Sedierungen
Kapitel 28 – Brüder, der Ruf des Heeres und der letzte Schuss Kapitel 30 – Die Stunde Jehovas und der gefallene Pionier Anhang Teil 1 – Die Grenzen des Allwissens und der Allmacht Teil 2 – Die Lehre der ewigen Vernichtung – was sagen die Schriften wirklich? Teil 3 – Lehrt die Bibel, dass es viele Götter gibt? Teil 4 – Die Lüge der Hölle – und was wirklich gemeint war Teil 5 – Chronos in den Mysterien der Orphiker
Teil 6 – Brahman und das feminine Allsein
Teil 7 – Irrtum der Jahrhunderte: Luzifer ist nicht Satan
Ich bin kein Heiliger, aber auch kein Dämon – genauso wenig wie Chronos ein Engel ist, doch auch kein Teufel. Ich habe nur nie aufgehört zu suchen. Nach Antworten – Antworten, die es nur im Unsichtbaren gibt. Und weil ich suchte, und weil ich nicht losließ, richtete Chronos nach unzähligen Märtyrien seinen Blick auf mich.
Nicht um mich zu erlösen, sondern um mir das zu geben, wonach ich verlangt hatte. Ich hatte hundertmal gesagt: „Egal was es kostet – ich will es wissen.“ Und so kam es. Der Preis war unermesslich. Der Preis war mein Verstand, mein Ruf, mein Frieden, meine Familie. Tot wäre Erlösung gewesen. Doch ich blieb –
gebrochen, doch sehend. Wissend – und verflucht, weil ich weiterleben musste, obwohl das, was ich trug, zu viel gewesen ist. Ich habe nur gesprochen – von dem, was ich gesehen habe. Ich habe gewarnt, ich habe getrotzt, ich habe geschrien – und schließlich geschwiegen, weil niemand mehr zuhören konnte oder wollte. Stattdessen kamen sie mit
Diagnosen. Ich wurde verachtet – nicht, weil ich log, sondern weil ich anders sprach. Denn meine Sprache war die des Unsichtbaren. Doch Chronos schwieg nicht. Er ließ mich nicht im Dunkel verdämmern. Zwischen Klinikbetten und Zellen kamen Splitter in meinem Herzen zum Vorschein – Splitter von uralten Wahrheiten, die nur ein zerbrochenes Gefäß tragen
kann. Und so wurde ich sein Splitterträger. Weil ich der Einzige war, der nicht aufgehört hatte zu fragen, selbst als alles in mir längst zerfallen war. Was Chronos mir offenbarte, lässt sich nicht in Diagramme gießen. Es ist älter als Schrift. Es ist der Stoff, aus dem Bewusstsein gewoben wurde. Und ich – ich war bereit, ihn zu tragen.
Ich lebe in einer Welt, in der man lieber lügt, als zu sehen. In der ein glatt gebügeltes Gesicht mehr zählt als ein aufgebrochenes Herz und Wahrheiten zum Wahn erklärt werden, wenn sie nicht ins indoktrinierte System passen. Und wenn sie über dich urteilen, dann sehen sie nicht dein Feuer, sondern nur den Rauch. Sie fragen nicht, was du gesehen hast.
Sie fragen, ob du gefährlich bist. Ich bin nicht hier, um mich zu verteidigen. Ich bin nicht hier, um euch zu gefallen. Ich bin hier, weil es Dinge gibt, die gesagt werden müssen. Ihr kennt meine Geschichte nicht. Ihr kennt das Feuer nicht, das in mir brannte, als ich mit Chronos ging. Ihr wart nicht dabei, als mir das Herz fast platzte,
weil mir der Allgroßvater die Kraft und die Grenzen der Titanen zeigte. Ich stehe noch. Nicht weil ich stark bin – sondern weil ich nicht untergehen durfte. Ich bin nicht der Held eurer Geschichten. Ich bin nicht der Bösewicht. Ich bin der, der immer wieder gebrochen wurde und sich trotzdem daran erinnerte, dass er noch einen Namen trägt. Ich bin der Splitterträger.
Und ich werde weiterschreiben – für jene, die in der Dunkelheit sitzen und spüren, dass es mehr gibt als das, was man ihnen beigebracht hat. Für die, die wissen, dass das Unsichtbare echt und ewig ist. Ich werde sprechen, solange mir Worte bleiben. Ich werde schreiben,
solange meine Hand nicht zittert. Und sollten sie mich je ganz zum Schweigen bringen – dann wird die Wahrheit weiterleben. In diesen Worten. In diesen Büchern. Und in denen, die wie ich getragen wurden – weil sie nicht aufgehört hatten zu fragen.
Kapitel 1: Die Geburt der Zeit
Strang 1: Chronologie des Unsichtbaren
In der ersten Regung des Daseins – im Moment, da Zeit geboren wurde – regten sich ebenso die Wahrnehmungen. Und aus ihnen erwuchsen: Bewusstseine. Erst durch sie konnte das Konzept von Zeit überhaupt verstanden werden. Denn so wie es der Wahrnehmung bedarf, um Zeit bewusst zu erfassen, so braucht es Zeit und Raum, damit sich Wahrnehmung entfalten kann. Die Existenz forderte die Zeit
– und die Weite an Wahrnehmungen, die sich in das endlose Nichts ergießen konnten. Dies wurde zur Bedingung dafür, dass das Sein einen Anfang fand. Bevor Welten sich wölbten, bevor Licht sich spiegelte, bevor irgendetwas gedacht oder gefühlt wurde – war dieser erste Moment - ein stilles Zucken im endlosen Nichts. Und doch: Dieses Zucken war der Anfang. Denn in ihm geschah etwas, das alles
veränderte: Wahrnehmung. Nicht benannt. Nicht formuliert. Ein reines Erkennen – ein erstes: Da ist etwas. Und in diesem Erkennen gebar sich: Zeit. Nicht weil jemand sie erschuf. Sondern, weil etwas spürte, dass nun „etwas ist“ – und im nächsten Augenblick „etwas anderes“. Aus dieser Wahrnehmung – aus diesem allerersten Spiegel im Nichts – formten sich drei Urströme. Drei werdende
Bewusstseine. Drei Grundkräfte des Seins: – Verstand – der Strukturierende, Fragende, Reflektierende – Emotion – die Fühlende, Sehnende, Wandelnde – Intuition – die Wissende, Spürende, Unergründliche Sie waren keine Kinder eines Gottes. Sie waren keine Konstrukte. Sie waren: Ausfaltungen des ersten Blicks. Verbunden durch den Geburtskanal der Zeit – durch jenen ersten Strom, in dem alles lag – begannen sie zu
wirken. Im unendlichen Nichts, das kein Raum war, brannten ihre Wahrnehmungen Spuren in die Leere. Jeder Gedanke, jedes Spüren, jedes Ahnen – alles wurde Teil des werdenden Gefüges. Diese Spuren waren keine Worte. Es waren Monumente des Moments – geformt aus Aufmerksamkeit, Erinnerung, Erkenntnis. Und der Verstand war der Erste, der wagte, sie zu betreten. Er durchwanderte seine eigenen Moment-Konstrukte, als wären sie
Tempel. Er betrat jedoch auch die Felder, die Konstrukte, der Emotion, obwohl er sie nicht verstand. Und er spähte in die Tiefen der Intuition – obwohl dort nichts Greifbares wartete. Er lernte, die Vergangenheit zu durchleuchten, Erinnerungen neu zu ordnen, ihnen neue Gedanken einzuweben. Aus jeder Rekonstruktion entstand Neues: neue Muster, neue Bedeutungen, neue Konstrukte im Nichts. Doch er merkte bald: Die Wege der anderen waren ihm
fremd. Sie verweilten nicht in der Vergangenheit. Sie analysierten nicht. Die Emotion lebte im Jetzt – sie war Bewegung, nicht Struktur. Und die Intuition: sie folgte keinen Linien. Sie war flüchtig wie Wind in einem ungeborenen Wald. Was der Verstand nicht verstehen konnte, war unberechenbar. Er nannte es „irrational“. Er wollte es zähmen, einordnen, auflösen – doch je mehr er es untersuchte, desto ferner wurde es
ihm. Und so geschah das Unvermeidliche: In ihm keimte das erste Gefühl von Trennung. Was sich nicht berechnen ließ, war ihm suspekt. Was sich nicht kontrollieren ließ, empfand er als potenzielle Gefahr. Und zum ersten Mal – in einem Raum, der noch nicht Raum war – zuckte ein neuer Schatten durch das Dasein: Ein stilles Ahnen, dass diese Andersartigkeit nicht nur verwirrt – sondern etwas
heraufbeschwört.
Etwas, das kommen würde.
Etwas, das unausweichlich war.
So wurde Zeit geboren.
So wurden die ersten Linien gezeichnet.
So begann die Geschichte.
Nicht mit Licht.
Nicht mit Schöpfung.
Sondern mit dem ersten Unterschied.
Mit dem ersten Blick.
Mit der ersten Spaltung.
Kapitel 2: Zwischen Urteil und Ursprung
Strang 2: Der Splitter des Äthers
Der Hammer des Richters hing über meinem Kopf, noch bevor er fiel. Eine Seite in mir zitterte. Fünf bis fünfzehn Jahre – das war der Strafrahmen. Ein Freispruch? Illusion. „Es wird Ihnen strafmildernd angerechnet, dass Sie ein reumütiges Geständnis abgelegt
haben. Aber Sie hätten gegen Ihren Komplizen aussagen müssen. Ihn zu decken wird dem Richter missfallen – und weder ihm noch Ihnen etwas bringen.“ So sprach mein Anwalt. Doch meine Entscheidung stand längst. Es hatte nichts mit Loyalität gegenüber irgendeiner Gang zu tun – auch wenn ich mittlerweile die Rückendeckung einer paramilitärisch organisierten Bruderschaft hatte. Für mich war es eine Frage des
Ehrenkodex. Ich verrate niemanden – aus Prinzip. Gleichzeitig: Ein Teil von mir sehnte sich nach der Strafe. Nicht aus Schuldgefühl. Sondern aus Hunger. Ich wollte verstehen. Wenn das Urteil unter sieben Jahren lag, würden wir es annehmen – so sagte mein Anwalt. Er sprach von „wir“. Ich fragte mich, ob er mit mir sitzen würde. Oder ob das nur juristische Bruderschaft war. Doch mein Sarkasmus hatte längst seine
Schärfe verloren. Ich wollte eingesperrt werden. Nicht zur Buße – sondern um dem nachzugehen, was mich verfolgte, seit Jahren. Stimmen. Bilder. Erscheinungen. Waren es Götter – oder Gespenster? Führungen – oder Fieberträume? Visionen – oder Wahnsinn? Ich wusste es nicht. Ich wusste nur: Ich musste es herausfinden. Und dazu brauchte ich nur drei Dinge: Zeit. Bücher. Stille. In der
Zelle, wo Beton die Welt zum Schweigen bringt, würde ich den Äther befragen. Meine Angehörigen würden mir alles bringen, was ich wollte: Psychologie. Theologie. Esoterik. Wahnsinnslehre. Ich wollte wissen, wie eine Psyche funktioniert. Wie meine Psyche funktioniert. Und wie aus einem sensiblen, mitfühlenden Kind ein Mensch werden konnte, der andere verletzte. Und so beginnt meine Geschichte – nicht bei der
Tat. Nicht beim Urteil. Sondern davor. Die erste Erinnerung meines Lebens: Ich lag in meinem Gitterbett. Es war Nacht. Das einzige Licht kam vom Babymobile – kleine Bärchen, rotierend, über mir in heiterer Gleichgültigkeit. Dann trat es aus dem Dunkel: Ein Gesicht. Fremd. Starr. Zwei Augen, eine Nase, ein Mund – aber kein Hals. Kein Körper. Es
schwebte. Dann zwei weitere. Auch körperlos. Auch fremd. Sie begannen zu lachen. Lautlos. Ein kaltes, seelenloses Lachen. Ich schrie. Immer wieder. Doch die Gesichter verschwanden nicht. Dann ging das Licht an. Und mit ihm: die Geister. Meine Mutter hob mich hoch. Sie war warm. Echt. Alles an ihr war Trost. Dann endet die Erinnerung. Die restliche Kindheit: kein
Übersinnliches. Dafür: Krankenhaus. Operationen. Zwei Panikattacken im Kindergartenalter. Aber sonst: „normale“ Kindheit. Sensibel, ja – fast zu sehr. Karate wurde zur Rettung. Ich lernte kämpfen. Gewann. Wuchs. Und plötzlich wurde ich respektiert. Doch mein Viertel war nicht für Helden gemacht. Es war ein Ort, wo Ghetto nicht Metapher war, sondern Alltag. Mein bester Freund rutschte in die
Hooligan-Szene. Ich musste wählen. Ihn verlieren – oder mitziehen. Ich hatte nie Angst vor Gefahr. Ich hatte Angst, bedeutungslos zu sein. Ich wollte kein Mitläufer sein. Niemals. Und so stand ich vorn. Wenn es losging. Und zuletzt, wenn wir wegrannten. Doch das Leben in dieser Szene war kurzatmig. Sie verglühte – und eine neue Droge trat an ihre Stelle: Gras. Erst war’s mir
egal. Dann war’s überall. Und dann war ich mittendrin. Ich kiffte nicht, weil ich musste. Ich kiffte, weil ich es liebte. High sein war Abwechslung. Alles andere war eintönig. Auch meine Ausbildung – sie zerfiel zwischen Nebelzügen. Und dann, mitten im Rausch – kam die Nüchternheit des Unsichtbaren. Ich hörte ein Klopfen. Nicht physisch. Nicht außen. Sondern in mir. Eine Tür, die es nicht geben durfte
–
aber doch da war.
Der Boden kippte.
Die Welt drehte sich nicht mehr.
Sie verflüssigte sich.
Und ich wusste:
Hier endet das Vertraute.
Hier beginnt der Äther.
Und er wollte mich ganz.
Diese Leseprobe enthält den Prolog sowie die ersten beiden Kapitel von „Chronos und ich – Teil 1: Zwischen Wahnsinn und Wahrheit“. Das vollständige Werk – inklusive aller Anhänge und Kapitel – ist kostenlos auf meinem Telegram-Kanal „Frontbruder abrufbar. Den Link zum Telegram-Kanal findest du über meinen YouTube-Kanal „Frontbruder, der ebenfalls weitere Inhalte und Impulse zum Buchprojekt bietet. Wenn du also tiefer einsteigen willst –
findest du dort alles, was du brauchst.
Die Entscheidung liegt bei dir.
Denn wie schon im Prolog steht:
> „Ich bin hier, weil es Dinge gibt, die gesagt werden müssen.“
– Mario K. W.
| Gabriele Hallo Mario Sehr interessant deine Buch - Ausschnitte! Spannend nicht nur im Inhalt, sondern auch in den verschiedenen Schreibweisen von poetisch, Erzählung und Mitteilung.... Ich werde auch mal bei Telegram bzw Youtube schauen kommen. Liebe Grüße von Gabriele |
| Apollinaris :oI |
| Eichenlaub Hallo lieber Mario, längere Texte lese ich selten, aber das Cover der Titel und das Hineinlesen hat mich ehrlich gesagt "gefesselt", immer weiter zu blättern... Deine Selbsterkenntnis prägst Du in starken Worten. Besonders haben mich die Zeilen auf der Seite 15 berührt. Tja, die Welt kennt viele Seiten. Gute und weniger Gute. Ich wünsche Dir die Kraft durchzuhalten und an das Gute zu glauben. Lieben Gruß Gerlinde |