Kurzgeschichte
Ich denke oft an Dich - Marie - Rd zur SP 88

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"Wo du auch jetzt auch immer bist."
Veröffentlicht am 06. Februar 2021, 6 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Ich liebe das Leben, diskutiere gern und mache gern Spaß. Respekt und Ehrlichkeit sind mir wichtig. Mein Buch "Die Liebe trifft das Leben" ist am 6.2.15 erschienen.
Wo du auch jetzt auch immer bist.

Ich denke oft an Dich - Marie - Rd zur SP 88

Ich denke oft an dich - Marie

SP 88 - Hauptbeitrag


Vorgaben: Sonne, Rabenaas, Priester, Fagott, Durchreiche, Klingelstreich, Zuckerstreusel, Fangopackung.











Ich denke oft an dich - Marie


Meine Freundin Marie war ein zauberhaftes, aber schüchternes Mädchen. Wir kannten uns aus der Schule. Sie erzählte mir gern von ihren Träumen, einmal die Welt zu bereisen, von einem Ort zum anderen zu tingeln und sich einfach davonzu- stehlen.


Jahre später, unser Kontakt war nach meiner Hochzeit abgerissen, erfuhr ich, dass sie in die Großstadt gezogen und

dort in Bahnhofsnähe abgestiegen sei. Dem Gerede nach arbeitete Marie offiziell in einem Sonnenstudio, aber

ihre Haupteinnahmen erzielte sie als Prostituierte. Für mich war das völlig abwegig. Mir kamen Sätze zu Ohren, wie: "Sie verdiene sich an der Durchreiche der Gefühle, sei wohl so eine Art Fangopackung für die Seele."

Das war vollkommen absurd und jeder, der dermaßen abfällig von ihr redete, war in meinen Augen ein Rabenaas, welches sich auf ihre Kosten wichtig zu machen versuchte.


Nein, in meiner Erinnerung war Marie ein Mensch, bei dem man nicht nur kurz einen Klingelstreich machte, sondern ganz im Gegenteil, jeder wollte sie kennenlernen.

Marie, der Zuckerstreusel auf dem Kuchen, ist und bleibt für mich etwas Besonderes. Sie wäre in einem Orchester zwar nicht die Oboe, die den Ton angibt, aber das zauberhafte Fagott, welches die Zuhörer begeistert. Und nun sollte sie für einen Zuhälter anschaffen? Meine Freundin würde nie als Angebetete mit ihrem Auserwählten von einem Priester getraut? Unvorstellbar!

Nun hat sie sich also wirklich einfach davongestohlen, dachte ich auch, als ich eines Tages zu ihrer Beisetzung gebeten wurde. Einer der Geladenen meinte zu mir: "Sie wird gerade noch einmal aufgebahrt, um ihr Lebewohl

zu sagen. Wer möchte, kann sie jetzt ein letztes Mal sehen." Ich nickte und folgte ihm schweren Herzens in die Kapelle. Wir standen an der Bahre. Keiner der Anwesenden sprach. Der Totengräber öffnete den Sarg - er war leer.

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Darkjuls
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baesta Eine recht gut erzählte Geschichte, allerdings fehlt auch mir ein wenig der Übergang am Schluss.

LG Bärbel
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Darkjuls Danke Bärbel. LG Marina
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Poesiefluegel Hey, bei dir ist Marie auch eine Schulfreundin schön. Ihre Tätigkeit und die die Beschreibung deiner Gefühle fand ich gut. Leider kam der Tod für mich nicht schlüssig. Drücke trotzdem die Daumen. LG Grit
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Darkjuls Danke schön Grit, liebe Grüße auch von mir. Marina
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AngiePfeiffer Die Geschichte einer Freundschaft. Das Thema hast Du super umgesetzt.
LG
Angie
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Darkjuls Danke sehr, sei gegrüßt von mir, Marina.
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derdilettant Die Geschichte gefällt mir und ich kann alles gut nachvollziehen.

LG

D.
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Darkjuls Danke sagt Marina.
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KaraList Erinnerungen an Marie, die mit dem gegenwärtigen Leben der Protagonistin wenig gemeinsam haben. Bis dahin nachvollziehbar. Mir geht es wie Günter - ich kann in dem letzten Satz auch keine Verbindung zum vorherigen Geschehen herstellen, liebe Marina.
Jetzt muss ich mal nach der anderen Geschichte suchen. :-)
LG
Kara

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Darkjuls Danke schön Kara, sei lieb gegrüßt von mir. Marina
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