Humor & Satire
HOCH LEBE DIE EHE - Ein Akrostichon in Sonett-Form (Beitrag für SP84)

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"HOCH LEBE DIE EHE - Ein Akrostichon in Sonett-Form (Beitrag für SP84)"
Veröffentlicht am 17. April 2020, 8 Seiten
Kategorie Humor & Satire
© Umschlag Bildmaterial: gute-reden.org
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Über den Autor:

"Friedemann" ist nur mein Vorname, für meinen Nachnamen "Kriegsfuß" reichte (aufgrund der von myStorys vorgegebenen Obergrenze von 14 Zeichen) leider der Platz nicht mehr. Mein Name besagt, dass ich im Grunde ein sehr friedliebender Mensch bin, der aber verbalen Auseinandersetzungen nicht grundsätzlich aus dem Weg geht. Diese sind gelegentlich die Folge von satirischen Texten, für die ich schon seit meiner Schulzeit (als noch Lehrer und ...
HOCH LEBE DIE EHE - Ein Akrostichon in Sonett-Form (Beitrag für SP84)

HOCH LEBE DIE EHE - Ein Akrostichon in Sonett-Form (Beitrag für SP84)


Vorwort (muss nicht gelesen werden): Ein Akrostichon ist ein Gedicht (meist in Versform), bei dem die Anfänge von Wort- oder Versfolgen (Buchstaben bei Wortfolgen oder Wörter bei Versfolgen, auch Anfangssilben) hintereinander gelesen einen eigenen Sinn, beispielsweise einen Namen oder einen Satz, ergeben. Die deutsche Bezeichnung für diese literarische Form ist Leistenvers oder Leistengedicht (lt. Wikipedia). Das Sonett ist eine Gedichtform, die aus 14 metrisch gegliederten Verszeilen besteht, die in der (italienischen) Originalform in vier kurze Strophen eingeteilt sind: zwei Quartette und zwei sich daran anschließende Terzette. Die einzelnen Verse (Zeilen) dieses Sonetts sind Elfsilbler mit meist weiblicher Kadenz (lt.

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Wikipedia). Dem entspricht im Deutschen der jambische Fünfheber, dessen Kadenz weiblich (11 Silben) oder männlich (10 Silben) sein kann. Er gilt in Deutschland seit A. W. Schlegel als Idealform mit männlicher (stumpfer) oder weiblicher (klingender) Kadenz und dem Reimschema [abba abba cdc dcd] oder [abba abba cde cde]. Letzteres wurde dem nachfolgendem Sonett zugrunde gelegt, dort allerdings als Zehnsilbler mit trochäischem Fünfheber und weiblicher Kadenz (und damit insgesamt 10 Silben pro Zeile). Die Schreibparty 84 steht unter dem Motto "Redensarten, Sprichwörter." Die hier verwendete Redewendung befindet sich in kursiver Schrift am Endes des Sonetts.





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HOCH LEBE DIE EHE


Heiratswut befällt - wie stets auf Erden - Ohne Zweifel vorneweg die Frauen: Christenkirchlich lassen sie sich trauen. Hinterher erst darf begattet werden. Liebe, wie die Männer sie begehrten, Ernten sie als Lohn fürs Häusle-Bauen. Bald jedoch gab's schon im Morgengrauen Ehezwiste, die Verdruss bescherten. Der Verdruss gedieh im Lauf der Jahre, Immer klarer wurde das Laudanum: Ehe heißt – so steht's inzwischen fest – Errare Humanum Est!

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Nachwort (muss nicht gelesen werden): Aus der Lektüre des letzten Verses könnte (fälschlicherweise) gefolgert werden, dass der Begriff „Ehe“ der lateinischen Redewendung „Errare Humanum Est“ („Irren ist menschlich“) entnommen wurde: Wenn beispielsweise den Mönchen oder sonstigen Kirchenmännern – die ja meist als Einzige der lateinischen Sprache mächtig waren – vorgehalten werden musste, dass sie sich auf dem Irrweg befinden, wenn sie eine Frau heiraten. Eine weiteres Argument hierfür wäre noch das Faktum, dass „Errare Humanum Est“ nur die halbe Redewendung ist. Im Original lautet sie nämlich „Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum“, was wie folgt übersetzt wird: „Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.“ Was also bedeuten würde, dass heiratswilligen Mönchen mit dem Teufel gedroht wird!

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Über den Autor

Friedemann
"Friedemann" ist nur mein Vorname, für meinen Nachnamen "Kriegsfuß" reichte (aufgrund der von myStorys vorgegebenen Obergrenze von 14 Zeichen) leider der Platz nicht mehr. Mein Name besagt, dass ich im Grunde ein sehr friedliebender Mensch bin, der aber verbalen Auseinandersetzungen nicht grundsätzlich aus dem Weg geht. Diese sind gelegentlich die Folge von satirischen Texten, für die ich schon seit meiner Schulzeit (als noch Lehrer und Mitschüler ihre Opfer waren) eine Vorliebe habe. Gemäß meinem Motto - Humor ist das Knopfloch, mit dem wir verhindern können, dass uns der Kragen platzt - kommt hierbei allerdings der Humor (meistens) nicht zu kurz.

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Enya2853 Herrlich, lieber Friedemann, ich bin sehr beeindruckt, wie du hier Akrostichon mit Sonett verknüpft hast. Zudem ist dein Text auch inhaltlich sehr gelungen, satirisch, leicht bissig, mit einer doch zeitweise wahren Quintessenz. Chapeau.
Liebe Grüße
Enya
Vor langer Zeit - Antworten
Friedemann 
Vielen herzlichen Dank, liebe Enya,
für Dein dickes und schön behütetes Lob, und für Dein dickes Geschenkpaket noch dazu. Schön auch, dass Du dieses Büchlein ausgegraben und mich zum Grinsen gebracht hast. Auch zum Glück, dass es meine Frau noch nicht gefunden hat

Liebe Grüße,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
AnneSchrettler 
Super, dein Akrostichon, lieber Friedemann.
Deine Dichtkunst bewundere ich sehr!

Lieber Gruß,
Anne
Vor langer Zeit - Antworten
Friedemann 
Liebe Anne,
herzlichen Dank für Dein lobendes Wort, das ich Dir gerne und aus gutem Grund zurückspiegele, da Dein Akrostichon „Wiege der Liebe“ sowohl von der perfekten Form als auch vom liebenswerten Inhalt noch bewundernswerter ist: Auch weil Dein Liebesbrief die Liebe positiv im Entstehen beschreibt, während sich mein Akrostichon - der Altersweisheit angemessen - satirisch mit späteren Liebesjahren befasst; wobei allerdings ein gelungener Reim Vortritt vor der Wahrheit hat.

Liebe Grüße und Dankeschön auch für den Favoriten,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
baesta Das haste wieder toll gemacht,
und ich habe laut gelacht.
Ja, ich sags ja immer: Lieber arm dran und das mit Weib,
als Arm ab und vor der verschlossenen Bierflasche verdurstet.

Liebe Grüße
Bärbel
Vor langer Zeit - Antworten
Friedemann 
….. und ich habe (etwas leiser) gelacht, liebe Bärbel,
über Dein „lieber Arm dran als arm dran“ (etwas leiser, weil bald Mitternacht ist).

Ich bedanke mich herzlich für Dein Lob und Deinen gutgefüllten Geschenkkorb.
Liebe Grüße und gute Nacht,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste Da könnte man sagen: Abyssus abyssum advocat, wenn nicht sogar der modus operandi in Richtung ad absurdum geht.
Drum prüfe, bevor man sich ewig bindet, ob sich nicht noch etwas Bessres findet.
Herzlich
Günter
Vor langer Zeit - Antworten
Friedemann 
Hallo Günter,
diese Prüfung vor der ewigen Bindung nannte sich früher Verlobung und ist anscheinend aus der Mode gekommen (wir haben zumindest schon lange nichts mehr davon gehört). Damals nannte man diesen Vorgang auch „Sicherstellen und Weitersuchen.“ Wenn sich diese Wahl auch nach der Hochzeit noch als Fehlgriff herausstellte, bestätigte sich Dein erstes Zitat: Der erste Fehler zog einen Zweiten nach sich.

Liebe Grüße und herzlichen Dank auch für Deine Zitate und Dein umfangreiches Geschenkpaket,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
Bleistift 
"HOCH LEBE DIE EHE"
Dazu möchte ich Dir mit Kurt Tucholsky antworten:

Der olle Mann denkt so zurück:
Wat hat er nu von seinen Jlück?
Die Ehe war zum jrößten Teile
vabrühte Milch un Langeweile.
Und darum wird beim happy end
im Film jewöhnlich abjeblendt.

K.T. aus: "Zwischen gestern und morgen"...
LG
Louis :-)

Vor langer Zeit - Antworten
Friedemann 
Hallo Louis,
da hat wohl einer aus Erfahrung geschrieben (er muss sie ja nicht selbst durchlebt haben) und amüsant verreimt.

Liebe Grüße und Dankeschön für Deinen Beitrag,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
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