Humor & Satire
Wellness-Weekend

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"Wellness-Weekend"
Veröffentlicht am 28. Juni 2019, 8 Seiten
Kategorie Humor & Satire
© Umschlag Bildmaterial: Privat (unser Badezimmer)
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Über den Autor:

"Friedemann" ist nur mein Vorname, für meinen Nachnamen "Kriegsfuß" reichte (aufgrund der von myStorys vorgegebenen Obergrenze von 14 Zeichen) leider der Platz nicht mehr. Mein Name besagt, dass ich im Grunde ein sehr friedliebender Mensch bin, der aber verbalen Auseinandersetzungen nicht grundsätzlich aus dem Weg geht. Diese sind gelegentlich die Folge von satirischen Texten, für die ich schon seit meiner Schulzeit (als noch Lehrer und ...
Wellness-Weekend

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Wellness-Wochenende


Wie schön, mal wieder abzuschalten! Sie gönnt sich dies von Zeit zu Zeit um ihre Sinne zu entfalten - es wurde zur Gepflogenheit. Als Erstanwendung wählt sie heute ein Moorbad, das den Leib entschlackt. Es weckt zudem die Sinnenfreude durch würzigen Natur-Extrakt. Betört von zauberhaften Düften nach Blüten, Tannengrün und Moos lässt sie auch ihren Geist entgiften und fühlt sich frei und schwerelos. Nachdem Verdruss und Stress verblassen kann sie - befreit vom Alltagsfrust - die Seele endlich baumeln lassen, mit auferweckter Sinneslust.

Wie schön, mal nur an sich zu denken, im Reinen mit sich selbst zu sein und sich dies stille Stündchen schenken. Zutiefst lauscht sie in sich hinein. Vergessen sind all ihre Plagen, vergessen Streit und stete Hast. Beglückt stöhnt sie mit Wohlbehagen und suhlt sich grunzend im Morast. Mit einem hellen Freudenquieken entsteigt sie bald darauf dem Schlamm und reibt mit sichtlichem Vergnügen den Leib an einem Eichenstamm. Vom Rüssel bis zum Ringelschwänzchen frottiert Frau Wildschwein sich den Pelz und twistet ein Vergnügungstänzchen. Kein Zweifel mehr: Der Sau gefällt’s!



Nachlese: Vermutlich hatte sich bereits Meister Goethe an suhlenden Wildschweinen ergötzt, bevor er in Auerbachs Keller feuchtfröhlich singen ließ: „Mir ist so kannibalisch wohl als wie fünfhundert Säuen“. Dies spiegelt das Wohlgefühl der Wildschweine wider, wenn sie sich zur Körperpflege ausgiebig in Morastlachen suhlen (u.a. in tief gefurchten Waldwegen) und sich anschließend an sogenannten Malbäumen scheuern, an denen Schlamm, Haare und Parasiten haften bleiben.



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Hörbuch

Über den Autor

Friedemann
"Friedemann" ist nur mein Vorname, für meinen Nachnamen "Kriegsfuß" reichte (aufgrund der von myStorys vorgegebenen Obergrenze von 14 Zeichen) leider der Platz nicht mehr. Mein Name besagt, dass ich im Grunde ein sehr friedliebender Mensch bin, der aber verbalen Auseinandersetzungen nicht grundsätzlich aus dem Weg geht. Diese sind gelegentlich die Folge von satirischen Texten, für die ich schon seit meiner Schulzeit (als noch Lehrer und Mitschüler ihre Opfer waren) eine Vorliebe habe. Gemäß meinem Motto - Humor ist das Knopfloch, mit dem wir verhindern können, dass uns der Kragen platzt - kommt hierbei allerdings der Humor (meistens) nicht zu kurz.

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Friedemann 
Liebe Angie,
gelegentlich gefällt auch mir das lockere und urgemütliche Schweineleben, wenn sie dürfen was sie wollen. Oft aber auch nicht (seufz).

Liebe Grüße und ein herzliches Dankeschön für Dein dickes Lob und Dein dickes Geschenkpaket,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
AngiePfeiffer Was für ein tolles Gedicht, mein Lieber!
Ich sag nur: Schwein müßte man sein!!!
Grinsegrüße
von
Angie
Vor langer Zeit - Antworten
Friedemann 
Ja, liebe Feedre,
auch das Sandbaden macht Spaß (wie auch den Vögeln), mir aber nur, wenn zum Abspülen das Meer oder eine Dusche in der Nähe ist.

Liebe Grüße und herzlichen Dank fürs Herzchen und Dein Hütchen,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
Feedre Lieber Friedemann,
dein Gedicht ist sowas von gut. Chapeau!!!!!
Ich suhle mich ab und zu gerne im Sand, lass mich eingraben und fühle mich danach "saugut"...:-))))
LgF
Vor langer Zeit - Antworten
HarryAltona - lach - Schönes Schweineleben.
lg... harryaltona
Vor langer Zeit - Antworten
Friedemann 
Hallo Harry,
ich freue mich über Dein Lachen und gehe konform mit Deiner Einschätzung zur Schönheit des (Wild-) Schweinelebens. Diesbezüglich sind die Wildschweine uns Menschen ja um etliche Jahrtausende voraus, da wir erst seit einigen Jahren die Annehmlichkeiten und die Heilsamkeit des „Waldbadens" kennen.

Lieben Gruß,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Lieber Friedemann,
wer jetzt noch behauptet, Schweine wären weder klug noch reinlich, kennt Dein Gedicht nicht ... und genießen können sie auch, diese Lüstlinge. :-)
Ich habe mich säuisch amüsiert. Dankeschön für diesen Sonntagabendspaß!
LG
Kara
Vor langer Zeit - Antworten
Friedemann 
Liebe Kara
meine Freude über Deine Amüsement und Dein Lob ist beinahe so groß wie meine Riesenfreude zugunsten des FC Bayern München, der soeben den Fußball-Europapokal und damit auch das ersehnte Triple gewann. Ein Grund mehr also, den Schampus knallen zu lassen.

Liebe Grüße und vielen Dank für den Favoriten,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
Enya2853 Herrlich, lieber Friedemann, da kann man neidisch werden.
Nicht nur das Gefühl der Wohligkeit und des Genießens sprechen aus deinen Zeilen, sondern fast eine kindliche Freude.
Mir würde es auch gefallen - wie Frau Wildschwein. Sie weiß einfach, was gutgtut.

Mit großem Vergnügen gelesen.
Lieben Gruß
Enya
Vor langer Zeit - Antworten
Friedemann 
Liebe Enya,
dass Du die Wildschweindame beneidest kann ich ja verstehen, kenne aber auch eine effektive Abhilfe: Wenn man/frau an solch einer wohlgefüllten Suhle vorbeikommt und kein Wildschwein in der Nähe ist, legt man/frau sich einfach hinein und wälzt sich ausgiebig, womit dem Neid der Boden entzogen wird. Gut möglich, dass die Anbieter von Wellness-Moorbädern ähnlich verfuhren und somit ihre Geschäftsidee von den Wildschweinen geklaut haben, als sie sahen, wie wohl sich diese beim Suhlen fühlten.

Liebe Grüße und ein herzliches Dankeschön für Dein Herzchen und Deinen Sesterzchen,
Friedemann
Vor langer Zeit - Antworten
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