Kurzgeschichte
Wo die Träume hingehen.

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""Seine Welt muss wirklich schön sein, sonst würde er schließlich zurückkommen.""
Veröffentlicht am 13. Januar 2018, 30 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Ersteinmal, hallo ihr Menschen da draußen! :) Ich schreibe seit ungewisser Zeit meine kreativen Ideen in Form von Geschichten, kurzen Abhandlungen über fiktive Personen und Orte, auf. Dabei versuche ich, wenn möglich, auch die verschiedenen Schreibstile auszuprobieren, denn wie jeder weiß, Übung wird irgendwann den Meister machen, auch wenn ich diesen Satz für eine sehr lange Zeit selbst keinen Funken Glauben oder gar Aufmerksamkeit geschenkt ...
"Seine Welt muss wirklich schön sein, sonst würde er schließlich zurückkommen."

Wo die Träume hingehen.

der weg der Träume

„Warum kann ich ihn nicht mehr besuchen?“ Die glänzenden braunen Augen der Zehnjährigen blicken der Mutter direkt ins Gesicht, während diese kurz von der Fahrt abgelenkt wird. Fester umfasst sie das Lenkrad. Sie will es vorsichtig angehen lassen. „Opa hat sich etwas verändert in den letzten Tagen. Das ist schwierig für ihn und deswegen müssen wir ihn in Ruhe lassen, bis er dadurch ist.“, bastelt sie zusammen. Ihre Hände kneten das Lenkrad. „Aber du meintest doch, in schwierigen Zeiten soll man füreinander da sein.“

Verwirrt blickt die kleine Braunhaarige aus dem Autofenster. „Als ich den Schnupfen hatte, warst du ganz viel an meinem Bett.“ „Das ist richtig, Liebes, nur diesmal ist es etwas anders. Und die Leuten kümmern sich dort bestimmt gut um ihn. Die kennen sich damit aus.“ Unsicher nagt sie an ihrer Unterlippe. Sie weiß, so leicht wird es nicht enden, denn ihre Tochter ist nun mal ein schlaues und aufgewecktes Kind. „Niemand kennt Opa besser als Oma und ich.“ Das Mädchen spielt mit ihren Fingern und schickt die Augen auf eine Reise durch die vorbeiziehende Landschaft. „Warum darf ich dann nicht

mehr zu ihm?“ Ihre Mutter seufzt, sichtlich betroffen von der Situation, denn schließlich handelt es sich um ihren eigenen Vater. „Weißt du, ich würde auch gerne zu deinem Opa und mich mit ihm unterhalten, wie früher. Ich fürchte, ich würde ein Treffen selbst kaum mehr ertragen.“ Mit einem Ruck hält das Auto an. Die mittägliche Sonne strahlt durch die Scheiben und blendet Mutter und Tochter. Es ist Frühling in dem Wald, in dem sie angekommen sind und das Zwitschern der Vögel dringt durch die geschlossenen Autotüren. „Ich verspreche dir, sobald es besser wird mit ihm, fahren wir ihn beide gemeinsam

besuchen. Dann kann er uns von seinen Erlebnissen erzählen.“ Kurz bahnt sich Protest in der Miene des Kindes an und der Mund verzieht sich. Unvermittelt verändert sich ihr Gesichtsausdruck und die Augen hellen sich auf. „Seine Träume, ich will etwas von seinen Träumen hören.“ Ungeachtet dessen öffnet ihre Mutter die Autotür, steigt aus und schlägt sie hinter sich zu. Das künstliche Geräusch erscheint unnatürlich harsch zwischen den Melodien der Vögel. Einen Moment zögert die Kleine, bis sie die klangvolle Stimme ihrer Großmutter hört, die dem Auto aus dem Garten entgegen kommt. Wild springt sie der alten Frau entgegen,

lacht und drückt sich in deren weit geöffnete Arme. „Fia, wie schön, das ich dich so schnell wieder sehen kann.“ Fest hält sie das Mädchen, ihre Enkelin, in den runzligen Armen und presst sie an sich. Beinahe fällt ihr der Korb aus der Hand, den sie mitgebracht hatte. Mit einem kurzen Wink verabschiedet sie ihre Tochter, die nur mit den Schultern zuckt. Rasch haucht Sofia ihrer Mutter einen Kuss auf die Wange. „Du kannst sie heute Abend wieder abholen. Nein, es wird nicht zu spät.“, beantwortet die Großmutter augenzwinkernd die in der Luft stehende Frage.

Noch einen kurzen Moment erklingt das Motorengeräusch auf der holprigen Straße – sie winken gemeinsam hinterher – dann ist es schließlich verschwunden. Einen Moment halten beide inne. Genießen die aufkommenden Geräusche des raschelnden Laubes und das Singen der Vögel. Das Mädchen entdeckt eine diebische Elster auf ihrem Weg in den Garten, deren Augen noch blitzen und funkeln, als sie die feine, goldene Kette am Hals der Oma entdeckt. Der Vogel stößt einen Warnruf aus und huscht in die Bäume. Hohe Wipfel, enge Stämme sammeln sich um die Lichtung, die den Garten bildet, in dessen Mitte das

verwitterte Ziegelhaus der Großeltern. Verwunschene Weinranken klettern in beeindruckende Höhen an den Wänden hinauf und hinterlassen ein Spur bröseliger Steine am Boden unter ihnen. Keine zugezogenen Gardinen vor den Fenstern verdecken die Sicht nach innen, die Tür zur Terrasse steht offen. Eine Kätzin schaut zur Tür hinaus und verlässt das Haus mit leisen Schritten, sodass keiner der beiden sie bemerkt. Trotz der unscheinbaren Kleinigkeiten oder gerade deswegen, fühlt das Mädchen sich an diesem Ort lebendig, gar wie ein anderer Mensch. Während sie aufgeregt in Richtung des Gemüsebeets tänzelt, plappert die Kleine vor sich

hin. „Hörst du die Vögel?“ „Eins, zwei, drei – nein, mindestens vier verschiedene müssten es sein.“ Ungelenk zählt sie mit den Fingern. „Meinst du, die Vögel in der Stadt sind leiser und trauen sich nicht zu singen?“ „Oh je Oma, die fürchten sich bestimmt vor den ganzen Menschen. Hier sind sie ganz unter sich und können singen und jeder hört es.“ Sie lacht und es gleicht den hellen klaren Mitternachtsglocken an Neujahr. Erst das Gemüsebeet bringt sie zum Anhalten und ihre Oma kann zu ihr aufschließen. „Ich ernte nur gerade den Rosenkohl, Fia, das dauert nicht lange.“ Die alte

Frau, deren kurzen Haar lockig und beinahe perlweiß erscheint, kniet sich nieder und beginnt die Röschen mit einem kurzen Messer vom Stängel abzutrennen. „Darf ich mal sehen?“ Mit großen Augen kniet sich Sofia nah vor das Gemüse. Ihre Augen glänzen und neugierig streckt die kurzen Finger aus und pflückt einen jungen Rosenkohl. „Du erinnerst mich an deinen Opa, weißt du?“ Minna zieht ein breites Lächeln und nimmt Sofia bedächtig das Gemüse aus der Hand. „Ihr seid beide unschuldig und unbedacht, zögert nicht etwas auszuprobieren, das ihr nicht kennt.“

Gemeinsam fahren sie fort und erledigen die Arbeit behende mit vier Händen. „Dein Opa war stets auf Reisen und ließ sich nicht daran hindern, neues zu lernen. Ein wahrer Nimmersatt. Beinahe süchtig schien er nach immer neuen Erlebnissen und so ist es ja auch kein Wunder, das ich ihn während meiner ersten Reise, als erwachsene Frau, kennen lernte.“ In Gedanken schwelgend erhebt sie sich und tritt in Richtung des Hauses. „Weißt du, Fia, er hatte diesen Funken an sich, mit dem er alles und jeden von seiner Leidenschaft überzeugen konnte.“ „Er hat das gemacht, was er sich in

seinen Träumen immer gewünscht hat oder?“ Die Augen schließend und die Hand aufs Herz legend, nickt Minna. „Ja, das hat er.“ „Dann hat er also seine Träume gelebt!“ Die Erkenntnis erhellt das Gesicht des Mädchens ein weiteres Mal an diesem Sonnentag. „Sie haben ihm einen Weg gezeigt und den ist er gegangen.“ Gleißend tüncht die Sonne das Gras in ein beinahe goldenes Licht und das Ziegelhaus hebt sich als Schatten dunkel hervor. Scheinbar schweigend verlassen sie den Garten und betreten die gepflasterte Terrasse, wo sich des zwischen den

Steinen das Unkraut tummelt. „Ich sorge mich, das er sein Ziel noch nicht gefunden hat.“, murmelt die Greisin leise zu sich selbst, während sie sich Haarsträhnen zurück in den Knoten im Nacken schiebt. Einst müssen sie rot gewesen sein, gleich den Haaren ihrer Tochter, dieser Tage gegenwärtig heben sie sich Schlohweiß von den bunten Farben um sie herum ab. Schlicht essen sie zu Abend, den Rosenkohl kurz angebraten und mit Gewürzen verfeinert, dazu eine milchweiße, cremige Soße. Draußen neigt sich die Sonne dem Zenit und verschwindet allzu plötzlich hinter den Bäumen, sodass es auf einmal draußen

dunkel scheint. Sofia steht auf und tappt mit ihren Kinderfüßen zum nächsten Lichtschalter. Warmes Licht dringt aus der Glühbirne über dem Esstisch, die mit einem Schirm mit Blumenmuster umgeben ist. „Die neue Schule zu der du bald musst, gefällt sie dir? Deine Mutter hatte mir am Telefon erzählt, das ihr sie besichtigen konntet.“ Die Augenbrauen zusammengekniffen stochert das Mädchen in ihrem frischen geernteten Rosenkohl, den sie zuvor noch beinahe bewundert hatte. „Es ist anders dort. So groß.“ „Aber du wächst doch auch. Stell dir das ungefähr auf diese Weise vor. Du trägst

zwar lange den selben Schuh, aber irgendwann drückt er. Das heißt, du bist aus ihm herausgewachsen. Nur ein neuer Schuh kann deinen gewachsenen Füßen passen, auch wenn sie am Anfang, wenn man sie anzieht, vielleicht genauso drücken und nicht passen wollen. Du wirst hineinwachsen und dann fühlt es sich an, als hättest du nie etwas anderes getragen. Das wird dir immer wieder passieren im Leben.“ „Ich mag es trotzdem nicht.“ Mürrisch schiebt sie ihren Teller beiseite. „Opa ist dem Weg gefolgt, dem ihm seine Träume gezeigt haben, aber meine Träume sind nicht so wie seine.“ „Wieso denkst du

das?“ „Er ist ihnen gefolgt, also müssen sie farbenfroh, voller Leben und schöner Dinge gewesen sein. Bei mir ist es nur dunkel und böse Geister schleichen sich da rein:“ „Ich denke nicht das es genauso war.“ Überrascht schaut das Mädchen von dem unangetasteten Essen auf. „Wer folgt denn Träumen, die nicht schön sind, Oma? Das ergibt keinen Sinn.“ Kopfschütteln. „Träume sind manchmal unverständlich und wild. Nicht immer sollte man sie in die Richtung deuten, ihnen folgen zu müssen. Dein Kopf veranstaltet manchmal manches Theater mit dir, weil

er sich gegen Ereignisse mit denen er konfrontiert wird, wehrt.“ „In meinem Kopf tanzen keine Puppen während ich schlafe.“ „Ich möchte dir nur sagen, was du mit deinen Träumen anfängst, ob du ihnen folgst oder ihnen den Rücken kehrst, bleibt stets weiterhin dir überlassen. Sie geben dir nur Möglichkeiten vor, keine genaue Entscheidung. Die muss man selbst treffen.“ Schweigend verdrückt Sofia noch einigen Rosenkohl, die Teller werden abgeräumt und abgewaschen. Licht aus. Licht an. Die Dunkelheit wurde vertrieben und doch scheint es nicht zu

reichen. Minna holt weißen, glatte Stangenkerzen aus einer Schublade der schweren dunklen Schränke und steckt sie in die Kerzenhalter, welche aus geschwärztem Messing zu bestehen scheinen. Unwillkürlich greift Sofia nach einem reich verzierten Leuchter, an deren Schnörkel sie bedacht mit der Fingerkuppe entlangfährt. Ihre Lider zittern, als sie die Kürzel an der Seite des Ständers erkennt. „F. C. – Francis Cruse“. „Ein besonders schönes Ding, welches dein Großvater auf seinen Reisen hat mitgehen lassen. Einmal erzählte er mir, er hätte es in einem Königshaus geschenkt bekommen, mit einer Gravur

als persönliches Geschenk.“ Lächelnd schüttelt sie den Kopf. „ Ach dein Opa ist schon ein besonders guter Geschichtenerzähler. Was seine Geschichten so lebendig macht, ist wohl die Prise Wahrheit darin. Manchmal ist es nur schwerer, die zu erkennen.“ Sanftes Kerzenlicht schmeichelt den Bücherregalen an der Wand, an der auch der Kamin, noch in Dunkelheit gehüllt, liegt. Atlanten und Karten allerart. Mit der Hand an den Bänden entlangstreichend, Sofia die Namen durch. „Amazonas – eine versteckte Welt“, „Die Wege der Nordlichter in Island“ und „Schleichwege durch den Himalaya“. Die Geschichten zu den

Orten kennt sie, doch mit den Namen kann sie nichts verbinden. Diese Zutat Wahrheit fehlte in vielen seiner Erzählungen, wo die Bedeutung einen ganz anderen Knotenpunkt besaß. Stolpernd verlässt das kleine Mädchen die Wand der Bücherregale mit einem kleinen Notizbuch hinter dem Rücken versteckt und kuschelt sich in einen der großen, olivgrünen Ohrensessel, ein Kissen mit Blumen fest an sich gedrückt. Holz liegt bereits gestapelt im Kamin, sie fragt sich „Hat Opa das gestapelt, bevor er weg musste und Oma hat den Kamin seit dem nicht mehr angemacht?“ und ihre Gedanken stimmten und zeugten von Weitblick für ihr Alter. Denn

tatsächlich, das trockene Holz fristete bereits seit zwei Monaten dort sein Dasein. Es war der Tag gewesen, an dem sie ihn abgeholt hatten. Morgens hatte er noch Holz hinein gebracht und ordentlich geschichtet, Mittags befand er sich auf einer langen Fahrt, während der er mit niemandem sprechen konnte. Nachmittags brachten sie ihm die ersten Tabletten und Abends setzten diese ein. Sofia konnte dies nicht wissen und ihre Oma Minna plagte das Wissen alleine. Bleckend setzte sie das Feuer das erste Mal wieder in Gange. Rasch verzehrten die Flammen das erste Holz und leckte an den Außenwänden des Kamins. Hoch wuchsen sie empor und prasselten

zischend, als Minna einen Scheit nachlegte. Indes zog das Kind das Büchlein mit Leseband hinter ihrem Rücken hervor und blätterte darin. Lauter Zahlen und darunter ein Text. Sie verstand nicht, wie diese zusammenhangen. Tagebuch hatte sie noch nie geschrieben. „Heute waren die Stimmen leise, sind die verschwunden?“, liest sie mit zittrigem Stimmchen und benutzt ihre Finger, um den Worten folgen zu können. Ihre Oma schrickt auf, kennt sie doch diese Worte zu gut. Das Buch erblickend lässt sie sich in einem Sessel zu Sofias Linken nieder. Nur ein wenig beben ihre Hände, doch es reicht das sie mehrere

Anläufe braucht um den letzten Kerzenständer anzuzünden. „Ah, du hast ein paar von seinen Notizen entdeckt.“ Unbewusst wird ihre Stimme leiser als gewollt. Ungeachtet dessen blättert das Mädchen weiter in den Seiten, hält inne und liest erneut: „Ich folge meinem Verstand, den Träumen. Heute bin ich einen weiten Weg gegangen, doch als ich da war, hatte sich nichts verändert und die Welt wirkte leergefegt.“ Minna spricht nickend zu sich selber. Ihre Erinnerungen flechten sie ein, während die Augenblicke mit Francis vor ihrem inneren Auge Revue passieren. „Ja, er sagte das oft. Er müsse stets den

Träumen folgen, sonst finde er sich an einer Stelle wieder, die nicht mit seinen Erlebnissen zusammenpasst.“ Sofia flüstert ihre Augen sind geweitet vor Angst. „Seine Träume wurden wahr? Sie passierten, so wie in der Nacht, nochmal?“ „Ich denke nicht, nein. Unterschiede schien es immer zu geben, weshalb er immer weiter ging.“ Aufgeregt erhebt sie sich, das Buch stürzt gleich einem Vogel mit gebrochenem Flügel auf den Boden. „Meine Träume sind auch schonmal wahr geworden. Ich habe mal in der Nacht gesehen, das meine Freundin sich das Bein verletzen würde und das traf ein!

Am nächsten Tag durfte sie nicht zur Schule und blieb lange zuhause deswegen.“ Nervös ergreift sie die Hand der Oma. „Wenn meine Träume wahr werden, dann passieren ganz schlimme Dinge, Oma Minna.“ Erwartungsvoll sitzt sie zu den Knien der alten Frau, hofft auf eine Antwort, die sie aufatmen lassen wird. Stattdessen scheint ihr Fels in der Brandung sie nicht halten zu können. Entmutigt klettert sie der Stillen auf den Schoß und umarmt sie ganz fest. „Ich hab dich sehr lieb, Kleines.“ Die Wort wirken wie Schokolade und lassen das Mädchen tief Luft holen. „Dein Opa erzählte mir einst, die Realität wirkte für ihn wie verwandelt,

nachdem er dem Traum folgte, den er in der Nacht zuvor hatte. Gemeinsame Erinnerungen, die wir sogar auf Fotografie festgehalten hatten, wirkten für ihn wie aus einem anderen Leben. >Die Wege der Traumwandler sind unergründlich.<, sagte er oft in solchen Momenten. Das Verlangen nach dem Neuen, stets mehr und mehr zu erleben brachte ihn weiter dazu, seinen Träumen in den Nächten zu folgen und er wirkte am Tage wie ausgewechselt. Doch es beruhigte mich stets, das in allen seinen alternativen Realitäten ich immer eine zentrale Rolle spielte.“ „Ist er ein Anderer geworden?“ Furchtvoll blicken die Rehaugen wie

durch sie hindurch und tief in ihre Gefühle. „Er ist ja nie ein anderer Mensch geworden, das musst du verstehen. Er ist nämlich genau der selbe Opa, mit dem du damals den Kirschbaum gepflanzt hast. Und sieh, bald wird er Früchte tragen. Das ist euer gemeinsames Werk, das nicht vergehen wird.“ „Ist Opa in eine andere Welt hinüber gefallen? Was wenn es ihm dort gar nicht gefällt?“ „Oh, ich denke, seine Welt muss wirklich schön sein, sonst würde er schließlich zurück kommen. Wenn es ihm gut geht, warum sollten wir es dann beenden? Lange habe ich versucht ihn zu

verstehen. Wichtig ist es nicht, ob es wahr ist, was er sagt, denn nur, wenn wir ihm glauben können wir seine Ansichten verstehen. So, als würden wir durch die Augen deines Opas schauen.“ „Denkt er jetzt nicht mehr an uns?“ „Das kann ich dir leider nicht sagen. Er hatte eine Grenze übertreten, in den letzten Tagen und ich glaube, er ist nun dort drüben.“ Die Augen des Kindes glommen vor Tränen, die sich in den Winkeln ansammelten. „Wird er sterben?“ „Meine Liebe, wie ich dir sagte, er ist wieder auf einer Reise. Wo die hinführt, hat er schon immer selbst bestimmt.“ Sie

lacht und viele, viele weiße Haarsträhnen lösen sich aus ihrer strengen Frisur und lassen ihr Gesicht leuchten. „Auch als wir zusammen unterwegs waren, hatte er stets den Plan und das Ziel vor Augen.“ Sie nickt zu sich selber, während Sofia die Flut der Tränen annimmt. „Ja, das wird er diesmal auch haben, da bin ich mir sicher.“

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Über den Autor

tintengewalt
Ersteinmal, hallo ihr Menschen da draußen! :)
Ich schreibe seit ungewisser Zeit meine kreativen Ideen in Form von Geschichten, kurzen Abhandlungen über fiktive Personen und Orte, auf.
Dabei versuche ich, wenn möglich, auch die verschiedenen Schreibstile auszuprobieren, denn wie jeder weiß, Übung wird irgendwann den Meister machen, auch wenn ich diesen Satz für eine sehr lange Zeit selbst keinen Funken Glauben oder gar Aufmerksamkeit geschenkt habe.
Ich lerne gerade für mich selber, Geduld mit meiner Entwicklung von neuen Fähigkeiten zu haben.

Falls ihr also Interesse haben solltet, mich auf meiner, womöglich langen Reise, der eigenen Erkenntnis zu begleiten, lade ich euch damit herzlich dazu ein.

unnützes Wissen über mich:
- begeisterter "Alice im Wunderland"-Fan
- favorisierte Musik momentan von Melanie Martinez
- hat eine Schwäche für alles was flauschig ist, Fell und Pfötchen besitzt :>
- Mitglied der Fangemeinde von "The Legend of Zelda"

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Lynny Die Geschichte ist sehr berührend und geht unter die Haut. Man sollte sich seines Lebens dankbar bewusst sein und möglichst jeden Augenblick genießen, so gut es geht.
Danke für diesen schönen Ausflug
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Mia_Mondstein Sehr emotional... es hat mich gepackt (mein Dad begab sich letztes Jahr auf so eine Reise) .... Danke für diese Geschichte

Liebe Grüße
Mia
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