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Veröffentlicht am 17. Januar 2009, 2 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Die Ahnung, das Gefühl, der Reiz eines Augenblicks sickert in mein Herz und bildet aus tränenreichen Worten einen See, der, wenn er überläuft, in Kaskaden, Verse schmiedet, die zum Verstand fließen wie ein weiser Strom und sich ins Meer ergießen. Die Hand ist sein Delta, Schreibt auf, was der Fluss von seiner Reise erzählt. (Roland Pöllnitz)
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Es wirkt effektvoll das Gedicht,
Wenn es die Titelzeile spricht,
Die heute in der Presse steht,
Da weiß man, dass die Post abgeht.  
 
Da wird gefragt, ganz ohne Not:
Bestraft man Kindermord mit Tod?
Gern hängt man alle Bösen auf
Und schwört dabei den Hass herauf.  
 
Misshandlung ist ein böses Wort.
Verhungern Kinder hier im Ort,
Dann hat ein jeder Mitgefühl,
Setzt’s man beim Dichten ins Kalkül.  
 
Bringt man am Nordpol Wale um,
Reimt man mit mächtigem Gebrumm
Balladen bis die Schwarte kracht,
Von morgens früh bis Mitternacht.  
 
Schließt man ein Unternehmen zu,
Und tausend Kumpel geh’n zur Ruh,
Nur tausend Arbeitslose mehr
Im großen Arbeitslosenheer.  
 
Und wirbelt Krieg am End der Welt,
Ein Menschenleben gar nichts zählt,
Da unsre heile Welt ganz weit,
Dafür fehlt meist des Dichters Zeit.

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Hörbuch

Über den Autor

Rajymbek
Die Ahnung, das Gefühl, der Reiz eines Augenblicks sickert in mein Herz und bildet aus tränenreichen Worten einen See, der, wenn er überläuft, in Kaskaden, Verse schmiedet, die zum Verstand fließen wie ein weiser Strom und sich ins Meer ergießen. Die Hand ist sein Delta, Schreibt auf, was der Fluss von seiner Reise erzählt. (Roland Pöllnitz)

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3balmers Re: Re: Also da fällt - Lieber Roland,
Ich verstehe Dich sogar sehr gut. Und das ist auch der Grund warum ich auf keinen Fall eine Journalistin werden könnte. Wenn ich für die Zeitung schreiben müsste, dann müsste ich oft meine Gefühle zu Hause lassen. Es trifft sicher zu, dass sich Einige auf so ein Ereignis stürzen aus nicht sehr lauteren Motiven heraus. Aber ich habe hier Menschen auch näher kennen gelernt, von denen ich weiss, dass sie über so etwas schreiben im wahrsten Sinne des Wortes mit Herzblut. Weil sie echt daran leiden. Und Jeder verarbeitet es eben anders.
LG Karin



Zitat: (Original von Rajymbek am 17.01.2009 - 19:59 Uhr)
Zitat: (Original von 3balmers am 17.01.2009 - 18:31 Uhr) mir spontan der Rumpi ein, der hat auch über Krieg schon Texte hier rein gesetzt. Und ich denke halt, dass gerade das jüngste Ereignis mit dem Tod des kleinen Mädchens viele aufgewühlt hat. Und grad das ist ja auch eine Seite des Schreibens. Dass wir darin auch verarbeiten können. Und das was wir empfinden auf Papier bringen dürfen
LG Karin


Liebe Karin, auch mich nimmt din besonders tragisches Ereignis mit. Und manchmal werfen meine Gedanken daraufhin einige Verse aus. Zuweilen habe ich den Eindruck, dass sich einige auf so ein Ereignis stürzen, als wäre es das Weihnachtsfest - ähnlich der Presse. Und das stimmte mich sehr nachdenklich. Verstehst du?
Man spürt, wenn eine tiefe Ehrlichkeit im Text steckt. Danke.

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Also da fällt -
Zitat: (Original von 3balmers am 17.01.2009 - 18:31 Uhr) mir spontan der Rumpi ein, der hat auch über Krieg schon Texte hier rein gesetzt. Und ich denke halt, dass gerade das jüngste Ereignis mit dem Tod des kleinen Mädchens viele aufgewühlt hat. Und grad das ist ja auch eine Seite des Schreibens. Dass wir darin auch verarbeiten können. Und das was wir empfinden auf Papier bringen dürfen
LG Karin


Liebe Karin, auch mich nimmt din besonders tragisches Ereignis mit. Und manchmal werfen meine Gedanken daraufhin einige Verse aus. Zuweilen habe ich den Eindruck, dass sich einige auf so ein Ereignis stürzen, als wäre es das Weihnachtsfest - ähnlich der Presse. Und das stimmte mich sehr nachdenklich. Verstehst du?
Man spürt, wenn eine tiefe Ehrlichkeit im Text steckt. Danke.

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Bild ... -
Zitat: (Original von MarianneK am 17.01.2009 - 16:07 Uhr) Leider stimmt es

Lieben Gruß Marianne


Danke, Marianne, und schönes Wochenende. Wir haben heute schon fast Frühling gehabt.

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: bild dir deine Meinung -
Zitat: (Original von Traumwelten am 17.01.2009 - 15:36 Uhr) treffend beschrieben.

Schönen Gruß
Eva


Danke für deinen kurzen, aber ehrlichen Kommentar.

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Soviel -
Zitat: (Original von rumpi am 17.01.2009 - 15:00 Uhr) Not und Elend in ein paar Worte gefaßt.Respekt!!!

LG,Karsten


Lieber Karsten, manchmal tut es Not, sich kurz zu fassen. Danke für deinen Respekt, mein Lieber.

und schönes Wochenende
LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Die Not der ganzen Welt -
Zitat: (Original von Edlistrate am 17.01.2009 - 14:41 Uhr) ist für den einzelnen nicht zu fassen.
Aber man tut halt, was man kann - und man kann einiges tun, wenn man will.
Schön gereimt!
LG .... Gerlinde


Herzlichen Dank für dein Lob, Gerlinde. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Hi -
Zitat: (Original von Gast am 17.01.2009 - 13:52 Uhr) Roland Du hast in Deinem schönen Gedicht schon alles gesagt,da brauch ich nichts mehr hinzuzufügen, ganz liebe Grüße Deine Freundin Helga


Da bleibt mir noch eins, dir ein schönes Wochenende zu wünschen.

GLG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Weißt du ... -
Zitat: (Original von Gunda am 17.01.2009 - 13:51 Uhr) ... Roland, eine Freundin von mir fand mal in einer Zeitung eine Notiz darüber, dass Lyrik eine "Ware" sei, für die es mehr Angebot als Nachfrage gäbe, es etliche Gedichte auf der Welt gäbe, die außer dem Autor selbst niemand gelesen habe.
Was ist dann verwerflich daran, per interessantem Titel auf seine Werke aufmerksam zu machen ... sofern der Inhalt hält, was der Titel verspricht? Und was ist verkehrt daran, auch Aktuelles und Zeitgeschehen in Gedichte zu verpacken? Jeder Minnesänger hat zu seiner Zeit das Gleiche getan. Ob das Gedicht im Endeffekt vom Leser als gelungen angesehen wird oder nicht, ist eine andere Frage.
Und sind nicht auch diese Gedichte Zeugnisse einer nicht heilen Welt?

Es GIBT aber auch Gedichte zu Themen wie Krieg und Frieden. Vllt muss man ein bisschen danach suchen. Bein Interesse klick mal friedensblog.over-blog.net

Lieben Gruß
Gunda



Alles, was sich verkaufen lässt, ist Ware. Gedichte sind Ware im Überangebot - das mag sein. Es spricht nichts dagegen, aktuelle Themen aufzugreifen. Nur den wachsenden Populismus mag ich eben nicht. Ich habe bei Schreibart und auch hier wunderbare Gedichte zu aktuellen Themen gelesen. Danke für deine ausführlche Meinung.

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Bild dir deine Meinung -
Zitat: (Original von Rehmann am 17.01.2009 - 13:48 Uhr) Das Übel wunderbar beim Schopf gepackt !
GRATULIERE !
LG
H. Rehmann


Danke Horst, freut mich, dass es dir auch gefällt.

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Re: Ich bin im Bilde! -
Zitat: (Original von spitzerblei am 17.01.2009 - 13:47 Uhr) Es gibt aber auch lichte Momente, das mädel auf der ersten Seite!!!

Deine Gedanken sind auch meine Gedanken!

Lg Bernd


Dem Mädel von Seite begegne ich bereits im Bad, mein Lieber. Über sie kann ich immer schreiben.

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
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