Fantasy & Horror
Töchter der Caluoc - 23.Kapitel

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"Töchter der Caluoc - 23.Kapitel"
Veröffentlicht am 23. Juli 2017, 18 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
© Umschlag Bildmaterial: pixapay
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Über den Autor:

Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein. Ich bin A.B.Schuetze. Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften. Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken. Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen? Nichts leichter ...
Töchter der Caluoc - 23.Kapitel

Töchter der Caluoc - 23.Kapitel

Das große Lagerfeuer auf dem Dorfplatz brannte bereits und glühende Funken stoben im Rhythmus der bebenden Erde in den wolkenfreien Nachthimmel. Dort verwandelten sie sich in funkelnde Sterne, die den vollen Mond in einem silbernen Reigen umgaben. Die Männer, Frauen und Kinder der Caluoc saßen oder standen um das Feuer herum.

Es wurde reichlich Wildbret, Maisbrei, Obst und Gemüse im Überschuss gereicht. Howebi, das Getränk für besondere Gelegenheiten, floss in Strömen. Die Trommeln schlugen den Takt zum Tanz. Es war ein Fest, wie es seit Tausenden Jahren gefeiert wurde.

Aber der Eindruck täuschte.

Der Thron der Königin war verwaist. Der Tanz zu den Trommelklängen blieb aus. Er war nur

den Wolfgeborenen vorbehalten und diese waren von Jahr zu Jahr weniger geworden. Nicht etwas, dass sie gestorben seien. Sie verschwanden einfach. Spurlos. Der Letzte dieser Männer war seit den frühen Morgenstunden nicht mehr auffindbar.

Hatten die Fremden, die mit der Ewileb und ihrem Gefährten um das Dorf schlichen etwas damit zu tun? Würde der letzte Nachfahre der großen Göttin zur Zeremonie wiederkommen oder wegbleiben, wie die anderen in den vergangenen sechs Jahren?

Eine knisternde Spannung lag über dem Dorf. Die Ewileb hatte angekündigt, von heute an bis in alle Ewigkeit würde die Paarungszeremonie ihren traditionellen Charakter verlieren. Was kam dann?

Am Eingang des Dorfes erschienen Kieron und Arjana zusammen mit Helena. Sie schritten durch die Menge der Caluoc, die ehrfürchtig eine Gasse für sie bildete.

Vor dem Knochenthron der Königin blieben die drei stehen.

Ein aufgeregtes Murmeln erhob sich und die Trommeln verstummten. War sie das? Die neue Königin? Die entführte Königin, die zurückgekehrt war? Wolfrad hat es vorausgesagt: 'Wenn der Teufel in der Abfallgrube erst besiegt war, dann kehrt die Königin zurück. Dann wird auch die Göttin Luruna unsere Anrufung erhören.' Kamen dann auch die Wölfe zurück? Sie hatten dieses Revier vor langer Zeit verlassen. Mit wem sollte sich die Königin paaren, wenn es

keinen Leitwolf in der Gegend gab?

So flüsterten die Einheimischen ihre Befürchtungen einander zu.

Ohne dem Volk der Caluoc besondere Aufmerksamkeit zu schenken, schaute Helena hinauf in den Himmel und anschließend über das Dorf hinweg zum Rande des Waldes.

Es war an der Zeit.

Der Mond hing bereits als riesige gelbe Scheibe am Himmel und begann sich blutrot zu färben. Aus den umliegenden Wäldern stieg langsam aber stetig weißer Nebel auf, der die Lichtung nach und nach einhüllte. Die Luft kühlte sich merklich ab.

Helena fröstelte. Nicht wegen der eintretenden Kälte, sondern vor Anspannung. Würde ihr Plan gelingen? Er war minutiös

ausgearbeitet. Aber würde er auch so gelingen?

Auf ein Zeichen der Ewileb trat unter der Bevölkerung augenblicklich Ruhe ein. Helena bestieg das Podest aus weiß polierten Knochen. Absolute Stille legte sich über die Landschaft. Eine Stille, in der jede Bewegung eingefroren schien. Selbst die Flammen des lodernden Lagerfeuers erweckten den Eindruck, erstarrt zu sein.

Majestätisch erhob sich Helena. Sie erstrahlte in einem gleißenden Licht. Mit nach oben geöffneten Händen streckte sie die Arme nach vorn und schuf einen hellen leuchtenden Tunnel in den Nebel hinein. Kieron kroch eine Gänsehaut über den Körper. Genau so war es zu Zeiten der

Königinnen der Caluoc. Er glaubte sich fast in die Vergangenheit zurückversetzt als Helena zu sprechen begann.

„Hohe Göttin Luruna, das Volk der Caluoc hat sich heute hier versammelt, um dir zu huldigen und dich zu bitten, bei unserer Paarungszeremonie zu Ehren der Wölfe unter uns zu weilen.“

Die Worte waren definitiv andere als die, die die Königinnen bisher verwand hatten. Die Caluoc hielten den Atem an. Warum verwendete die neue Königin andere Worte? Wenn die Göttin nun nicht darauf reagierte? War es am Ende gar nicht die echte Königin?

Doch wie Helena ihren Freunden anvertraut hatte, kam es darauf nicht an, welche Worte laut gesprochen wurden. Es waren die Worte

der Königin in ihrem Inneren, die Luruna durch die magische Barriere riefen.

„Luruna … ich rufe nicht die Göttin … ich rufe meine geliebte Mutter, die mich neun Monate in ihrem Leib trug, die mir das Leben und ein Stückchen ihrer Seele schenkte, die immer und ewig all meine Liebe besitzt. Mutter … ich bitte dich, komme zu mir.“

Das waren die Worte des Bandes zwischen Mutter und Tochter, welche Luruna auf einem ganz intimen telepathischen Pfad empfing.

Der Nebel teilte sich und die Göttin erschien. Da stand sie. Majestätisch und unnahbar.

Die Caluoc stießen erleichtert die Luft aus. Dann jedoch starrten sie irritiert auf die Erscheinung neben der Göttin. Der Teufel. Das war der Fremde, den Wolfrad Teufel

nannte. Wie konnte das sein? Was hatte das zu bedeuten? Verunsichert beobachteten die Männer und Frauen Luruna.

Sie glitt, als ob sie schwebte, mit einem milden Lächeln auf die 'Königin' zu. Nichts bewegte sich an ihr. Nicht ihr langes weißes Gewand aus hauchfeinem Stoff. Nicht ihr in schweren Locken bis zum Po fallendes, schwarzes Haar. Nicht ihre mitternachtsblauen Augen.

Vor dem Thron drehte sie sich zu den Bewohnern des Dorfes um. Mit einem beinahe hypnotisch–melodiösem Timbre in der Stimme sprach sie zu ihrem Volk. „Ich bin heute hier erschienen, nicht weil die Königin mich gerufen hat. Nein. Ihr habt keine Königin mehr. Diese junge Frau hat einen Gefährten und gehört hier nicht her. Auch wird es keine

Wolfgeborenen mehr geben. Ihr habt die Götter erzürnt und mit eurem Handeln herausgefordert. Sie werden nicht mehr für euch da sein. Und auch ich werde niemals mehr zu euch kommen. Die Paarungszeremonie wird ab heute und in alle Zeiten eine neue Bedeutung haben. Gebt die jungen Frauen eures Volkes in die Obhut eurer Männer. Paart euch und zeugt Kinder. Nehmt euer Schicksal in eure eigenen Hände.“

Was sagte die Göttin da? Das konnte doch aber gar nicht sein. Sollte Wolfrad unrecht gehabt haben? Die Caluoc waren verwirrt und unsicher.

Einer der Ältesten trat mutig vor und fragte: „Aber die Königin ist zu uns zurückgekehrt.

Genauso, wie es unser Ratgeber voraussagte. Was haben wir denn getan, um die Götter zu erzürnen? Wo sind die Götter denn? Wir haben doch nur den Teufel, der sich in der Abfallgrube eingenistet hat, vernichten wollen.“

Viele der Calouc wichen einige Schritte zurück. Wie konnte der Alte nur so mit einer Göttin sprechen? Was, wenn sie sie nun alle vernichtete?

Doch Luruna antwortete mit gleichbleibender Stimme. „Dieser Mann ist mein Mann und nicht der Teufel. Die junge Frau, von der ihr behauptet, sie sei die Königin, ist unsere Tochter. Und die Götter, die meinen Mann befreit und geheilt haben, stehen da neben ihm.“ Luruna zeigte auf Thomas, neben dem

sich Raidon und Fabrice aufgebaut hatten. „Bevor wir euch beweisen, dass wir alle Götter sind … In Papotene haben wir Wolfrad zurückgelassen. Er wird erst in einem Jahr die magische Barriere überwinden können. Das soll seine Strafe sein, dass er euch falsch geführt hat. Du …“ Luruna sprach nun direkt zu dem Alten. „ … du hast Mut bewiesen. Führe du solange dein Volk.“

Mit offenen Mündern hörten die Caluoc die Worte der Göttin, die ihren Arm hob und mit ihr alle Fremden aus dem Dorf im Nichts verschwanden. Der 'Teufel'. Die Götter. Die Königin. Auch die Ewileb und ihr Gefährte. Die Caluoc blieben allein zurück und der Nebel verschluckte die Lichtung einschließlich Dorf.

In der nächsten Niederung, einige Kilometer entfernt vom Dorf warteten Amaranth und Georg. Die beiden hatten die Koordinaten und Bilder auf dem allgemeinen telepathischen Pfad an die Freunde geschickt. Durch einen steten telepathischen Kontakt hielten sie einen Pfad durch das sich immer mehr verdichtende Nebelfeld. So konnten diese auf ein Zeichen von Luruna dorthin teleportieren.

Schon im nächsten Augenblick materialisierten die sechs und fielen sich freudig in die Arme. Es hatte geklappt. Bis zum Schluss waren sie sich nicht sicher, ob alles reibungslos über die Bühne gehen würde. Helenas Plan war wie schon so oft

brillant ausgetüftelt. Und doch blieb dieser Funken Zweifel, Angst oder wie sonst man es bezeichnen sollte. Ein unangenehmes Gefühl. Helena schaute Georg fragend an.

„Aber ja doch, Tantchen. Ich habe Manuel und dein Cousine kontaktiert. Ähm … sie hat mir die Hölle ganz schön heiß gemacht. Warum wir uns nicht gemeldet hätten? Und ob Aleen alles im Griff habe? … Apropos, wir hätten vielleicht auch das Tagebuch zu Ende lesen sollen. Aleen.“

Helena hob die ungeduldig die Brauen, obwohl sie sich schon wunderte, weshalb Charlotte auf telepathischen Pfad kommunizieren konnte. Das konnte nur eines bedeuten. Sie gehörte nun endlich voll und ganz zu ihnen.

„Ja und? Georg! Hast du ihnen gesagt, wo wir uns treffen?“ Noch war Helena voll des Adrenalins ihrer Überraschungstat. Da konnte sie es wirklich nicht gebrauchen, wenn sie irgendwer lange zappeln ließ.

„Okay, okay. Also sie schnappen sich den Junior und treffen uns in Bines Wohnung am Portal.“

Also das interessierte Kieron jetzt auch. „Ihr habt schon einmal dieses Portal erwähnt und gesagt, es brächte uns nach Adanwe. Aber die Barriere öffnet sich doch nur zu einer bestimmten Sternenkonstellation alle 360 Tage.“

Georg schlug seinem Vater lachend auf die Schulter. „Siehst du, alter Mann, wenn du dich mit deiner Seelengefährtin nicht die letzten

siebenhundert Jahre in so einer Zeitblase versteckt hättest, wüsstest du von den besonderen Eigenschaften der Feueropale unserer Frauen wissen. Sie können Portale nach Adanwe öffnen. Weltweit haben wir nun mittlerweile … ähm …“ „Zwölf“, half ihm Amaranth weiter. „ … zwölf. Eines davon hat eine Freundin von uns in ihrer Wohnung entdeckt. Und genau dahin teleportieren wir gleich. Bilder und Koordinaten sind hier.“ Georg tippte sich an die Stirn.

Ängstlich traten Luruna und Thomas an Helena heran. Teleportieren war keine alltägliche Fortbewegungsmöglichkeit und die beiden hatten das soeben zu ersten Mal gemacht. Vom Dorf in dieses Senke. Aber jetzt sollte es nach Deutschland gehen, so

nahm Thomas an, denn alles sprach dafür, dass die Freunde dort beheimatet waren. Das hieß, über den halben Erdball beamen. War das nicht zu weit?

Ein Feixen ging über Helenas Gesicht. „Paps. Würde ich dich in Gefahr bringen? Vertrau mir. Wir schaffen das. Immerhin haben wir die Strecke vor nicht einmal vierundzwanzig Stunden in umgekehrter Richtung zurückgelegt. ... Wir werden als Traube teleportieren. Jeder hält den anderen fest. So kann überhaupt nichts schief gehen.“

Ein Blick in Runde. Zustimmendes Kopfnicken.

„Also Leute! Dann lasst uns nach Hause beamen. Erst Sabines Wohnung und dann … nach Adanwe!“

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Über den Autor

abschuetze
Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein.
Ich bin A.B.Schuetze.

Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften.

Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken.

Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen?

Nichts leichter als das.
Ich treibe mich meist auf myStorys ... lest meine "Bücher" ... oder auf Facebook, Google u.s.w. herum :))
Irgendwo werdet ihr mich schon finden.

LG von Antje

PS: Ich habe jetzt auch eine FB-Seite: https://www.facebook.com/LeserWunschKugelSchreiber/

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trixi1303 So, nach einem regelrechten Marathon habe ich die letzten 8 Kapitel geradezu verschlungen. Ich liebe deinen Schreibstil und diese Geschichte. Wie immer gern gelesen und freue mich auf das nächste Kapitel. Doch allmählich benötige ich einen Stammbaum. Ich blicke nicht mehr durch wer hier mit wem wie verwandt ist :) :D.
LG Trixi
Vor ein paar Wochen - Antworten
abschuetze Das war leider für dieses Buch das letzte Kapitel. Wobei .... ich das nochmal überarbeiten muss
Stammbaum? Das wäre ja mal 'ne Idee. Danke für den HInweis ---lach--

LG von Antje
Vor ein paar Wochen - Antworten
trixi1303 Oh schade. Aber kann ich mich dann vielleicht auf ein neues Buch freuen?
LG Trixi
Vor ein paar Wochen - Antworten
abschuetze im Kopf hätte ich vielleicht schon was, aber es kommt immer auf meine Protagonisten an, was sie so wollen :-)
Vor ein paar Wochen - Antworten
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