Kinderbücher
Die goldene Magnetnadel - Band 5

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"Kapitel 5"
Veröffentlicht am 05. Januar 2017, 16 Seiten
Kategorie Kinderbücher
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Über den Autor:

Ich versuche mit guten Geschichten zu unterhalten. Hoffentlich glückt es. Ich bin Jahrgang 1958, in München geboren. Seit meiner Kindheit schreibe ich, habe aber nie eine Profession daraus gemacht. Meine zarten Versuche mal eine meiner Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen sind gescheitert. Hier gibt es eine Auswahl von Kurzgeschichten aller Art. Sie sind in ihrer Kürze dem Internet und e-pub Medium angepasst.
Kapitel 5

Die goldene Magnetnadel - Band 5

Vorbemerkung

Nun könnt Ihr den Band fünf lesen.

Es geht um das fünfte Kapitel


Das Friedensfest








Copyright: G.v.Tetzeli

Cover: Monika Heisig



5 Das Friedensfest

Der große Tag war gekommen. Die beiden Parteien, die Sandleute und die Eismänner trafen sich an der Grenze. Es war nebelig, bedeckt und wirkte etwas düster. Zwischen der heißen und kalten Hälfte des Trabanten bildeten sich immer Wolken. Das lag daran, dass die verschiedenen Luftmassen aufeinander trafen.

König Kühl war in einem Samtumhang gekleidet und auf seinem Kopf glitzerte eine Krone aus Diamanten. Seine Eiskrone hatte er daheim gelassen, weil er befürchteten musste, dass sie schmelzen würde. Seine schwarzen hochhackigen Stiefel und seine

Gardeuniform verliehen ihm ein gewichtiges Aussehen.

Neben ihm wirkte Jausewitz, der Hofmarschall, sehr schlicht. Nur einen blauen Umhang hatte er über seine Hofuniform gestülpt. Allerdings verlief eine rote Schärpe quer über die Brust, so dass man erkennen konnte, welch wichtige Rolle er im Reich des Eises spielte.

Auch der verdiente Koch Dr. Löffel war mit von der Partie. Seit seinem Geniestreich mit den Kartoffeln hielt König Kühl große Stücke auf ihn.

Er hatte ein grünes Dress an und dazu passend eine tüten förmige grüne Haube und auf seiner Brust glänzte eine Brosche. Es war ein goldener Kochlöffel.

Die Sandleute hatten sich ebenfalls herausgeputzt. König Knirsch schritt in einem Mantel aus Leopardenfell daher. Etwas ganz Besonderes. In der Wüste war schon seit ewigen Zeiten kein Leopard mehr gesehen worden, seit sich der Planet nicht mehr drehte und es so heiß geworden war. Seine Krone funkelte voller Smaragde. Kriegsminister Donner war nicht weniger imponierend. Mit seiner goldenen Rüstung, seinem wallenden Helm, aus dem mehrere Federn heraus sprossen, und seiner straffen Haltung, sah er sehr beeindruckend aus.

Mit dabei war auch Schlau in schlichtem Blau gekleidet. Ihre Exzellenz, der Sandprinz Alexander, hatte ebenfalls eine goldene

Krone auf und war schneidig in seinem roten Gewand anzusehen. Aber alles überragend war die Eisprinzessin, die von den Eisbären Tongo und Tonga begleitet wurde. Ihre Haare waren hochgesteckt und mit einem Diadem aus Diamanten verziert. Dazu trug sie hellblaues Kleid und Schuhe aus Quarz mit einer schwarzen Schleife, die ein Saphir zusammenhielt.

König Kühl der Erste hatte schweren Herzens ein ganzes Fass Kartoffelsuppe als Geschenk mitgebracht und König Knirsch hatte für Zelte, Fahnen und Wimpel gesorgt. Auch hatte er einen Kakteenwein zur Verfügung gestellt. Eine Blaskapelle mühte

sich redlich. Allerlei Stände waren noch aufgebaut, die ihre Waren anpriesen.

Da gab es Erdkäfersalat, Kakteenfrüchte, Salzdrops von den Salzlagern der Wüste. Schwerer Erdwein war zu haben, der aus Beeren gemacht war, die in der Burghöhle von Knirsch gediehen. Koch

Löffel hatte keine Mühe seinen berühmten Kartoffelsirup zu verkaufen, und man konnte natürlich sämtliche Pilzgerichte von ihm bekommen. Selbstverständlich gab es auch Eis vom Eisland. Sogar Edelsteine aus den tiefen Gruben unter der Erde konnte man erstehen. Dazu waren allerlei Süßigkeiten zu haben. Sirup aus Kakteenfrüchten, süßer Kartoffelpudding und allerlei andere

Schleckereien. Die Hoheiten reichten sich die Hände, die Eisprinzessin machte einen artigen Knicks. Die Kapelle spielte einen Tusch und das Fest war eröffnet. Alle lärmten und amüsierten sich. So etwas hatte es schon seit Jahrhunderten nicht mehr gegeben. Die Menge staunte und feierte ausgelassen. In den großen Zelten ging es hoch her. Die Sandleute stießen mit den Eisleuten an und tranken auf ihr gemeinsames Wohl. Es war eine ausgelassene Stimmung.

König Knirsch wagte sogar ein Tänzchen mit der lieblichen Eisprinzessin. Er stellte sich äußerst ungeschickt an.

General Donner, Wüstenfuchs Schlau und

auch Jausewitz hielten sich den Bauch vor Lachen, denn andauernd trat Knirsch auf die Schleppe der Eisprinzessin.

Schließlich wurde sie erlöst, als Prinz Alexander sie befreite und zum Tanz aufforderte. Und seitdem tanzten sie, blickten sich in die Augen. Sie waren sich offenbar sehr sympathisch.

Ein schönes Paar, fand Jausewitz.

„Der heiße Rüpel soll möglichst bald seine Finger von meinem Pflänzchen lassen“, maulte König Kühl.

„Nur kühl bleiben“, sprach Jausewitz.

„Sind sie nicht goldig“, raspelte Wüstenfuchs Schlau zuckersüß.

Dazu konnte König Kühl nur sauertöpfisch dreinschauen.

Aber weil es ein Friedensfest war, musste er sich zu einem Grinsen abquälen.

Alle Anderen amüsierten sich prächtig. Sie waren alle ausgelassen und feierten was das Zeug hielt. Außerdem gab es Buden. In der einen konnte man versuchen einen Iglu zu bauen, andere schaufelten Sandburgen.

Es gab Wettbewerbe, wie Eisball Weitwerfen, Kakteenrollen und vieles mehr. Das Fest strebte nun seinem Höhepunkt zu. Alle tanzten, wirbelten im Kreis herum.

Der Kartoffelschnaps, den Dr. Löffel unter der Hand ausschenkte, fand regen Zuspruch und man prostete sich auf eine bessere Zukunft zu.

Bis Mitternacht dauerte der Frohsinn, als König Knirsch zum Aufbruch mahnte. Er rief Alexander herbei, der ziemlich unglücklich war. Er hatte die Prinzessin irgendwo im Getümmel verloren. „Wo ist nur Martina“, fragte er seinen Vater. „Woher soll ich das wissen“, entgegnete Knirsch. „Wahrscheinlich haben die Eismänner sie in Sicherheit gebracht, weil du sie so angehimmelt hast. Das war schon sehr auffällig“ „Still jetzt“, zischte Knirsch, denn gerade kam König Kühl mit seinem Hofstaat entgegen. Höflich verabschiedeten sich die Könige. Sie verneigten sich voreinander und dann war das Fest beendet. Die Eisleute bauten die Stände und Zelte wieder ab und Koch Dr. Löffel hatte all seine

Kartoffelköstlichkeiten verkauft. Auch König Knirsch ließ alles zusammen packen

Dann brach Knirsch mit Donner und seinem ganzen Tross in Richtung Wüste auf.

Wüstenfuchs Schlau war merkwürdigerweise nicht dabei.

Niemand war aufgefallen, dass er schon seit geraumer Zeit von niemandem mehr gesehen worden war. Die Eismänner winkten ihnen nach und wandten sich zurück nach Hause in Richtung Eisland.

König Kühl wollte zurück in seine eisige Welt. Außerdem schwitzte er etwas.

Die ausgeglichene Wärme war er nicht gewohnt. Der König wankte etwas, weil zu viel

von dem Kartoffelschnaps probiert hatte, aber er war bester Stimmung. „Ich hätte nie gedacht, dass die Sandleute so nett sein können“, meinte er fröhlich.

In diesem Augenblick kamen Tongo und Tonga zu ihm gestürzt. Sie sahen völlig verzweifelt aus. „Wir können die Eisprinzessin nirgends finden!“ „Los sucht noch mal alles ab! Vielleicht hat sie sich hier irgendwo verlaufen“, rief Kühl verzweifelt. Die Eisbären galoppierten die nähere Umgebung ab. Auch das Flüsschen wurde genau untersucht. Aber sosehr sie sich auch bemühten, nirgends war ein Zipfelchen von

ihr zu entdecken.

Ein Quarzschuh von ihr wurde schließlich am Rand einer Sanddüne gefunden. Das war alles!

Die Eisprinzessin blieb verschwunden!

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Über den Autor

welpenweste
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Hoffentlich glückt es.
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CHM3663 Das Lesen dieser tollen Geschichte entführt die Leser in eine fantastische fremde Welt, die einem nach und nach vertrauter wird, und baut die Spannung kontinuierlich auf.
Im Kopf läuft beim Lesen ein Film ab und man freut sich am Ende von jedem Kapitel auf das nächste!
Dankeschön und herzliche Grüße,
Chrissie
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