Journalismus & Glosse
Die Harpie

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"Gewaltig und leider selten!"
Veröffentlicht am 27. September 2016, 14 Seiten
Kategorie Journalismus & Glosse
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich versuche mit guten Geschichten zu unterhalten. Hoffentlich glückt es. Ich bin Jahrgang 1958, in München geboren. Seit meiner Kindheit schreibe ich, habe aber nie eine Profession daraus gemacht. Meine zarten Versuche mal eine meiner Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen sind gescheitert. Hier gibt es eine Auswahl von Kurzgeschichten aller Art. Sie sind in ihrer Kürze dem Internet und e-pub Medium angepasst.
Gewaltig und leider selten!

Die Harpie

Vorbemerkung

Kaum Einer kann mit dem Begriff "Harpie" etwas anfangen.

Es handelt sich um einen Vogel, aber was für Einem!






Copyright: G.v.Tetzeli

Cover: G.v.Tetzeli


Die Harpie

In der griechischen Mythologie gibt es die Harpyien. Sie sind Mischwesen aus Frau und Flügeln. Sie zischen in der Luft herum und sollen dabei schnell wie der Wind sein. Sie haben recht unangenehme Aufgaben. Einerseits lungern sie in Höhlen auf Kreta herum, andererseits müssen sie die Toten in den Tartaros (Unterwelt) tragen. Ab und an haben sie auch Leute zu töten, die dem Gottvater Zeus ein Dorn im Auge geworden sind. Rachewesen.

Wir befassen uns hier aber mit dem Vogel, der Harpie (Harpia harpyja). Sie ist der stärkste Raubvogel der Welt. Die Art ist

monotypisch also die einzige, die in der Natur vorkommt. Sie wird bis zu 1,10 Meter lang und die Flügelspannweite erreicht sogar etwas über 2 Meter. Mit 4 bis fast 5 Kilo hat sie ein ordentliches Gewicht. Der Größte vergleichbare Raubvogel ist der Seeadler, der bis zu 7 Kg auf die Waage bringt und über eine Flügelspannweite von 2,5 Meter verfügt. Betrachtet man allerdings die Muskeln, die Krallen und welches Gewicht transportiert werden kann, da schlägt die Harpie alles!

Außerdem ist sie für ein Vogel dieser Größe unglaublich wendig. Sie kommt von Mexico bis Brasilien, Argentinien vor. Sie bewohnt die Regenwälder und benötigt ein riesiges Jagdgebiet.

Ihre Beute ist beachtlich. Besonders beliebte Leckereien stellen Affen und Faultiere dar.

(Ist die Harpie erregt stellt sie die Kopffedern auf)

Man bedenke, dass ein Faultier bis zu 11 Kg wiegen kann! Dass sie ein Flugkünstler ist, sagte ich schon. Wie wollen sie sonst einen Affen aus dem Geäst "pflücken". Der Affe ist ja auch nicht langsam unterwegs. Ansonsten wird alles erbeutet, das genügend Fleisch verspricht.

(Aufnahme der Harpie im Flug, Panama)

Dazu gehören größere Vögel, Schlangen, Echsen. Ihr Nest baut sie in riesigen Höhen, in den Kronen dominanter Baumriesen.

(Krallenvergleich: L. Hapyie, Steinadler,dann Weißkopfseeadler; Rotschwanzbussard)


Es ist das größte und schwerste Nest der

Vogelwelt. Es kann bis zu 1,20 Meter hoch werden und hat einen Durchmesser von bis zu 1,5 Metern.

Leider wird immer nur ein einziger Jungvogel

aufgezogen, der von dem Weibchen 70 Tage lang betreut und beschützt wird.

Das Männchen sorgt für den gedeckten Tisch. Da schleppt der Altvogel durchaus einmal auch einen Nasenbären an. Weniger erfreulich finden die Menschen, wenn plötzlich

ein "Haustier" fehlt.

Nach diesen 70 Tagen jagt das Weibchen ebenfalls.

Sechs Monate braucht es, bis das Junge flügge geworden ist und erst nach weiteren sechs bis acht Monaten wird es selbstständig. Die geringe Nachwuchsrate und das Abholzen des Regenwaldes dezimieren diese außerordentlichen, prächtigen, einzigartigen Greifvögel und ich befürchte, dass ihr Aussterben nicht mehr aufzuhalten ist.

Da sie ein so außerordentlicher Vogel ist, wird sie außerdem von Wilderern bejagt. Da helfen auch die strengsten Schutzgesetze

nichts.

Habgier kennt keine Grenzen.


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welpenweste
Ich versuche mit guten Geschichten zu unterhalten.
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Ich bin Jahrgang 1958, in München geboren.
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erato 
Finde es wunderbar - wieder etwas gelernt zu haben
und das ist bei vielen Beiträgen von DIR so... also
Kompliment hoch 2.....
GghG Thomas
Vor langer Zeit - Antworten
CHM3663 Ich staune immer wieder und ich liebe es, abends ein Stückchen schlauer ins Bett zu gehen, als ich am Morgen noch war! ;-)
Und ich gebe offen zu, dass ich bisher wirklich geglaubt habe, dieser beeindruckende Vogel wäre nur ein Fabelwesen.
Es ist unsagbar toll und wichtig, dass Du immer wieder so seltene, hoch interessante Tiere findest und daran erinnerst, wie traurig es ist, was der Mensch mit der Natur anstellt!
Vielen herzlichen Dank und LG, Chrissie
Vor langer Zeit - Antworten
Bleistift 
"Die Harpie..."
Deinem Bericht zufolge ist es natürlich nicht verwunderlich,
dass die alten Griechen dieses imposante Tier in ihre Mythologie
eingebaut haben, denn es wirkt allein schon von seiner stattlichen
Größe und von seinen Fähigkeiten her sehr überzeugend...
LG
Louis :-)
Vor langer Zeit - Antworten
welpenweste Umgekehrt: Die Harpyie wurde nach der griechischen Mythologie benannt. Die alten Griechen kannten diesen Vogel gar nicht!
Danke für Kommi und Dein nettes Lob!
Günter
Vor langer Zeit - Antworten
EagleWriter Meine Liste der Dinge mit denen ich nicht in Kontakt kommen will ist grade einen Punkt länger geworden : Harpien-Klauen ^^ Kommt gleich nach raffiniertem Plutonium.
lg
E:W
Vor langer Zeit - Antworten
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