Kurzgeschichte
Aufwachen in Deutschland

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"Nicht immer ist es leicht, den Tag mit positiven Gedanken zu beginnen."
Veröffentlicht am 01. Juni 2016, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Nicht immer ist es leicht, den Tag mit positiven Gedanken zu beginnen.

Aufwachen in Deutschland

Aufwachen in Deutschland


Stille. Leere. Ich liege einsam in meinem Bett, friedlich schlafe ich und bin weit weg von allem, von der Welt mit ihren Ereignissen und Schicksalen, von dem Leid welches so viele Menschen erleben und ertragen müssen. Doch im Schlaf bin ich in einer anderen, besseren und traumhaften Welt. Aber ist sie eben nur ein Traum.



Plötzlich und ganz unvermittelt reißt mich das fürchterliche Geplärre meines Weckers aus meinem Schlaf. Ich öffne meine Augen. Dunkelheit. Mit meiner

linken Hand betätige ich den Knopf meines Weckers und der Zustand der Stille tritt wieder ein. Langsam wachen meine Gedanken auf, kehren zurück zur Realität, zum Leben im Deutschland im Jahr 2016. Angst ist die treibende Kraft der Zeit. Angst vor Veränderung, Angst vor dem neuen, Angst vor aufziehenden Gefahren. Und so hat wohl jeder eine Angst in sich, auch wenn gleichwohl jeder eine andere haben mag.

Und so bahnt sich auch bei mir die Angst wieder ihren Weg in mein Bewusstsein. Und so muss ich mir selbst und anderen gegenüber eingestehen: Ja, auch ich habe Angst. Ich blicke auf ein Land, das im Wandel liegt. Wenn ich

genau hinsehe erkenne ich es in bestimmten Teilen beinahe nicht wieder. So sehr haben die letzten Monate schon gewirkt. Und die aktuelle Lage offenbart den scheinbar grenzenlosen Hass, den Unwillen zur demokratischen Lebensführung und überhaupt wie fremd viele den Idealen der westlichen respektive der deutschen Gesellschaft sind. Alle Menschen sind gleich? Die Würde des Menschen ist unantastbar? Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit? Das sind doch einige der Grundsätze auf denen unser Land aufbaut. Warum aber akzeptieren wir dann Menschen, die diese nicht anerkennen. Die diesen Staat

nicht anerkennen, seine Organe, seine Handlungen und seine Verantwortung. Nun sind sie da, zeigen ihr wahres Gesicht und zerstören das Bild Deutschlands, schädigen es nachhaltig und verändern es. Gemeint sind die Bürgerinnen und Bürger, die so zahlreich und offenkundig ihrem Hass freien Lauf lassen. Die Unterkünfte von Schutzsuchenden, weil hilflosen Menschen, in Brand setzten und dabei skandieren Sie sein das Volk. Und damit ziehen sie große Worte, in denen einst der Wille zur Demokratie lag, in einen Sumpf der so tief und trüb ist und aus dem nichts Gutes hervorgehen mag. Fremdenfeindlichkeit ist wieder en

vogue. Und was lange Zeit versteckt war und nur latent zum Vorschein trat ist wieder ganz offen und mitten in unserer Gesellschaft. Familien entzweien sich, Freundschaften zerbrechen. Menschlichkeit ist zu Gutmenschentum geworden. Und alle die gegen den Rechtsruck ankämpfen, müssen sich als solche diffamieren lassen. Als Rot-Grün versiffte links liberale Gutmenschen mit verlogener Lügenpresse und einer Mutti, die die deutsche Kultur zerstören möchte. Wie abstrus das alles auch klingt, es gibt Menschen unter uns, die genau das glauben. Compact und RT Deutsch sind deren Medien. Und man kann wohl leider behaupten, dass sich

diese von unserer Gesellschaft abgewendet haben.  Wozu manche von ihnen bereit sind sieht man an der Zunahme an Straftaten gegen Flüchtlingsheime. Wann diese Gewalt auch auf Deutsche, die nicht in die Hetzte mit einstimmen, übergreift, kann ich nicht wissen. Doch die Angst, dass es soweit kommen wird begleitet mich genauso wie die Angst, dass die kommenden Wahlen etwas bringen, das Deutschland nachhaltig verändert. Dass dieses Land zu einem Land wird, das nicht mehr mein Land ist. Deutschland ist das Land in dem ich geboren wurde, hier lebe ich, hier habe ich mich entwickelt zu einem demokratisch

denkenden Menschen. Deutschland ist für mich Demokratie und ich hoffe, dass das so bleibt.

Und so stehe ich auf, gehe in den Tag und hoffe das beste, das Deutschland einen Weg aus dieser besorgten-Bürgerkriese findet.

 

artnok 02/16

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ArnVonReinhard "Wenn ich genau hinsehe erkenne ich es in bestimmten Teilen nicht mehr (...) den scheinbar grenzenlosen Hass, den Unwillen zur demokratischen Lebensführung (...)

Ich könnte heulen ... nein, ich heule ... noch ...

LG
AvR
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artnok Ich weiß gar nicht so recht was ich antworten soll. Es freut mich natürlich, dass der Text bei dir Gefühle hervorruft und er dir nahe geht, aber eigentlich ist das Thema zu ernst um wirklich Freude empfinden zu können.
LG
artnok
Vor langer Zeit - Antworten
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