Fantasy & Horror
Die Wilde Ebene - 6 - Das StoAx (Teil 1)

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"Die Wilde Ebene - 6 - Das StoAx (Teil 1)"
Veröffentlicht am 20. Juli 2015, 26 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
© Umschlag Bildmaterial: Jon Barnis
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Über mich gibt es erstaunlich wenig zu sagen. Ich schreibe. Hin und wieder. Zeitweise auch mal öfter und intensiver. Ich denke zu oft, urteile zu schnell und merke mir definitiv zu wenig ... zumindest zu wenig von den unwichtigen Sachen die die Welt bewegen und sie dennoch nicht verändern. Ich verabscheue Oberflächlichkeiten und Smal-Talk, rede gern, wenn ich wirklich was bei zu tragen habe, und schweige ansonsten lieber. Ah, und ohne die ...
Die Wilde Ebene - 6 - Das StoAx (Teil 1)

Die Wilde Ebene - 6 - Das StoAx (Teil 1)

vorwort

Ich werde dieses Kapitel, welches eigentlich etwas heraus gelöst aus der eigentlichen Geschichte zu betrachten ist, in mehrere, leserfreundliche Teile zerlegen. Ganz einfach weil es sonst zu lang werden würde. Und das will ja keiner.

Hier also der erste Teil der Geschichte um das Geschenk des Waldes, erzählt ausnahmsweise von Samuel, und mit deutlicher Missbilligung einer bestimmten, bekannten Person.

Leser der vorigen Kapitel dürften nun wissen, um wen es sich handelt, Neueinsteiger, dürfen sich überraschen lassen


Jon.

Sto ax - Geschenk des Waldes Teil 1

An dieser Stelle werde ich das Wort an Samuel übergeben. Ich weiß das es unüblich ist (manche sagen sogar, es sei verboten) die Protagonisten selbst erzählen zu lassen, aber in diesem Fall, werter Juis, werden Sie mir das sicher nachsehen.* Es trägt ohne Zweifel zur Auflockerung der Erzählung bei, was auch dringend notwendig ist an diesem Punkt. Zudem könnte ich die Geschichte um den StoAx nie so gut und ausführlich wieder geben, wie derjenige, der sie erlebt hat. *Anmerkung des obersten Lektors Juis. Nachsehen? Patrius! Was fällt Ihnen ein? Noch nie, ich wiederhole, noch NIE, hat es jemand gewagt, in eine Geschichte in dieser Art ein zu greifen! Selbst Sie nicht! Nicht nur das Sie die Frechheit besitzen, ihre Beobachter-Position

immer wieder zu vergessen, nein, jetzt lassen Sie auch noch ganze Teile der Geschichte von einem Protagonisten schreiben! Einem Protagonisten! Der ihre Identität eigentlich überhaupt nicht kennen sollte! Geschweige denn SIE! Das Maß ist voll, ich werde mich an höchster Stelle dafür einsetzten, das Sie... Handschriftliche Anmerkung von Claudus, Rats-Druckerei, zweiter Produktionsleiter: Ab dieser Stelle wird der Text leider sehr unleserlich und verschwimmt im Weiteren komplett. Vermutlich ein Fehler der Druckmaschine, der sich durch die komplette Auflage zieht. Wie durch ein Wunder sind aber die folgenden Seiten wieder klar leserlich. Wir bitten das zu entschuldigen, wird sicher nicht wieder vorkommen.



Danke lieber Patrius. Ich weiß, dass du damit gegen eine Regel verstößt, vermutlich sogar gegen mehrere, und dir deshalb jemand nach deiner Rückkehr die Hölle heiß machen wird. Aber gerade nachdem was wir zusammen erlebt haben, sehe ich es als großes Privileg an, meine Geschichte selbst erzählen zu dürfen. Dieses Kapitel gibt also in etwa das wieder, was ich der Lady damals am Feuer auch berichtet habe, nur ein wenig ausführlicher. Einen StoAx zufällig zu finden ist eigentlich unmöglich, es sei denn jemand ist so ungeschickt und verliert ihn. Ansonsten bekommt man ihn entweder geschenkt, oder überhaupt nicht. Dennoch wusste ich, wollte mein Plan Erfolg haben, unbeschadet nach Baronica zu gelangen, brauchte ich mehr als ein schnelles Pferd, selbst wenn es ein Teil des Weges kannte. Ich brauchte Schutz, einen mächtigen, anhaltenden Schutz, etwas was man

nicht beim nächsten Magiegelehrten um die Ecke bekam. In der alten, nicht sehr umfassenden, dafür aber extrem gut sortieren Bibliothek in Miosma fand ich nach langen Suchen auch endlich ein Buch, welches mir weiter half. Es handelte hauptsächlich von der Flora und Fauna der hiesigen Gebirgsgegend, weitestgehend trocken geschrieben und stellenweise zum Einschlafen langweilig. In einem, leider recht weit hinten befindlichen Kapitel, sprang der Autor aber plötzlich um, wurde euphorisch, phantasievoll und zutiefst mystisch. Dieses Kapitel handelte vom sagenumwobenen Schwarzblutbaum, einer extrem seltenen Eichen-Art, die nur in den Wäldern des hiesigen Hochlands noch zu finden war. Es trug den vielsagenden Titel „Die letzten Schwarzblüter im Dreispitz-Gebirge“.


Von jenen, so hieß es, würde man ein Geschenk erhalten, wenn man es richtig an stellte. Ein Geschenk, das große Macht verlieh, oder großen Reichtum, welches Schutz oder auch Tot bringen konnte. Es wurde leider nicht bis zum Ende genau beschrieben, wie das letztendlich von statten gehen würde, da der Autor wohl nicht selbst dort war. Aber er lieferte zumindest eine recht genaue Wegbeschreibung zu den besagten Bäumen, was ausreichte, um mich zu dieser Reise zu entschließen. So machte ich mich auf, um das „Tal der Winde“ zu finden, jenen versteckten Ort, der noch eine Hand voll dieser seltsamen alten Pflanzen beherbergen sollte. Angeblich lag es etwa zwei Tagesreisen entfernt von Miosma, eingebettet in den riesigen, fast menschenleeren Wäldern des Hochlandes. Allerdings besaß der ursprüngliche Lieferant der Informationen

scheinbar ein Reittier oder verfügte über deutlich ausgeprägtere Wandererfahrungen. Obwohl ich der Wegbeschreibung sehr genau folgte, brauchte ich mehr als eine Woche um das Ziel zu erreichen, machte allerdings auch ein paar großzügige Pausen zwischendurch. Wieder erwartend wurde es eine sehr angenehme und weitestgehend ungefährliche Reise. Die Wälder dort oben gelten, im Vergleich zu anderen Landstrichen der Vergessenen Lande, als sicher. Kaum ein Raubtier verirrt sich in diese Gegend, da sich auch kaum ein potentielles Beutetier dorthin verirrt. Lediglich in einigen abgelegeneren Teilen der Wälder wurden hin und wieder Wölfe gesichtet, welche allerdings deutlich mehr Scheu vor dem Menschen zeigten als ihre Fetter in der Ebene. Zusammengefasst ist die Landschaft dort oben als sehr besonders zu beschreiben. Vor allem

besonders schön. Obwohl man nur wenige Höhenunterschiede überwinden muss und die teils gut erhaltenen, teils extrem verwilderten Wanderwege kaum sportliche Kondition erfordern, ist der Wald außerordentlich vielfältig. Mal steht er in wunderbare, herbstliche Farben getaucht, nur ein paar hundert Meter weiter aber ändert sich das Klima und plötzlich ist er noch in voller Blüte. Ganz so, als ob die Bäume gerade erst aus dem Winterschlaf erwacht wären. Andernorts findet man große, alte Obstbäume, deren Äste voller reifer Früchte hängen. Selbst leichten Schneefall konnte ich erleben, obwohl ich nur wenige Minuten zuvor noch unter Bäumen wandelte, die in voller Blüte standen. Hier vermischte die Natur nach Lust und Laune sämtliche Jahreszeiten, als wäre ihr langweilig. Das gesamte Hochland wird von mehreren kleinen und großen Bächen durchflutet, die

letztendlich aber alle in den Silberfluss münden. Dieser war seit jeher der Hauptgrund, der Menschen in diese abgelegene Gegend führte und auch heute noch eine magische Anziehungskraft auf sie ausübt. Silber gibt es zwar im, mal ruhig dahin plätschernden, mal reißenden Gewässer schon lang nicht mehr, aber das hinderte bisher niemanden, sein Glück nicht dennoch zu versuchen. Mein Weg zu den Schwarzblut-Bäumen führte mich daher an so mancher, aufgegebener Schürfer Siedlung vorbei, zerfallende Zeugnisse einer Zeit voller Reichtum und Mordlust. Hier wurden schon einige Fürsten geboren, die sich mit dem gewonnenen Silber Ländereien kauften, wenn sie es schafften das begehrte Edelmetall rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Gesetze galten am Silberfluss wenig, letztendlich gab es derer auch nur Zwei, das des

Schnelleren und das des besser Bewaffneten. An eben jenem Fluss schlängelte sich ab dem vierten Tag der Reise auch mein Weg entlang, vorbei an saftigen Wiesen auf denen sich wilde Pferde genüsslich den Bauch vollschlugen. Hin und wieder gab es hölzerne Brücken über Seitenarme, die Meisten davon schon sehr altersschwach, welche mit einiger Vorsicht überquert werden mussten. Fünf Tage nachdem ich Miosma verlassen hatte, schlug ich mein Lager an einem kleinen Weiden-Hain, direkt neben dem großen Fluss auf. Ein traumhafter Ort um ein Haus zu bauen, dachte ich spontan. Dabei schwor ich mir doch damals, nie wieder sesshaft zu werden, nie mehr zu besitzen als ich mühelos mit mir tragen konnte. Dieser Platz allerdings, direkt neben den mild rauschenden Bäumen, mit Blick über den Fluss, dahinter der ´Erste Spitz´ und über allen die majestätischen, schneebedeckten

Berge des Großen Walls - dieser Platz war einmalig. Hätte ich kein Ziel gehabt, keine Aufgabe die es zu erfüllen gab, ich wäre dort geblieben, vermutlich sogar für immer. Vielleicht wenn alles vorbei war, sagte ich mir, sah in den dunkelblauen Nachthimmel auf, der durch die Blätter der Weiden seine Sterne offenbarte, und schlief irgendwann friedlich ein. Am Nachmittag des sechsten Tages erreichte ich endlich den kahlen Hügel, welcher in den Aufzeichnungen beschrieben wurde als `Tor zum Schwarzblut-Wald`. Hier oben vermochte es kaum ein Gewächs, sich am felsigen Untergrund fest zu klammern, so dass man eine gute Sicht auf die umliegenden Wälder erhaschen konnte. Tatsächlich lag unter mir, nicht mehr als zwei Stunden Fußmarsch entfernt, ein besonders alt wirkender, verknöcherter Wald, dessen Stämme sich dicht

aneinander drängten. In mitten der alten Bäume war eine kleine Lichtung aus zu machen, das Ziel meiner Reise, wenn die Wegbeschreibung korrekt war. Der Weg dorthin stellte sich als weniger beschwerlich heraus als vermutet. Ein kleiner, gut erhaltener Trampelpfad führte zielsicher auf die Lichtung zu, man musste also schon blind sein, um sie zu verfehlen. Weder die verästelten Bäume, noch hungriges Getier schienen mich daran hindern zu wollen, unbeschadet an mein Ziel zu gelangen. Auch wenn in dem Buch ausdrücklich davor gewarnt wurde, den Wald bei Nacht zu betreten, konnte ich mir nicht vorstellen, was zu dieser Tageszeit anders sein mochte. Alles um mich herum schien mehr als friedlich, obwohl der dichte Baumbewuchs kaum einen Sonnenstrahl bis zum Waldboden durch ließ. Der Zustand des Pfades ließ die Vermutung zu, dass der letzte Wanderer hier etwa vor zwei Wochen entlang gekommen sein musste. Scheinbar finden sich

immer wieder Wagemutige, wie ich, die versuchen, den alten Bäumen ihre Schätze zu entlocken. Am späten Nachmittag erreichte ich die Lichtung, welche kaum zu verfehlen war, bildete sie doch im Sonnenlicht einen strahlenden Kontrast zum eher düsteren Wald. Ich trat zaghaft auf die Wiese hinaus, welche nicht viel größer als ein handelsüblicher Marktplatz war, und erblickte sogleich den ersten Schwarzblut-Baum am anderen Ende. Er wurde an beiden Seiten gesäumt von starken, alten Erlen und einer sehr verwachsenen Blaukastanie, stach aber dennoch deutlich hervor. Nicht nur weil er seine Nachbarn um ein paar Meter überragte, auch wegen seines wuchtigen Stammes, der wie ein Bollwerk im Erdreich versank und aus dem dunkelsten Holz bestand, dass ich jemals gesehen hatte.


Ein erhabenes Stück Natur, für wahr, beeindruckend und irgendwie einschüchternd zugleich. Als ich weiter auf die Wiese hinaus trat, erkannte ich, dass der Baum nicht der Einzige seiner Art am Rand der Lichtung war. Insgesamt standen dort fünf Exemplare, einer größer und beeindruckender als der Andere, alle deutlich älter als der Wald um sie herum. In der Mitte der Lichtung lagen einige große, gelbliche Steine verstreut, vermutlich die Überreste eines ehemaligen Sandsteinfelsens, nun umwuchert von Moos, Gras und Gestrüpp. Manche waren flach, andere rundlicher, keiner aber höher als ich. Die nächste und zugleich letzte Anweisungen im Buch hatte geheißen: "nun sollte man sich setzen, Geduld beweisen und warten. Viel Glück!" Also beschloss ich, genau das zu tun. Warten.


Ein flacher Stein, der fast in der Mitte der Lichtung lag, schien mir dafür der beste Ort. Längere Zeit geschah wenig. Hin und wieder flog ein bunter, eigenartig zirpender Vogel vorbei, der mich jedes Mal misstrauisch beäugte. Zwischen den Bäumen raschelte es, manchmal waren seltsame, tierische Laute zu hören, ihre Verursacher ließen sich aber nicht blicken. Einige Insekten versuchten energisch meine gespannte Ruhe zu stören, indem sie mich ohne Unterlass umsummten, aber aus Ehrfurcht vor dem Ort schenkte ich ihnen keine Beachtung. Bald darauf verschwanden sie wieder, sichtlich frustriert, um sich ein anderes Opfer zu suchen. Ich lauschte angespannt den Blättern, welche im Wind zu flüstern schienen, als ob sie beraten würden ob es wert wäre, sich mit mir zu befassen. Letzten Endes mussten sie sich geeinigt zu haben, denn aus einer Lücke zwischen den Bäumen trat ein kleines Wesen auf

die Lichtung. Ein Bergling, wie die gnomartigen Geschöpfe sich selbst nannten, auch wenn das für mich immer eher nach einer Pilzsorte klang. Gerade mal so hoch wie das Schienbein eines normal gebauten Menschen, dafür aber drahtig und recht agil. Er sah etwas verschlafen drein, wischte sich die verquollenen Augen, als er ins Sonnenlicht trat und wehrte sie lästigen Strahlen mit der kleinen, knöchernen Hand ab. "grf, schon wieder einer" murmelte er in sich hinein, stapfte aber weiter pflichtbewusst auf mich zu. Ich wartete derweil geduldig, wie geheißen. Ohne groß von mir Notiz zu nehmen, krabbelte er auf einen höheren Stein, den man wohlwollend fast als Felsen hätte bezeichnen können, wischte mit ein paar schnellen Handbewegungen den gelben Sandstaub von

dessen Oberfläche und ließ sich dann dort nieder. "gut, kommen wir zu Sache" sprach´s, mit einem etwas an genervtem Unterton, wie ein Fremdenführer der die gleiche Tour heute schon das fünfte Mal macht. "glotzen oder wagen?" Ich war etwas verdutzt "was meinen Sie bitte?" "grf, gut, Langfassung: möchte der Wanderer hier sitzen und die schöne Aussicht auf die letzten fünf Schwarzblut-Bäume der bekannten Welt genießen, oder ist er gekommen, sich der heiligsten aller Prüfungen zu unterziehen, um das wertvollste zu erlangen was dieser Wald zu geben hat?"

Das klang extrem einstudiert, vermutlich zog es der Kleine normalerweise vor, sich kurz zu fassen. Längere Ansprachen lagen ihm überhaupt nicht. "Wenn es beliebt" entgegnete ich im freundlichen Ton, wobei ich ihn unbewusst imitierte "würde ich gern beides tun" Darauf war er wohl nicht gefasst gewesen. Seine grasgrünen Augen weiteten sich etwas und ein überraschtes Grinsen glitt über den fleischigen Mund "Oh wirklich? Beides? Lang nicht gehört. Wirklich lang nicht! Sehr schön. Muss aber darauf bestehen, das Glotzen auf später zu verschieben, nach der Prüfung. Wenn dann noch am Leben.


Will bald wieder ins Bett, wenig Schlaf, zu viele Menschen" Er unterstrich das eben gesagte mit einem langen Gähnen, welches seine spitzen, ausgesprochen gepflegten Zähne offenbarte. Die Anspielung auf die Gefahr das Leben zu verlieren, überhöhte ich erst einmal geflissentlich. Sicherlich wollte der Bergling damit die Situation nur etwas dramatischer gestalten. "Gern, ich bin bereit für die Prüfung." "Bist nicht, glaub mir. Bist nicht. Ist keiner. Egal." Er stellte sich auf, Strich sich ein paar Schweißtropfen von der Stirn und begann wieder den einstudierten Text zu rezitieren


"Die erhabenen Schwarzblutbäume geben ihren Schatz demjenigen nur Preis, der es versteht, sie von seiner Rechtschaffenheit zu überzeugen. Viele schon haben es probiert, nur sehr wenige sind nicht gescheitert." Er machte eine kurze Pause "letzte übrigens vor 64 Jahren. Lang her. Kann mich erinnern, alter Mann aus dem Tal, war sehr gerissen" Das gehörte wohl nicht zum Text sondern war eine spontane Eingebung, nach der er aber unbeirrt fort fuhr. "Die Prüfung ist jedes Mal eine Andere, kein Prüfling weiß was ihn erwartet. Es gibt, solltest du die Herausforderung annehmen, ab dann nur noch drei Möglichkeiten für dich. Du meisterst die Prüfung und erhältst das versprochene Geschenk des Waldes. Du versagst, und darfst die Prüfung nie wieder ablegen,

aber zumindest am Leben bleiben und von Dannen ziehen. Oder du betrügst und... " in dem Moment hob er theatralisch den linken Arm, worauf es sogleich im Wald rings um mich zu rascheln begann. Wie auf Kommando traten aus dem Dickicht zwischen den Bäumen Wölfe ins Licht, mit dichtem grauem Fell, den Blick noch gutmütig und interessiert auf mich gerichtet. Dennoch waren sie ohne Zweifel bereit, jeder Zeit auf Kommando... Aber ich hatte nicht vor zu betrügen, daher hielt sich meine Angst in weitläufigen Grenzen. "Hoffe du verstehst die Regeln?" fragte der Kleine argwöhnisch.




"Ja, ich werde fair spielen und mich der Prüfung stellen." "Gut. Dann beginnt es jetzt." Er drehte sich zu dem Schwarzblutbaum um, der ihm am nächsten stand und sagte "Ehrwürdiger Haga, ich bin bereit" Dann streckte er beide Arme aus und verneigte sich. Was nun geschah konnte ich nicht genau beobachten. Zwar ging ein sanftes Zittern durch seinen kleinen, blass grünen Körper, aber mehr geschah nicht. Erst als er sich wieder in meine Richtung drehte, bemerkte ich eine Veränderung. Sein Gesichtsausdruck war nun weniger genervt, eher freundlich und interessiert. Aber auch eine Spur Hochmut lag jetzt darin, die irgendwie nicht recht zu ihm passte. Seine Müdigkeit schien dafür komplett

verschwunden, der Bergling war nun voll auf mich konzentriert.



Fortsetzung folgt... in Teil 2

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Über den Autor

JonBarnis
Über mich gibt es erstaunlich wenig zu sagen. Ich schreibe. Hin und wieder. Zeitweise auch mal öfter und intensiver. Ich denke zu oft, urteile zu schnell und merke mir definitiv zu wenig ... zumindest zu wenig von den unwichtigen Sachen die die Welt bewegen und sie dennoch nicht verändern. Ich verabscheue Oberflächlichkeiten und Smal-Talk, rede gern, wenn ich wirklich was bei zu tragen habe, und schweige ansonsten lieber. Ah, und ohne die rudimentäre Rechtschreibkorrektur von Open-Office wäre ich schon komplett aufgeschmissen. Was sagt das alles über mich aus? Falls jemand die Antwort weiß, bin ich für jede Nachricht diesbezüglich offen :)

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Loraine Gefällt mir - okay ich bin Baumfreundin - Deine Geschichte an Tempo, Naturbeschreibung und Handlung in Deinem Rhythmus nimmst den Leser mit auf eine so andere Reise. Lebendig - interessant und spannend. LG Loraine
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JonBarnis Danke für deinen Kommentar! Schön das es dir gefallen hat, die beiden anderen Teile kommen morgen noch dazu, damit die Geschichte komplett ist.
Gruß, Jon
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