Krimis & Thriller
ANONYMOUS

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"ANONYMOUS"
Veröffentlicht am 18. April 2015, 28 Seiten
Kategorie Krimis & Thriller
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ANONYMOUS

Kapitel 1

Ich schaue aus dem Fenster. Ich sehe den verlassenen Rummelplatz, der meinem Vater gehört hatte, bevor er Bankrott ging. Früher lebten wir in einem schönen Einfamilienhaus, mit großem Garten. Mittlerweile lebe ich alleine in einem Wohnwagen auf dem Gelände des Rummelplatzes. Meine Eltern starben bereits letzten Winter. Verwandte habe ich, soweit ich weiß, keine mehr. Jeden Tag sitze ich hier, starre aus dem Fenster, lass meinen Blick über den Rummelplatz schweifen und vermisse meine Eltern. Meinen Bruder. Meine Schwester. Ich gönne es mir zwar jeden Tag hier zu sitzen und in tiefe Trauer zu versinken, aber ich raffe mich dann auch wieder auf. Schließlich möchte ich nicht mein ganzes Leben in Trauer verbringen. Doch heute ist etwas anders. Ich schaue genauer

hin und bemerke eine Bewegung hinter der Geisterbahn. Die Neugier packt mich. Aber war es in Filmen nicht immer das falsche einer Bewegung zu folgen....? Egal, ich nehme einfach mein Messer für den Notfall mit. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Ich schnappe mir eine Taschenlampe und mache die Tür auf. Frische Nachtluft strömt mir entgegen. Langsam schleiche ich Richtung Geisterbahn. Allein neben einer Geisterbahn zu wohnen ist schon Horror-mäßig genug. Und jetzt gehe ich auch noch auch noch hin. Ist aber auch nicht das erste Mal... Draußen ist es eisig kalt. Im Schein der Taschenlampe sehe ich meinen Atem. Ich halte das Messer schützend vor mich. Es ist dunkel und ich höre kein einziges Geräusch. Jetzt komm ich mir ein bisschen lächerlich vor. Wenn das jemand sehen könnte. Ich laufe an der Schiffschaukel vorbei und lausche wieder. Da! Hatte ich eben nicht einen Schritt gehört? Ich mache die Taschenlampe aus, damit mich der

Fremde nicht sehen kann. Langsam laufe ich um die Ecke. Gerade sehe ich noch eine Gestalt in die Geisterbahn huschen. Sollte ich wirklich da hineingehen? Ich habe schon ein bisschen Bammel, aber ich kenne ja alle Tricks aus Horrorfilmen. Ich fasse einen Entschluss und setze meinen Fuß in das Gebäude. Ich hätte nicht gedacht, dass es noch dunkler sein könnte als in dieser kalten Dezember Nacht. Doch konnte es. Hier in der Geisterbahn sah man wirklich nichts. Ich knipse meine Lampe wieder an und leuchte in die Bahn hinein. Da stehen Skelette, mit zu lachend geöffneten Kiefern, sägten sie andern Skeletten die Plastik Gliedmaßen auf und freuten sich darüber. Ich erschaudre, erschrecke aber kaum. Zum Glück mache ich jeden Morgen Sport, so kann ich mich wehren falls was passiert. Am liebsten Boxe ich. In meinem Wohnwagen hängt ein Boxsack, mit dem Bild eines Mannes, an dem ich mich noch rächen muss. Jeden Tag trainiere

ich für mein Ziel. Ich weiß nicht wie der Mann heißt, aber genau wie er aussieht... Ich merke, dass ich stehen geblieben bin und laufe langsam weiter. Am Ende des Ganges sehe ich eine Tür. Ich mache meine Taschenlampe wieder aus und öffne die Tür ganz langsam. Hier war ich schon oft gewesen, aber jetzt drang Licht aus schlitzen im Boden, wie von einer Falltür. Ich untersuche den Boden genauer und tatsächlich, ist dort eine Falltür eingelassen. Die habe ich noch nie gesehen. Ich mache sie vorsichtig ein Stück auf. Zum Glück quietscht sie nicht. Ich sehe eine Leiter, Zwänge mich durch den kleinen Spalt und steige hinunter. Was ich sehe verschlägt mir den Atem.

Kapitel 2

Da stehen etwa 15 Menschen in weißen Kutten und mit Masken. Ich kenne diese Masken. Es sind Anonymous Masken. Sie tragen Fackeln in der Hand und sie summen. Ein tiefer Klang hallt durch dieses dreckige Loch hier. Ich glaube mein Herz ist gerade stehen geblieben. „Willkommen.“ sagt einer der maskierten. Die Stimme klingt unerwartet hoch. Geradezu kindlich. Sie kommen langsam auf mich zu. Sie umringen mich, die Fackeln vor sich haltend. Ich stehe noch direkt neben der Leiter die nach oben führt. Mir bleibt nur diese eine

Möglichkeit. Ich beginne die Leiter hastig hinaufzuklettern. Zu langsam. Einer der maskierten ist schnell neben mir und hält mich am Bein fest. Ich ziehe am Bein und entwinde es ihm wieder. Der maskierte hat ganz schön Kraft. Ohne zu Überlegen trete ich ihm mit voller Kraft in seine Maske. Er hält sich noch kurz und geht dann zu Boden. Die andern sind total verdattert und ich nutze die Gelegenheit, die Leiter vollends hoch zu klettern. Oben angekommen, schlage ich die Falltür zu. Schnell laufe ich zum Wohnwagen zurück. Ich hätte irgendwas auf die Falltür stellen sollen. Schnell schnappe ich mir meinen Notfall Rucksack und

verschwinde von dem Rummelplatz. Nach etwa 10 Minuten komme ich außer Atem bei einem kleinen Wäldchen an. Hier habe ich ein Lager gebaut für den Notfall... auch wenn ich da mehr an den Mann auf dem Boxsack gedacht habe. Naja jetzt packe ich erst mal meinen Rucksack aus: Eistee, Cappuccino, Laptop und einige nützliche Dinge wie Seile und Messer. Ich mache es mir Gemütlich. Lange werde ich hier jedoch nicht bleiben, denn das Lager ist nicht regendicht. Aber für heute Nacht sollte es reichen. Ich hoffe, dass diese seltsamen Typen mir nicht gefolgt sind. Ich habe zwar keine Ahnung was das für Leute waren,

aber für mich sah es nicht so aus als wollten sie mich zum Tee einladen. Diese Masken, diese Kutten, diese Stimmen.. Ich glaube das waren tatsächlich Kinder gewesen. Ich mache einen Cappuccino auf, mache meinen Laptop an und google nach den Masken. Ich finde jedoch nichts vernünftiges. Langsam werde ich müde. Ich lege mich hin und lasse mir alles nochmal durch den Kopf gehen... das war wirklich komisch gewesen. Ich höre Vögel zwitschern und entfernt das Rauschen einer Autobahn.


Kapitel 3

Ich wache auf. Die Sonne blendet mich, ich habe zu lange geschlafen. Schnell packe ich meine Sachen und verlasse das Lager. Doch was jetzt? Am besten gehe ich in die Stadt. Also laufe ich Richtung Innenstadt. Hier in der Gegend gibt es nicht viel Wald, auch dieser ist nicht sehr groß. Ich durchquere ihn schnell.Auf meinem Rücken habe ich alle meine Sachen in einem Rucksack dabei. Während ich laufe, denke ich viel nach. Ich laufe immer noch weg, denke ich. Aber ich will mich nicht verstecken. Und wovor überhaupt? Ich beschließe mich heute Abend noch einmal in die

Geisterbahn zu wagen. Vorher will ich aber noch im Waffenladen vorbei schauen. Sicher ist sicher. Ich laufe weiter auf der Straße. Die Stadt wird immer belebter. Jetzt ist der Laden schon in Sicht. Er befindet sich am Ende einer Einkaufstraße. Ich gehe hinein und schaue mich um. Niemand da. Mal sehen was es hier so nützliches gibt... Diese Armbrüste sehen verdammt gut aus, oder doch lieber ein Bogen? Ich schaue mir den Preis von einer Armbrust an: 300 € Das ist zu viel! Ich schaue mich nochmal um, immer noch niemand zu sehen. Also gut denk ich mir. Tief durchatmen, Armbrust und Pfeile schnappen und raus

rennen. Auf dem Weg nach draußen sehe ich noch ein Messer, welches ich auch noch einstecke. In einer Gasse angekommen, atme ich erst mal durch. Lange nichts mehr geklaut. Irgendwie macht mir das Spaß. Ich verstaue die Armbrust, behalte das Messer jedoch in Griffbereitschaft. Ich beschließe gleich zur Geisterbahn zurück zu gehen. Ich wüsste sowieso nicht was ich den ganzen Tag machen sollte. Wahrscheinlich ist es auch klüger tagsüber dort hinzugehen. Also mache ich mich auf den Weg zurück mit einem Umweg zum Wald. Mit jedem Schritt, steigert sich die Anspannung in meinem Körper. Aber bevor ich zur Geisterbahn

gehe, schau ich noch mal im Wohnwagen vorbei. Dort angekommen, packe ich die Armbrust aus und schaue sie mir genauer an. Ich weiß nicht woraus sie gemacht ist, aber sie ist auf jeden fall sehr leicht. Ich lege einen Pfeil ein und spanne die Armbrust langsam auf. Ich ziele auf meinen Boxsack und drücke ab. Der Pfeil zischt durch den Wagen auf den Boxsack zu und bleibt zitternd darin stecken. Ich hätte mir schon früher eine Armbrust „kaufen“ sollen. Außerdem ist sie ganz in Schwarz. Da fällt sie nachts nicht auf. Jetzt fühle ich mich schon viel sicherer und mache mich auf den Weg zur Geisterbahn.

KAPITEl 4

Wie ich jetzt so am Riesenrad vorbei schleiche, komme ich mir noch lächerlicher vor, als gestern. Aber ich fühle mich sicherer. Viel sicherer. Als ich um die Ecke an der Schießbude vorbeilaufe, stockt mir der Atem. Von der Geisterbahn ist fast nichts mehr übrig. Sie ist abgebrannt. Fast vollkommen abgebrannt. Ich lasse die Armbrust sinken. Was soll ich jetzt machen? Es steigen noch Rauchschwaden auf. Ich könnte warten bis alles abgekühlt ist und dann die Falltür öffnen. Ich beschließe wieder zum Wohnwagen zurück zu gehen. Ich drehe

mich um und erstarre. Auch der Wohnwagen ist abgebrannt. Langsam nehme ich die Armbrust wieder hoch. Diese Schweine denke ich. Kalte Wut steigt in mir hoch. Ich ziele blindlings in die Luft und schieße einen Pfeil ab. Ich spüre einen Stoß von hinten, ich stolpere, ich falle. Ich bekomme nur noch vage mit, was passiert. Die Welt vor meinen Augen wird schwarz. Ich wache auf. Ich sehe kaum etwas. Mit der Zeit gewöhnen sich meine Augen ein wenig an die Dunkelheit und ich erkenne einen Raum. Der Raum hat keine Tür, kein Fenster. Ich bin eingeschlossen. Aber wie bin ich

hier reingekommen, wenn es keine Tür gibt? Ich untersuche den Raum genauer. Die Wände sind rau, auf dem Boden liegt ein Teller mit essen und eine Tasse mit Wasser. Von der Decke tropft Wasser. Wo war ich hier? Ich versuche etwas zu hören, aber ich höre nur das monotone Tropfen des Wassers. Ich sollte etwas essen. Und wenn das Essen vergiftet ist? Egal, mein Magen knurrt. Es gibt Spaghetti mit Tomatensoße. Aber es gibt kein Besteck. Mir fällt ein – ich habe ja in meinem Rucksack meine Camping-Ausrüstung dabei! Ich taste hinter mich, doch der Rucksack ist nicht mehr da. Ich ringe kurz mit mir selbst, und beschließe dann

einfach mit den Händen zu essen

kapitel 5

Das Essen ist kalt. Und wie ist das Essen hier reingekommen? Nachdem ich das Essen gegessen habe, untersuche ich den Raum weiter. Was sich als schwierig erweist, denn es ist nicht besonders hell hier drin. Nur eine kleine, nackte Glühbirne hängt von der Decke. Das Kabel kommt direkt aus der Wand, kein Lichtschalter im Zimmer. Das Licht flackert. Wenn es ausgehen sollte, werde ich gar nichts mehr sehen. Alle Wände sind kalt, außer die, an der ein, naja Bett will ich es nicht nennen steht, in dem ich erwacht bin. Ich klopfe die Wand ab. Sie klingt

nicht sehr massiv. Ich kann jedoch keine Unregelmäßigkeiten erkennen. Ich versuche das Bett zu bewegen. Keine Chance. Da in der Wand gegenüber von meinem Bett, ist eine kleine Unregelmäßigkeit zu erkennen. Eine schmale Fuge zieht sich über die Wand. Es könnte eine Art Klappe sein. Ich glaube kaum dass sie aufgehen wird, doch ich muss es versuchen. Ich stemme mich gegen die Wand. Nichts passiert. Ich versuche es nochmal. Die Wand bewegt sich, zu meiner Überraschung, um einen Millimeter. Ich stemme mich noch einmal mit aller Kraft dagegen und die Klappe geht noch ein Stückchen weiter auf. Licht fällt durch den Schlitz.

Jetzt sehe ich mehr. Unter dem Bett kann ich eine Art Brecheisen erkennen, welches ich sofort hole und an der Wand ansetze. Die Wand bewegt sich immer mehr, bis der Spalt groß genug ist, damit ich durchschlüpfen kann. Ich stehe in einem Gang, der sehr modern aussieht. Ich laufe nach rechts, sehe meinen Rucksack auf dem Boden stehen. Ich bin verwundert, nehme ihn aber dennoch mit. Ich laufe den Gang weiter. Meine Armbrust ist nicht dabei, darum kümmere ich mich aber nicht weiter. Der Gang führt noch eine Weile lang geradeaus. Jetzt kann ich am Ende des, man kann es schon fast Tunnel nennen, eine Tür erkennen. Ich laufe

schneller auf die Tür zu. Es ist eine blaue, massive Tür. Zu meiner Überraschung ist sie offen. Ich trete hinaus und komme ins staunen. Ich stehe auf einem dicht belebten Marktplatz. Vor mir am Ende des Platzes steht eine riesige Kirche. Ich habe diese Stadt noch nie gesehen. Ich setze mich auf eine Bank am Brunnen und durchsuche meinen Rucksack. Alles außer der Armbrust ist da. Ich mache meinen Laptop an und erstarre. Auf dem Bildschirm ist eine große Anonymousmaske abgebildet und darunter steht: Wir beobachten dich! War es etwa Absicht gewesen, dass ich entkommen bin? Beide Türen waren

offen, der Rucksack stand in dem Gang rum, eine Brechstange lag unter meinem Bett, ich bin Niemand begegnet...?! Schnell klappe ich den Laptop wieder zu und packe ihn ein. Ich schaue mich um, sehe aber nichts verdächtiges. Ich blicke auf die Tür, aus der ich gekommen bin. Über der Tür ist ein Schild. Darauf steht etwas. Ich kann es nicht lesen und gehe näher hin um es zu lesen. Ein Mann in einer weißen Kutte liegt auf dem Dach des Bürgermeisteramtes. Er liegt flach auf dem Bauch, auf einer Decke. Vor ihm steht ein Stativ, auf dem ein russisches Snipergewehr ruht. Sein Auftrag war es, einen jungen Kerl zu

beobachten, der gleich aus der Tür kommen sollte und notfalls einzugreifen. Die Tür öffnet sich. Ein Junge mit Rucksack tritt heraus. In den Adern des Mannes beginnt Adrenalin zu pulsieren. Er klappt das Zielrohr auf. Das Fadenkreuz bleibt die ganze Zeit auf den Jungen gerichtet. Der Junge setzt sich auf eine Bank und holt seinen Laptop raus. Plötzlich packt er ihn wieder ein und geht zurück in die Richtung, aus der er gekommen war. Der Auftrag ist klar. Der Mann zielt, sein Finger zittert. Er drückt ab. Jetzt muss es schnell gehen. Der Mann auf dem Dach packt sein Gewehr ein und verschwindet.


KAPITEL 6 folgt...

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Woody

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Psychokiller Wow wir sind echt very talented!
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Gast Muss schon sagen ziemlich abgefahren, aber ist uns schon echt gelungen "Woody" :D brauch auch nen künstlernamen :D
Vor langer Zeit - Antworten
Woody Haha ja :D
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Bin gespannt wie es weiter geht!
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Dilettant Gefällt mir.
LG
D.
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Woody Danke :)
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mohan1948 Sehr spannend geschrieben - eine Fortsetzung wäre sehr interessant!
Liebe Grüße
Hannelore
Vor langer Zeit - Antworten
Woody Vielen Dank! Freut mich dass es dir gefällt. :)
Eine Fortsetzung existiert bereits, jedoch noch handschriftlich...
Kapitel 2 ist gleich fertig getippt, das hänge ich dann hintendran.
LG Woody
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