Jugendbücher
Melanie Cholie - was meinst du, warum ich lache

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"Ich bin da für dich. Versprochen? Versprochen. "
Veröffentlicht am 08. April 2015, 16 Seiten
Kategorie Jugendbücher
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Über den Autor:

Was willst du denn wissen ? ;) Na ja, zuerst muss ich sagen, das ich einen unsterblichen Faible für viktorianische Schauergeschichten habe. Außerdem lese ich sehr gerne Bücher von Stephen King, Ann Perry, H.P.Lovecraft, Sheridan LeFanu, Edgar Allan Poe und Ambrose Bierce. Satiren ziehen mich ebenfalls in den Bann, wie auch einige wenige Fantasygeschichten u.a. Tolkiens "Der Hobbit" Ansonsten lese ich gerne "Krieg und Frieden" und "Anna ...
Ich bin da für dich. Versprochen? Versprochen.

Melanie Cholie - was meinst du, warum ich lache



Alle Lichter sind aus. Meine Eltern sind ausgegangen. Es ist spät, zu spät für eine dreizehnjährige, würde Dad sagen. Mom würde ihren Kopf schütteln und mich in mein Zimmer beordern. Aber es ist spät und alle Lichter sind aus. Percy schläft und meine Eltern sind nicht da. Keiner würde es sagen. Ich stehe von meinem Bett auf, der Fußboden ist eiskalt. Die Kälte lässt mich erschauern, aber das ist egal, ich will ja ans Fenster. Ich war noch nie um Mitternacht draußen. Dad sagt, man kann soviele Lichter

sehen, nachts ins Kino gehen und mit Freunden im Cafe plaudern. Und das alles um eine Zeit, die für Percy und mich verboten ist. Als ich am Fenster ankomme, schiebe ich den Vorhang leicht zur Seite und drücke mein Gesicht an das kühle mit Regentropfen benetzte Fenster. Es hat geregnet. Wunderschön. Draußen sind viele Farben zusehen. Die Ampellichter scheinen abwechselnd in rot, grün, orange und verschmelzen auf dem Asphalt mit den kleinen, vielen Pfützen.

Hinter mir regt sich etwas. Ich drehe mich um und erblicke Percy, er steht nur in seinem dünnen

Schlafanzug da und schaut mich aus großen Augen an. Ich lasse den Vorhang zufallen, Percy muss wieder schlafen gehen. Ich nehme ihn auf meine Arme und er legt seine fest um meinen Nacken. ,, Melanie?", fragt er mit seiner honigsüßen Stimme und zupft an meinem Nachthemd. Ich lege ihn wieder ins Bett und decke ihn zu. ,, Was ist denn ?", will ich wissen und schaue ihn an. Ich fühle mich so furchtbar leer und Percy versteht nichts davon, was in mir vorgeht. Er ist ein Kind. Er soll nichts wissen, nichts davon. ,, Warum weinst du..?"

Ich schaue auf meine Hand, die bald mit Tropfen übersäht wird. Nur sind es keine schönen Regentropfen wie draußen. Oh, ich habe überhaupt nicht germerkt, das ich geweint hab.

Entschuldige Percy... ich bin zu schwach.

Ich lege mich neben ihn schlafen, Mom und Dad kommen nie zurück, egal wie lange ich mit Percy auf sie warte. Sie kommen nicht. Morgen ist ein neuer Tag, Percy muss in den Kindergarten und ich zur Schule. Ich möchte nicht gehen, lieber warte ich noch auf Mom und Dad.




Ich wachte auf. Instinktiv schaute ich zu Percy nach links rüber, um mich zu vergewissern, ob er auch schlief. Sein Kuscheltier lag fest gegen seine Brust gedrückt, sein Atem ging regelmäßig und sein schlafender Blick schien so hilflos wie nie zuvor. Ich sah auf die Uhr. Gleich würde Geraldine kommen und Percy abholen. Ich streckte mich ausgiebig und machte mich auf ins Bad. Ich sah in den Spiegel, er war schon alt, an vielen Seiten zerkratzt und noch nie wirklich

geputzt worden. Kurz gesagt, mein Anblick war grauenhaft und heute würde die Schule wieder beginnen. Wann sind endlich wieder Ferien ? fragte ich mich in Gedanken und verdrängte, das meine so gut wie zu Ende waren. Ich beeilte mich und schlüpfte in eine Jeans und in irgendeinem Rockershirt. Meinen Haaren war nicht mehr zu helfen. Ich wickelte sie unordentlich zu einem Dutt und fixierte diese mit ein paar Spangen. Perfekt. Schnell schnappte ich mir noch meine Tasche und raste nach unten auf die Treppen zu, wo ich beinah mit Geraldine zusammenstieß. ,, Um

Himmelswillen... was ?", erschrickte sie auf einmal, als hätte

ich sie beinah aus dem zehnten Stockwerk geschubst. ,, Ah hallo", begrüßte ich sie und ignorierte dabei ihren tödlichen Blick. ,, Wo ist Percy ?", sie sah mich noch immer mit diesem Blick an. Ich las in ihren Augen sämtliche Emotionen und konnte sie aufzählen. Hass, Wut, Abscheu... das hatte sie immer für mich übrig. Ich lächelte mein Morgenlächeln und reichte ihr den Hausschlüssel. ,, Er ist oben, schläft noch. Du solltest ihn lieber noch nicht wecken", erklärte ich ihr. Sie nahm

den Schlüssel an sich, ignorierte meine Worte und stieg die wenigen Treppen rauf. Aber wenigstens passt sie auf Percy auf. Mom und Dad sind auch gestern nicht nach Hause gekommen. Ich verstehe es nicht. Überhaupt nichts mehr. Onkel Hall hat uns gesagt, wir sollen uns keine Sorgen machen. Er kümmert sich schon darum, das unsere Eltern wiederkommen. Er schickt jeden Morgen seine Tochter Geraldine zu uns. Ja, meine Cousine. Ich kann sie nicht leiden. Sie mich auch nicht, daraus macht sie nicht gerade ein Geheimnis. Und außerdem bin ich fest überzeugt,

das Onkel Hall selber etwas vor uns verbirgt. Percy versteht nichts, aber ich ! Sie vergessen, das ich schon dreizehn bin. Ich bin nicht wie Percy, ich will wissen, was hier nicht stimmt.






Ich hasse die Schule. Neben mir sitzt Bibi. Eigentlich heißt sie Bianca, aber alle nennen sie Bibi. Sie ist ganz schön beliebt, hat immer die neuesten Klamotten an und lächelt die ganze Zeit über. Das ist Bibi. Ich lasse meinen Stift fallen und schaue mich in der Klasse um. Fertig. Alle anderen schreiben noch. Bibi zwinkert mir zu, ihre grünen Augen durchbohren mich. Sie wirft mir einen zerknüllten Zettel zu. WAS HAST DU ? Ich muss schlucken. Wieso fragt sie mich das ? Ich kritzele mit meinem Stift etwas darauf. NICHTS.

Als sie das liest, schüttelt sie ihren Kopf und streicht sich ein paar Karamellbraune Strähnen aus dem Gesicht. Dann zeigt sie mit ihrem Finger auf mein Gesicht. Mir wird unwohl ? Ich verstehe nichts, was will sie mir sagen ? Plötzlich ertönt eine Klingel. Nein, nicht die Schulglocke, es ist die Klingel, die mein Lehrer immer benutzt, wenn wir zu hören sollen. Wieder lasse ich meinen Stift sinken. ,, Lies uns bitte deinen Text vor, Melanie", fordert der Lehrer mich auf. Ich will nicht, so viele Blicke. Die anderen merken wie ich zögere und immer mehr Finger heben sich. Er

soll die anderen drannehmen. Ich will nicht, nicht jetzt. ,, Sehr schade. Ich hoffe du weißt, welche Konsequenzen das auf deine Note hat." Dann nimmt er einen anderen dran. Max. Er steht auf und geht rüber zur Tafel. Seine Karteikarte legt er auf's Pult und fängt an, sein Thema vorzustellen. Sein Blick trifft meinen. Seine Mundwinkel heben sich einbisschen. Hab ich was komisches gemacht ?


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Über den Autor

narzissa

Was willst du denn wissen ? ;)

Na ja, zuerst muss ich sagen, das ich einen unsterblichen Faible für viktorianische
Schauergeschichten habe. Außerdem lese ich sehr gerne Bücher von Stephen King, Ann Perry, H.P.Lovecraft, Sheridan LeFanu, Edgar Allan Poe und Ambrose Bierce. Satiren ziehen mich ebenfalls in den Bann, wie auch einige wenige Fantasygeschichten u.a. Tolkiens "Der Hobbit"
Ansonsten lese ich gerne "Krieg und Frieden" und "Anna Karenina" von Lew Tolstoi.
Gerne habe ich auch The immortal secrets of Nicholas Flamel gelesen.
Und mein Traum, wie viele andere auch, ist es, ein Buch zu schreiben :)
Daher wünsche ich allen viel Glück und drücke die Daumen für das eigene Buch !

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DasSinnliche Traurig!

VLG DasSinnliche
Vor langer Zeit - Antworten
narzissa Ja das ist es und wird es noch.
Danke für dein Komi .~

LG Anni
Vor langer Zeit - Antworten
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