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still

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"still"
Veröffentlicht am 21. März 2015, 8 Seiten
Kategorie Sonstiges
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still

still

Möchte ich ein kleines Mädchen sein? War ich eine Porzellanpuppe, oder bin ich es immer noch? Sind meine Augen zu blau und meine Wangen zu rot, um in einer brutalen Welt zu existieren? Wo ist Mama’s Bein an dem ich mich festklammern kann? Wer kann mich beschützen wenn nicht ich mich selbst? Wenn meine Entscheidung aus dem Kopf kommt, triffst bestimmt du sie für mich. Ist sie aus dem Bauch, bin sie ich. Mein Bauch ist ein sehr stiller Gefährte. Er traut sich fast nicht mehr zu

sprechen. Es tut mir Leid, dass ich ihm so wenig Achtung geschenkt habe, und ich hoffe, er wird mir verzeihen. Ich brauche ihn sehr dringend, er ist der Teil in mir, der mir fehlt. Ich vermisse meinen Bauch. Und vielleicht vermisst er mich auch. Heute war ein sehr stiller Tag. Es war still. Überall. Still. Unbewegt, manchmal bewegt sich nichts. Manchmal steht alles still. Innerlich wie äußerlich. Stillstand. Jetzt brennen Kerzen, Glühbirnen sind zu

aggressiv. Es läuft Swing, Stimmen sind zu laut. Ich habe Angst vor der nächsten YouTube Werbung. 22 Minuten, ich hoffe es wird nicht gesprochen. Let’s dance.. Zu laut. Brian Eno- Another Day On Earth. Wir zählen die Tage um nicht ins Nichts zu stürzen. Wir gucken auf die Uhr um uns festzuhalten. Wir sehen auf das Handy. Das Handy will manchmal sehr viel. Manchmal will es gar

nichts. Manchmal will es alles Und ich nichts. Manchmal sind wir im Reinen, Manchmal im Zwiespalt. Manchmal sind wir Freunde, Manchmal haben wir Angst. Aber alles in allem haben wir uns füreinander entschieden. Und das nicht immer alles glatt läuft ist halt so. Deswegen bewegen wir uns hin und her. Auf der Suche nach Glätte, Streben nach Harmonie und dann wieder die quälende Seifenkiste, Suche nach Reibung, nach Hässlichkeit,

nach Streit. Suche nach Steinen, Suche nach Wut. Ist es gut so still? Fühle ich mich wohl? Dieser Zustand macht mir Angst. Weil ich nicht an Vergänglichkeit glauben kann, bei mir ist immer alles Ewigkeit. Jede Sekunde ist unendlich. Keine Sekunde wird je aufhören, alles wird so bleiben wie in dieser Sekunde, für immer. Manchmal würde es mich erleichtern weiter denken zu können. Aber Fisch ist Fisch, Affe ist Affe. Und sobald ich sein möchte wie du,

leugne ich mich. Und ich bin okay. Und auch der Moment ist ok. Ich bin nur nicht im Moment, ich bin außerhalb. Die Musik ist eher eine Hülle. Die Stille muss vorsichtig dosiert werden denn in ihrer Fülle ist sie gefährlich. Ich sehe mich um und merke dass ich ruhiger geworden bin. Die Tür schließt sich und nimmt mich mit rein. Sie lässt mich nicht draußen stehen. Nicht in der Kälte. Nicht

Alleine.

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kassiopayakauz
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Rehkitz Viele sind auf der Suche nach dem Ich. Da ist das Bauchgefühl ein hilfreicher Begleiter. Denn Ich, ist ja da, es wird nur übersehen. Immer nur Rücksicht nehmen, schauen ob jemand Hilfe braucht, immer da sein selbst in der Stille.
Die Jagd nach Anerkennung und Liebe?
Das eigene Ich wahrnehmen und behüten, das sollten wir uns wert sein.
Liebe Grüße
Theresia
Vor langer Zeit - Antworten
Sophia manchmal ist die Welt zu laut...und wir suchen Zuflucht in der Stille...ich mag die Stille...sie dient als Art äußerer Rahmen, der die Voraussetzung schafft für eine seelische Einkehr, eine Verfaßtheit, die sich auf das Wesentliche konzentriert...lieben Gruß Sonja Sophia
Vor langer Zeit - Antworten
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