Kurzgeschichte
Schwarz und gut

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"ihre dunkle haut inspirierte mich"
Veröffentlicht am 20. März 2015, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: Patrizia Tilly - Fotolia.com
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ihre dunkle haut inspirierte mich

Schwarz und gut

Titel

Sie war schwarz. Ziemlich schwarz. Aus irgendeinem Grunde hatte sie mich angesprochen, als ich zufällig ihren Weg kreuzte. Kurz darauf waren wir bei mir. In meiner Wohnung. Ich konnte nicht glauben, was geschah. Das war mir noch nie passiert. Eine Frau, die sehr gut aussah und jedem Typen den Kopf verdrehte, hatte mich angesprochen und wollte mit mir zu mir. War das nur ein Traum, fragte ich mich die ganze Zeit? Wenn ja, dann wollte ich nicht aufwache, bevor wir fertig waren. Bis dahin wusste ich nicht, das eine Haut so dunkel sein kann. So extrem, das

sie fast schwarz aussah, wie ihr Kopfhaar. Zwar hatte ich schon in Dokumentationen Menschen gesehen, die eine stark dunkle Haut haben, aber die sahen nicht ganz so dunkel aus. Oder es lag an meinen damaligen Fernseher. Nicht das beste Modell und nicht mehr ganz jung gewesen. Vielleicht hatte er die Farben falsch wiedergegeben. Wir tranken gemeinsam einen Kaffee. Ich kam mir komisch vor, weil sie schwarz war und wir Kaffee tranken. Denn Kaffee kam auch aus Afrika. Ich dachte an die Kinder, die bei der Kaffeeernte helfen mussten. Plötzlich hatte ich keinen Appetit mehr darauf. Dachte darüber nach, nie wieder Kaffee

zu konsumieren. Der Kinder zuliebe. Wir unterhielten uns, als würden wir uns schon ewig kennen. Dabei lernten wir uns gerade erst kennen. Sie war sehr sympathisch. Hatte eine angenehme Stimme. Samtig weich. Bestimmt konnte sie sehr gut singen, dachte ich mir. Irgendwann stand sie auf, um sich erleichtern zu gehen. Währenddessen kümmerte ich mich um das schmutzige Geschirr. Es war nicht viel, stand aber schon eine Weile. Zu lange, meiner Meinung nach. Und da es mich auf einmal packte, machte ich mich an die Arbeit. Nutzte es aus, da ich wusste, wie ich bin und der Abwasch sonst noch eine weitere Woche stehen bleiben

würde. Als sie aus dem Bad kam und mich am Spülbecken sah, zögerte sie nicht und fragte mich, wo ich die Geschirrtücher aufbewahre. Ich bewegte mich zur Seite und deute ihr auf den Unterschrank. Sie bückte sich danach und gewährte mir so einen mächtig gewaltigen Anblick. Einen inspirierenden Anblick. Denn als sie ihren schlanken, attraktiven Oberkörper nach vorne und nach unten beugte, neigte sich ihr viel zu kurzer Rock nach oben und gab ihre knackigen Backen frei. Ich war geneigt, ihr sanft, aber bestimmend einen Klaps drauf zu geben. Meine Hände zu nehmen und um die zwei Hälften zu legen. Doch

stattdessen trocknete ich meine Hände ab und lief zum Baumarkt. Wie eingangs erwähnt, war ihre Haut mehr als dunkelbraun. Unter ihrem breiten Gürtel trug sie ein rosa Spitzenhöschen. Dies hatte ich nur erkannt, weil ich ganz genau hingesehen hatte. Weil sich ihre Backen, beim Bücken, ein wenig nach außen bewegt hatten und ich so den rosa String sehen konnte, der dazwischen klemmte. Es ist weder sexistisch, noch rassistisch. Aber als ich die fast ganz schwarzen Rundungen sah und dazwischen die rosa Linie, machte es Klick bei mir. Seit einiger Zeit wollte ich die Fliesen in meiner Küche entfernen und durch Neue

ersetzen. Erstens, bekam ich sie nicht mehr ganz sauber. Zweitens, hatte manche schon Risse. Drittens, wollte ich kein weiß. Denn weiß war mir zu steril. Und als sie so gebückt vor mir stand, dachte sah ich zwar zuerst das, was es wirklich war – ein knackiger Hintern mit rosa Tanga. Aber plötzlich sah ich schwarze Fließen, mit rosa Fugen. Bäng. Das wars. So wollte ich es haben. Dies war außergewöhnlich und bestimmt einmalig. Doch leider fand ich keine schwarzen Fliesen. Es waren keine Vorrätig. Dafür hatten sie rosa Fliesen. Da dachte ich mir, mach ich es eben umgekehrt. Rosa Fliesen und schwarze Fugen. Bestand nur noch die Frage,

warte ich, bis die Fugen von selber schwarz werden, oder mische ich Schwarzpigmente in den Fugenmörtel? Aus hygienischen Gründen und da ich nicht so lange warten wollte. Entschied ich mich für den zweiten Gedanken. Und wie es der Zufall wollte, konnte sie Fliesen legen. Meine schwarze Freundin. Ich weiß zwar bis heute nicht, warum sie mich damals angesprochen hatte, aber wen interessiert es? Sie leistete super Arbeit, für eine warme, von mir selbst und frisch zubereitete, Mahlzeit plus Feierabendbier. Was will ich mehr?

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Superlehrling

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Rajymbek 
Die einen beginnen, Holz zu hacken, die anderen waschen ab. Lach. Zauberhafte Geschichte, mein Lieber.

VLG Roland
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