Kurzgeschichte
Abschied

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"Abschied"
Veröffentlicht am 15. November 2008, 6 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Guten Tag =) Mir macht das Schreiben sehr viel Spaß =) Und ich hoffe, hier bekomme ich Anregungen, Kritik und vllt auch Lob ;-)
Abschied

Abschied

Beschreibung

Die Geschichte spielt irgendwann Ende des 19. Jahrhunderts ... Entschuldigt, wenn einiges nicht ganz so richtig ist ^^"

"Das was Sie da machen. Das gehört sich nicht für eine junge Dame." Die knochige Gouvernante versuchte vergeblich ihr flatterndes Kleid zu bändigen. Ein starker Wind blies und aus den schwarzen Wolken tropfte der Regen, erst ganz leicht, dann immer stärker. Es donnerte und die Gouvernante tippelte nervös auf den Boden. "Bitte. Kommen Sie. Sie werden sich noch erkälten." "Einen Moment noch. Sehen Sie nicht. Wie schön die Blumen geblüht haben. Ich kann sie hier doch nicht sterben lassen." Die Gouvernante schüttelte verzweifelt den Kopf. "Fräulein W.. Wissen sie denn nicht wie viel Ärger ich mit ihren Eltern bekommen werde, wenn ich sie bei diesem Unwetter hier draußen lasse?" Es donnerte noch einmal, viel lauter als beim ersten Mal. Die Gouvernante zuckte zusammen. "Kommen Sie, bitte." "Einen Moment noch. Gehen Sie. Ich komme gleich nach." Als es wieder donnerte, hielt sie nichts mehr draußen. Fräulein W. schaute ihr hinterher, als sie durch den Garten lief, es pfiff leise, wenn die Schuhe der Gouvernante auf den Schlamm auftraten, der wild herumspritze und ihr schwarzes Kleid beschmutze. Fräulein W. hörte ihre Gouvernante seufzen und kicherte. Als sie sich sicher war, dass sie wieder im Haus war, nahm sie sich einen der kleinen Töpfe und die Schaufel und stach damit in die Erde. Vor ein paar Wochen hatte sie Stiefmütterchen und Kamille gepflanzt. Es war der Tag an dem ein junger Mann ihren Vater besuchte. Der Vater holte seine Tochter ins Wohnzimmer und stellte ihr den jungen Mann vor. Verlegen schaute er Fräulein W. an, zog eine Grimasse, dann lächelte er wieder und von seiner Stirn floss eine Schweißperle. Sie betrachtete seine kleinen Augen und seine viel zu große Nase und die Pickel, die rot und gelb leuchteten und die sie ihm am liebsten auf der Stelle ausgedrückt hätte. "Komm. Lasst uns etwas essen und ein bisschen unterhalten.", drängte der Vater und nickte dem jungen Mann auffordernd zu. Fräulein W. erinnerte sich an einen der vielen Tage an dem ihre große Schwester sie besuchen kam. Sie hatte einen hochroten Kopf, von all den Tränen, die sie weinte. "Mutter, ich will zurück nach Hause. Er ist schrecklich. Er weiß nicht wie man eine Frau behandelt. Er ist grob und dumm und ... " "Bist du wohl ruhig!" Die Mutter schlug wütend auf den Tisch. "Er ist nun mal dein Ehemann!" Aber Fräulein W. konnte keinen Zorn in den Augen ihrer Mutter erkennen, da war nur Sorge. Irgendwann kam der junge Mann wieder, er nahm Fräulein W. an die Hand und führte sie ins Wohnzimmer. Sie hörte ihren Vater leise vor sich hin flüstern. "Bitte, bitte, heirate sie." Der Vater des jungen Mannes war Verleger einer Zeitung. Und ihr Vater war zwar adelig, aber sie hatten fast kein Geld mehr. Er schaute seine Tochter aufmunternd an. So als ob jetzt alles gut werden würde. Der junge Mann kniete vor ihr nieder. Er nahm ihre Hand in seine. "Bitte heiraten Sie mich!" Er schaute ihr nicht in die Augen. Und er schwitze so sehr, dass die Luft nach seinem Schweiß roch. Er kratze sich an der Stirn, kratze sich die Pickel auf.

Sie hörte die wütende Stimme der Gouvernante. "Fräulein W.! Nun kommen sie endlich." Ein paar Blumen hatte sie in die Töpfe pflanzen können. Den Rest musste sie im Regen zurücklassen. Morgen wird sie in sein Haus ziehen. Es ist viel größer als das Haus in dem sie nun wohnt. Und es ist auch viel schöner eingerichtet. Das hatte ihr Vater ihr erzählt. Sie wird sich nie wieder Sorgen machen müssen. Sie schaute auf die Blumen, die ineinander brachen, als der schwere Regen auf sie niederprasselte. "Ja, ich komme."
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Nunu
Guten Tag =)
Mir macht das Schreiben sehr viel Spaß =) Und ich hoffe, hier bekomme ich Anregungen, Kritik und vllt auch Lob ;-)

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Rattenfaenger Abschied nehmen und... - ...sie schaute auf die Blumen, die ineinander brachen, als der schwere Regen auf sie niederprasselte. "Ja, ich komme."
Das könnte der Anfang sein zu einem interessanten Roman****
LG
Rattenfänger
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