Kurzgeschichte
Lebenslinien

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"Lebenslinien "
Veröffentlicht am 12. November 2008, 4 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Karten. Stechen. Ins Auge. In der Nacht.
Lebenslinien

Lebenslinien

Lebenslienen I

Es war einmal eine Frau. Sie war groß und schön und Model. Und sie verbrachte den ganzen Tag damit, sich vor einem Spiegel kritisch zu bewundern und nichts zu essen. Schließlich passierte eines Tages etwas sehr Schicksalhaftes. Sie fuhr mit einem Taxi durch die Stadt. Es war Nacht. Und der Mond verschenkte sein Licht nur viertelweise. Die Straßen wurden immer leerer. Aber anstatt dies zu bemerken, war die Frau sehr versunken in ihren Selbstzweifeln und Glücksgefühlen. Das Taxi hielt. Der Mann sah sie kommen. Der Taxifahrer schaltete den Motor aus. "Mylady," sagte er, obwohl es kein englisch sprachiges Land war, "wir sind da." Ohne aus dem Fenster ihres Rücksitzes zu schauen, kramte die Frau einen Spiegel hervor, denn sie wollte sich schick machen, bevor sie nach Hause kam. Somit sah sie auch nicht das lächerlich breite Grinsen des Taxifahrers. Bemerkte nicht den Mann, der nun die Fahrertür öffnete, dem Taxifahrer viel Geld gab, dann die Hintertür öffnete. Erst als der Mann nach ihrer Tasche griff und dann ihren Arm fest umfasste, schrie sie noch überrascht auf. Eine große Hand legte sich auf ihren Mund. "Pschscht." Panisch versuchte sich die dünne Modelfrau zu wehren. Unüberlegt kämpfte sie stumm. 

Lebenslinien II

 
Der Taxifahrer fuhr davon. Er freute sich sehr, war es ihm doch gelungen, viel Geld mit wenig Aufwand zu bekommen. Seine Euphorie steigerte sich noch, als er in der Wohnung ankam. Er schaute in den Kühlschrank und in die Küche. Das Neonlicht brannte merkwürdig hell in seine Augen. Er hatte keinen Hunger mehr. Dafür sehr viel Geld. Er schaltete den Fernseher an. Ein Nachrichtensprecher fing an, monoton furchtbare Dinge aufzuzählen. Der Taxifahrer erinnerte sich an seinen Vater. Plötzlich klingelte es an der Tür. Der Taxifahrer stand auf, er hatte nun sehr viel Geld. Aber kein Versteck. Er stopfte sich die Bündel in seine Unterhose, danach öffnete er die Tür. Es war niemand da. Er dachte an seine Mutter. Und er dachte an die Modelfrau. Er fragte sich, was er mit dem Geld machen könnte. Dann hörte er Schritte auf der Treppe. Ein Polizist kam. "Guten Abend." Er suche einen gewissen Mann names Dorek. Ob der Taxifahrer das sei. "Ja, aber das ist die Wohnung meines Vaters. Sie suchen wahrscheinlich den. F. Dorek." Ja, er habe Recht, F. Dorek, antwortete der Polizist, er hätte einen Hausdurchsuchungsbefehl wegen Anzeige, Drogenmissbrauchs, Vergewaltigung, es täte ihm Leid. "Ach, was.", antwortete Dorek. Er fuhr zu einem Blumenladen. Kaufte sehr schöne Blumen für sehr viel Geld. Der Taxifahrer namens Dorek betrachtete das Grab seiner Mutter, legte die Blumen aber nicht hin. Und wenn er nicht gestorben ist, so lebt er heute noch. Das Model aber ist tot.
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Mali
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