Kellerwohnen
Von allen Fragen, die ich mir stellte, war eine besonders präsent.
‚Nimmt es je ein Ende?‘
Naja, vielleicht ein Jähes.
Das ist so alles zusammen, das Gute und das Schlechte.
Und das Schlechte überwog schon immer.
Wenn ich alleine in meiner Wohnung saß und ein Glas Scotch an meine Lippen führte, dann schien die Welt für einen Moment nicht ganz so verkackt.
Aber besoffen sein ist ein Zustand der zu schnell endet und irgendwann kann nicht einmal das die Bilder und Gedanken aus deinem Kopf
verscheuchen.
Nicht einmal das Sonnenlicht das durch ein kleines Fenster in eine Kellerwohnung scheint, erhellt den Raum. Nicht wirklich und doch wirklich.
Alles was schön sein sollte bleibt grau.
Wär's wenigstens schwarz. Von mir aus auch weiß.
Dieses ständige Grau macht depressiv und man braucht immer nur mehr braunes Zeug um sich die Stimmung zu erhellenden oder zumindest so zu tun.
Ich bin ein ganz und gar entspannter Mensch. Lieb und nett und humorvoll.
Nur zur Zeit nicht. Zur Zeit bin ich alles, nur nicht das.
Das Innere kriecht langsam und
unaufhaltsam nach außen und es stinkt ist hässlich und bringt nichts Gutes.
Es ist wie Müll, den man Jahre lang in einem Schrank versteckt hielt und nun kommen die Maden und Fliegen zum Vorschein und das Holz zerbricht und hervor kommt etwas Unaussprechliches.
Habt ihr schon mal Müll Jahre lang in einem Schrank versteckt?
Könnt ihr euch vorstellen, wie das stinkt?
Allein schon der Gedanke zu Anfang, dass man weiß ‚Himmel in meinem Schrank ist so viel Dreck, wie kann ich mich hier wohl fühlen?‘.
Aber richtig schlimm wird es erst, wenn es anfängt zu stinken.
Du es nicht mehr länger ignorieren
kannst.
Man sprüht Raumspray, süffisantes Lächeln für alle.
Aber irgendwann riechen sie es. Das was nicht stimmt. Dass du in deinem Schrank etwas großziehst, mit dem niemand etwas zu tun haben will.