Fantasy & Horror
Die Archonten der inneren Stadt Kapitel 82

0
"Die Archonten der inneren Stadt Kapitel 82 "
Veröffentlicht am 24. Oktober 2014, 38 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

...Was gibts über mich zu wissen ? Ich schreibe gerne, deshalb bin ich auf der Seite angemeldet. Muss man mehr wissen ?Ich freu mich natürlich immer über konstruktive Kritik und Kommentare zu meinen Texten.Sonst noch was über mich.. Malt und Metalhead und Laborheini mit einem Faible für Philosophie, Pfeifen und Fantasyliteratur. Erwarte also bitte niemand zu viel von mir :-) Oh und mich gibts auch bei ...
Die Archonten der inneren Stadt Kapitel 82

Die Archonten der inneren Stadt Kapitel 82

Einleitung


Wie konnte alles so schrecklich schief gehen… Ich wünschte ich könnte sagen, ich weiß, das trotzdem noch alles gut werden wird. Ich wünschte es wirklich. Doch im Augenblick sehe ich wenn ich den Kopf hebe… Asche. Flammen, die eine ganze Stadt zu verzehren drohen. Geschürt durch unsere eigene Ignorant und würde mir der Gedanke nicht so bitter sein ich würde sagen, wir haben es verdient. Als sich unsere ältesten Prophezeiungen erfüllten, dachten wir da wirklich, es gäbe Hoffnung? Am Ende war auch dies

nur eine Lüge. Und nun Ich kann nicht einmal darauf hoffen mich lange zu halten, noch weniger hier wieder raus zu kommen, aber… ich werde tun was ich kann. Was vor uns liegt ist keine Schlacht mehr. Nur der Tod. Mit etwas Glück wird es eine Rettungsaktion. Aber eigentlich geht es jetzt nur noch um die Ehre. Jeder ist sterblich. Jeder ein Werkzeug. Und diese Worte wird niemand jemals lesen. Und wenn doch… Es tut mir leid. Es tut mir leid, dass ich die Waffe gegen jene erheben muss, die ich schützen sollte. Aber wir alle müssen uns irgendwann unserem Schicksal

stellen. - Halb verbrannte Notiz gefunden in den Straßen Helikes Bildquelle :Uta Herbert / pixelio.de

Kapitel 82 Fluchtversuch

Er wusste nicht, wie lange er schon lief. Jedes Zeitgefühl war ihm schon vor einer Weile abhanden gekommen und die Landschaft veränderte sich so wenig, das er schon halb davon überzeugt war, überhaupt nicht vorwärts zu kommen. Selbst der Zyklus von Tag und Nacht gab ihm keinen Anhaltspunkt mehr. Der Schlaf fehlte ihm nicht. Hunger und Durst bedrückten ihn nicht. Und Laos von Helike wusste nur zu gut, das sie das nie mehr würden. Es war einfacher nicht darüber nachzudenken. Tatsächlich hatte er einen brüchigen frieden darin gefunden, es ganz sein zu

lassen und sich nur darauf zu konzentrieren, einen Fuß vor den anderen zu setzten. Nun jedoch, wo seine Stiefel abermals im Sand verschwanden, blieb er zum ersten Mal seit unbestimmter Zeit wieder stehen. Wohin er sich auch umsah, das Land um ihn herum sah überall gleich aus. Trocken, Öde… und keine Spur mehr von einer Stadt oder Siedlung. Vielleicht sollte er sich hier einfach hinsetzen und warten, bis der Sand ihn verschlang oder die seltsamen Mechanismen, die ihn am Leben hielten versagten. Wohin wollte er überhaupt gehen? Er war ein nichts. Weniger als ein nichts, er war eine Kopie. Noch dazu eine, die hoffnungslos

Versagt hatte. Was blieb ihm den übrig, außer wegzulaufen? De Archonten stellen? Er hatte keine Autorität. Er war eine Maschine, nichts lebendiges. Er war nicht Laos, egal was die Erinnerungen in seinem Kopf ihn sagten. Er ließ sich zurück in den Sand fallen und starrte einfach direkt nach oben. Laos konnte die Hitze zwar spüren, aber einem anderen hätte sie wohl dazu veranlasst, sich rasch wieder aus dem aufgeheizten Sand zu erheben. Für ihn war es fern. Eine kleine Unannehmlichkeit. Er fragte sich insgeheim, ob er überhaupt sterben konnte, vorausgesetzt, sein Körper wurde nicht völlig zerstört. Die grässliche

Verletzung, die er sich in den Katakomben zugezogen hatte, war spurlos verheilt. Zwar konnte er sich nicht vorstellen, wie ein Körper aus Metall und Magie erschaffen Wunden heilen konnte, aber es war ein Rätsel, das ihm egal sein konnte. Der Wind frischte auf und wehte einzelne Sandkörner mit sich, die gegen seine Haut prasselten. Auch das spürte er. Es wäre so einfach, sich davon zu überzeugen, echt zu sein. Jedoch kannte er jetzt die Wahrheit. Laos blieb einfach ruhig sitzen, während die Luft um ihn herum immer mehr von Sand und kleinen Steinen erfüllt war. Das war keine einfache Windböe mehr…

Tröge hob er den Kopf. Im ersten Moment glaubte Laos, das die Dunkelheit des Todes sich nun endlich über ihn senkte. Dann jedoch wurde ihm klar, was da die Sonne ausblockte und in rasender Geschwindigkeit auf ihn zukam. Flugsand, von einem Sturmwind getrieben und so dicht, das es mit einem mal Nachtschwarz wurde. Laos tat den näher kommenden Sandsturm mit einem Schulterzucken ab. Stattdessen saß er nur in der Dunkelheit und wartete darauf, dass es vorbei ging. Der Sand wirbelte um ihn herum und verschlang endgültig das letzte Sonnenlicht. Er konnte keine Hand breit mehr sehen. Das Heulen des Windes schickte sich an,

sogar seine eigenen Gedanken zu übertönen. Vielleicht war das ja doch wirklich das ersehnte Ende. Die Natur selbst brachte ihn noch zum schweigen. Und er verdiente es kaum besser, dachte Laos. Er hatte sein Volk im Stich gelassen. Der Lehrer hielt inne. Das war neu. Der Gedanke gehörte nicht zu dem zerstörerischen Mantra, mit dem er sich zum weiterlaufen zwang. Er hatte Versagt. Er hatte Helike den Rücken gekehrt, weil er dort nichts mehr ändern könnte. Und er hatte sie damit alle im Stich gelassen. Laos versuchte, sich gegen den Wind aufzurichten, stellte jedoch fest, das der Sturm ihn fürs erste

noch Gefangen hielt. Er kam nicht dagegen an. Er hatte die erste Gelegenheit ergriffen, die sich ihm bot um die Stadt mit gutem Gewissen zu verlassen und als selbsterwählter Exilant in die Wüste zu gehen… Und es war unvorstellbar selbstgerecht, dachte er, bevor er etwas dagegen tuen konnte. Kopie hin oder her, Gesetze hin oder her, er hatte ein ganzes Volk zu beschützen. Mochte er sein, was er war, das durfte ihn nicht daran hindern, das richtige zu tun und stattdessen wegzulaufen, wie ein Feigling. Und genau das war es doch, was er hier tat. Sich verstecken vor der Last, die er sich aufgebürdet hatte. Die

Bürde der Gesellschaft, die er aufgebaut und gleichzeitig zerstört hatte, die Wahrheit zu sagen. Der Sturm ließ langsam nach und die ersten Sonnenstrahlen fanden ihren Weg wieder unter der Decke aus Sandkörnern hindurch, die um Laos zu Boden rieselten. Er machte einen erneuten Versuch aufzustehen. Er wusste, was er zu tun hatte. Und dieses mal trottete er nicht vor sich hin. Laos fing an zu laufen und dann zu rennen… Auch die Erschöpfung war nur eine kleine Unannehmlichkeit. Eine Maschine wurde nicht Müde. Und er musste auf dem schnellsten Weg zurück nach Helike. Die Sanddünen flogen

geradezu an ihm vorbei, als er sich einen Weg dazwischen hindurch suchte. Klettern würde zu lange dauern. Trotzdem brauchte er den ganzen Tag und die halbe Nacht, bis Helike schließlich wieder vor ihm am Horizont auftauchte. Und was er dort sah, erschreckte ihn zutiefst. Laos hielt auf dem steinigen, mit Steppengras bewachsenem Ödland an, das die Stadt umgab. Aus dem Hafen stiegen dichte, ölige Qualmwolken auf und selbst auf die Entfernung war der rote Schein der Feuer nicht zu übersehen. Irgendwo im Osten hingegen, donnerte es. Eine Reihe von Lichtblitzen auf einem Hügel mehrere tausend Schritte vor der Stadt

wurde von ohrenbetäubendem Lärm und dem fernen Geruch von verbranntem Schwefel begleitet. Kurz darauf schlugen mehrere Geschosse in den äußeren Wall der Stadt. Die Treffer brachen große Trümmerstücke aus der Barrikade, die polternd in die Tiefe stürzten, wo sich bereits weitere Überreste befanden. Langsam aber sicher zermürbte der stetige Angriff die Mauern Helikes… Nur wer dort draußen in der Dunkelheit stand und die Stadt unter Feuer nahm, war Laos ein Rätsel. Weitere Geschützte wurden abgefeuert und das Licht der Lunten zeigte ihm kurz mehrere hundert Männer, in Uniformen, wie er sie bisher nur bei den Soldaten gesehen hatte, die

Kellvian begleiteten. Was ging hier nur vor sich? Mit einem mal wurde ihm klar, das er vielleicht zu lange gezögert hatte. Ihm blieb nicht viel Zeit, wenn überhaupt noch. Das musste heute ein Ende finden. Doch zuerst würde er sich umhören, ob ihm jemand verraten konnte, was passiert war… Das Donnern der Geschützte flaute auch in der Nacht kaum merklich ab. Die Mauern Helikes waren erstaunlich stabil, aber wie Sandpapier irgendwann auch einen Stein zu Krumen schleift, so ließ jede neue Salve aus den Kanonen der kaiserlichen Armee die Wälle etwas

schwächer werden. Man hatte Kellvian und die anderen zu einem Gebäude auf der anderen Stadtseite gebracht. Weg von dem Wallabschnitt, den die Garde unter Beschuss nahm und Weg von den Flammen. Trotzdem war der Brandgeruch, der durch die vergitterten Fenster hereinkam, unverkennbar. Der Raum, in dem man sie eingesperrt hatte, gehörte wohl zu einer der Kasernen Helikes. Durch ein einzelnes Fenster konnte Kell hinab in einen kleinen Innenhof sehen. Freilich befand sich dort unten niemand mehr. Alle Soldaten der Stadt waren vollauf damit beschäftigt, die letzten Brandherde zu

bekämpfen oder auf dem, was von den Wällen übrig blieb, wache zu halten. Und dabei auf das zu warten, was früher oder später eintreffen musste. Wenn die Verteidigung Helikes nachgab, würde der Kampf Mann zu Mann ausgetragen werden und wie das ausging, schien ungewiss. ,,Kleine Räume mit Gittern….“ Eden ging unruhig auf und ab, so weit ihr das er begrenzte Platz erlaubte. Mit sechs Leuten war die Zelle eigentlich hoffnungslos überfüllt. Kellvian saß wie die meisten anderen an der Wand, hauptsächlich, damit die Gejarn Platzt zum laufen hatte. ,, Wenn es einen Ort gibt, an dem ich mein Lebtag nicht mehr

enden wollte, dann ist das eine kleiner , verschlossener Raum… Und ihr seid euch sicher, das ihr die Tür nicht aufbekommt ?“ ,,Ich habe es auch schon versucht.“ , meinte Zachary beschwichtigend. ,, Es geht nicht.“ ,,Die Archonten wären auch dumm uns in einem Raum einzusperren, aus dem man mit Magie entkommt.“ Erik hatte sich gegen die Fensterbank gelehnt und stopfte sich grade eine Pfeife. Man hatte es nicht für nötig befunden, sie zu entwaffnen oder zu durchsuchen. Es blieb ja dabei: Sie konnten nirgendwo hin. Irgendwie kam Kellvian diese Situation zu Vertraut vor. Nur, das Erik

dieses Mal mit ihnen eingesperrt war… und Melchior eine halbe Welt entfernt sein Unwesen trieb. ,,Dagin muss den Verstand verloren haben, einfach anzugreifen, ohne mir vorher auch nur eine Nachricht zukommen zu lassen.“ , erklärte Kellvian. Er konnte sich nach wie vor nicht erklären, was die Garde hier zu suchen hatte. Im schlimmsten Fall war es Hochverrat und selbst im besten noch offene Meuterei. ,, Ich muss zu ihm und das hier beenden, bevor er noch mehr Schaden anrichtet.“ ,, Wir sind Geißeln, oder ? Früher oder später müssen die Archonten uns doch ausliefern.“ Jiy klang alles andere als

begeistert von der Aussicht. ,, Wenn Dagian darauf eingeht.“ ,, Ihr glaubt nicht daran ? Er ist der Hochgeneral.“ , meinte Cyrus. ,, Er wird euer Leben nicht gebärden. Und unseres damit gleichzeitig auch nicht. Hoffe ich.“ ,,So oder so, wir müssen hier raus.“ Eden hatte ihre Runde durch die schmale Zelle beendet, drehte sich um und lief zurück. ,, Und zwar bald, wenn möglich. Hat den keiner noch eine Idee?“ Erik sah von seinem Platz am Fenster auf. ,, Eine letzte hätte ich da. Zac, meint ihr ihr bekommt unseren alten Trick noch einmal hin ?“ ,,Trick ?“ Der Junge sah auf. ,, Ich

glaube ich verstehe. Aber wie…“ ,, Seht euch die Wand an, alle.“ Der Arzt trat an Eden vorbei zur Tür und spähte darunter. Aber wenn er hoffte, dadurch etwas zu erkennen, wurde er enttäuscht. Die Pforte schloss so dicht mit dem Boden ab, das nicht einmal ein Fingernagel darunter gepasst hätte. ,,Gibt es irgendwo einen Riss oder eine Öffnung ? Ein Mauseloch von mir aus. Es muss nur nach draußen führen…“ Kellvian zuckte mit den Schultern. Wozu sollte das gut sein? Aber letztendlich war es besser als nichts… Es wäre ein seltsamer Anblick für eine Wache gewesen, die zufällig nach den Rechten gesehen hätte, ihre Gefangenen allesamt

vor der Wand Knien zu sehen. ,, Hier.“ , rief Jiy vom anderen Ende des Raums und trat von der Mauer zurück. Tatsächlich lief ein Riss durch den Stein, vielleicht so hoch, wie Kellvians Handfläche, aber von irgendwo her drang Licht hindurch… Es war allerdings immer noch kein Ausweg. Erik besah sich die Öffnung. ,, Was meinst du, groß genug ?“ , fragte er an Zachary gerichtet. ,, Vielleicht.“ , meinte der junge Magier. ,, Wir müssen es eben ausrobieren.“ ,, Hauptsache, es bringt uns irgendwie hier raus.“ , erklärte Eden und trat von einem Fuß auf den

anderen. ,, Meldet ihr euch Freiwillig ?“ , fragte Erik mit einem verschmitzten Grinsen. ,,Freiwillig wofür ?“ , wollte Eden wissen. ,,Zac und ich haben schon auf der Fahrt hierher einen neuen Zauber entwickelt, der einen Menschen oder Gejarn verkleinern kann. Klein genug um durch ein Loch in der Wand zu gelangen. Leider ist er aber nicht sehr stabil. Der Spruch hält nicht lange an, sobald Zachary die Kraft ausgeht, kehrt er sich wieder um. Wir bräuchten also jemanden, der schnell ist, hier raus geht, die Zellenschlüssel besorgt und die anderen

befreit.“ ,,Und da denkt ihr an mich ?“ Eden hob eine Augenbraue. ,, Ich bin alt und träge.“ , erklärte Erik. ,, Und Außerdem hatte ich schon meinen Spaß damit. Also ? Das wäre euer schnellster Weg hier heraus.“ ,, Heute ist mal wieder mein Glückstag…“ Sie seufzte. ,, Also gut. Nur eine Frage noch. Was passiert, wenn ich noch in der Wand bin… und der Zauber versagt ?“ ,, Sagen wir einfach, ihr solltet zusehen, das das nicht passiert.“ Eden nickte, bevor sie etwas von den anderen zurück trat, in Richtung der Öffnung, die Jiy entdeckt hatte.

Zachary sammelte sich einen Moment. ,, Und du bist dir ganz sicher ?“ , fragte er besorgt. ,, Ich bin…“ Sie hielt inne. ,, Halt. Nur für den Fall, das ich das wirklich nicht Überlebe, möchte ich noch was loswerden. Vermutlich weil ich sonst nie mehr die Gelegenheit dazu habe. Zac… Cyrus. Ich liebe euch. Beide.“ Eden schüttelte den Kopf. ,, Götter, das habe ich jetzt nicht wirklich gesagt. Zac, mach einfach, bevor ich mich hier noch um Kopf und Kragen rede…“ Der Junge nickte, bevor er die Augen schloss und eine Hand vorstreckte. ,, Es wird nicht wehtun, hoffe ich…“ Mit diesen Worten begann sich ein blasser

grüner Schimmer um seine Hände zu sammeln und sprang dann in einem grellen Blitz auf die Gestalt der Kapitänin über. Diese zerfiel praktisch sofort zu Funken, die einen Moment noch ihre Silhouette darstellten. Und innerhalb des Umrisses, kaum mehr so hoch wie ein Schuh, stand Eden und blickte sich verwundert um. ,, Das ist… wirklich seltsam.“ , erklärte sie mit plötzlich viel dünner klingender Stimme. Kellvian, Cyrus, Zachary und die anderen kamen vorsichtig näher. ,,Sie ist ja fast niedlich wenn sie so klein ist“ , erklärte der Wolf grinsend. Die Gejarn erwidertet nichts,, sondern

zog lediglich das Schwert und hieb damit nach den Füßen des Gejarn. Die Klinge hinterließ einen blutigen Kratzer über doe Zehen und Cyrus machte einen Satz zurück ,,Autsch…“ Die Erschütterung des kurzen Sprungs brachte Eden fast aus dem Gleichgewicht und sie ruderte mit den Armen um stehen zu bleiben. ,, Also gut, genug herumgealbert, Eden, ihr habt nicht viel Zeit. Versucht, rauszukommen, oder wenn ihr glaubt, dass es keinen Weg gibt, kommt zurück.“ , erklärte Erik. Eden trat mit einem unguten Gefühl in

den dunklen Tunnel, der quer durch die Mauer verlief. Für die anderen war es kaum mehr, als ein schmaler Spalt im Stein, etwas, das man normalerweise einfach übersah. Heute hingegen könnte es ihre Rettung sein. Trotzdem war ihr alles andere als Wohl bei dem Gedanken, sich durch die Dunkelheit zu tasten. Bevor sie es sich doch noch anders überlegen konnte, zwang sie sich einfach einen Schritt nach dem anderen nach vorne zu machen. Der Weg durch die Öffnung in der Wand war gar nicht so seltsam, wenn man erst einmal vergaß, dass man grade alles aus der Perspektive einer Maus erlebte. Zersplitterte Ziegelsteine ragten um sie

herum auf, wurden aber weiter im inneren durch grob behauenen Fels ersetzt, so dass man leicht das Gefühl bekam, sich in einer einfachen Hähle zu befinden. Von irgendwo her drang ein schwacher Lichtschimmer, der sich in Glimmer und Quarzeinschlüssen Wiederspiegelte. Eden wischte mit der Hand ein paar Spinnweben beiseite und hoffte inständig, dass die dafür verantwortlichen Tiere schon lange tot waren. Die Hand am Schwertgriff tastete sie sich weiter durch das Halbdunkel. Der Gang beschrieb vor ihr einen kleinen Bogen. Offenbar verlief der Riss nicht ganz grade durch die Wand. Dahinter jedoch, wurde das Licht deutlich heller.

Eden beschleunigte ihre Schritte etwas. Sie wusste nicht, wie viel Zeit ihr genau blieb, aber je früher sie hier raus war, desto besser. Der Gang weitete sich hinter der Kurve zu einem kleinen Zwischenraum, wo Mörtel und Füllmaterial über die Jahre verwittert waren. Und ganz am anderen Ende, konnte sie eine Öffnung erkennen, due auf einen gefliesten Korridor hinaus führte. Eden atmete erleichtert auf. Sobald sie hier durch war, hätte sie es geschafft… Die Geschehnisse am Hafen steckten ihnen allen noch in den Knochen . Die Panik eingesperrt zu sein und nichts tun zu können, hatte sie bisher a Nachdenken

gehindert. Jetzt jedoch konnte die Gejarn zum ersten Mal auf alles Zurückblicken. Hauptsächlich um sich von den Huschenden Bewegungen in den Schatten abzulenken. Nur Mäuse sagte sie sich. Die würden ihr nichts tun. Zumindest hoffte die Gejarn das. Die Ereignisse hatten sich so schnell Überschlagen, das es ihr bestenfalls unwirtlich vorkam. die Garde vor der Stadt, die Archonten offenbar übergeschnappt… und Zyle Tod… Ich wird ihn vermissen, dachte sie. Mehr als nur etwas. Aber noch blieb keine Zeit für Trauer oder ähnliches. Sie mussten hier raus und dafür Sorgen, das nicht alles noch schlimmer wurde.

Endlich hatte Eden das Ende ihres Wegs erreicht und trat vorsichtig hinaus auf den Korridor. Niemand war zu sehen, als sie aus einer Wandnische hervortrat. Licht fiel durch eine Reihe von Fenstern, die für sie so hoch waren, das sie sie nur erahnen konnte. Eden spähte den Gang hinab und hätte am liebsten Laut geflucht. Sie würde eine Ewigkeit brauchen, um in ihrer Momentanen Form auch nur die nächste Tür zu erreichen. An die Wand geduckt, um bloß niemanden aufzufallen, der zufällig vorbei käme, machte sie sich auf den Weg. Bevor sie jedoch weit gekommen war, schien die Welt um sie plötzlich eine seltsame Wandlung durchzumachen.

Es gab keinen Übergang oder Vorwarnung. Auf einen Schlag, stand sie wieder auf Höhe der Fenster und konnte in den Innenhofhinaus spähen. Ihr Kopf schien plötzlich viel zu weit über den Boden, hoch genug, das Eden kurz schwindlig wurde. Daran musste man sich offenbar erst weder gewöhnen, dachte sie. Aber sie hatte immerhin ihre normale Größe zurück. Lediglich ein feiner, grüner Schimmer blieb einen Moment in der Luft zurück, wo sie eben noch gestanden hatte. Das sollte es doch deutlich einfacher machen, an die Zellenschlüssel zu gelangen. Eden wollte sich grade wieder in Bewegung setzten, als sich ihr eine Klinge ins Kreuz

drückte. ,, Stehenbleiben.“ , befahl eine Stimme. ,, Und ganz langsam umdrehen.“ Verflucht auch… Sie musste einen Wachposten übersehen haben. Oder vielleicht war der Mann auch grade erst aufgetaucht. So oder so… Wenn man sie erwischte, würde das kaum ein zweites Mal funktionieren. Geschwiege denn, das ihnen die Zeit dafür blieb. ,,Wird’s bald…“ Eden drehte sich langsam um. Der Mann trug tatsächlich die Rüstung der Krieger Helikes. Das ist vermutlich der einzige Gefängniswärter in der ganzen Stadt, der nicht an den Löscharbeiten oder der Verteidigung beteiligt ist, dachte Eden.

Und natürlich musste ausgerechnet sie ihm über den Weg laufen. Konnte sie den Versuch Wagen, ihn zu entwaffnen? Wenn Eden schnell genug wäre und sich einfach auf ihn stürzte, bestand die Chance, dass er die Waffe verlor. Die andere, wahrscheinlichere, Möglichkeit war jedoch, dass er einfach das Schwert hochreißen und sie sich in die Klinge stürzen würde… Ihr Verstand suchte noch Fieberhaft nach einer Lösung, als der Wachmann plötzlich erstarrte. Er öffnete den Mund zum Schrei, brachte aber nur ein schwaches Gurgeln zustande, als eine Schwertklinge seine Brust von hinten durchbohrte. Eden konnte nur die Bewegung einer

Silhouette hinter ihm ausmachen. Sofort wurde die Waffe zurückgerissen und senkte sich in den Hals des Mannes, der tödlich Verwundet zusammenbrach. ,, So weit muss es erst kommen.“ Ihr Retter zog die Klinge aus dem toten Körper und wendete sich ihr zu. ,, Ich frage gar nicht erst, wie ihr entkommen seid, was ?“ ,,Zyle ? Eden blinzelte verwirrt. ,, Das ist doch völlig unmöglich…“

0

Hörbuch

Über den Autor

EagleWriter
...Was gibts über mich zu wissen ? Ich schreibe gerne, deshalb bin ich auf der Seite angemeldet. Muss man mehr wissen ?Ich freu mich natürlich immer über konstruktive Kritik und Kommentare zu meinen Texten.Sonst noch was über mich..
Malt und Metalhead und Laborheini mit einem Faible für Philosophie, Pfeifen und Fantasyliteratur. Erwarte also bitte niemand zu viel von mir :-)

Oh und mich gibts auch bei MyStorys
http://www.mystorys.de/profil/EagleWriter
Wattpad :
https://www.wattpad.com/user/Eagle_Writer
Bookrix
http://www.bookrix.com/-fp5b8dec42cb535/
Und bei Schreibernetzwerk :
http://www.schreiber-netzwerk.eu/de/Member/2648/EagleWriter/
Und Storyhub
https://storyhub.de/profil/EagleWriter

Leser-Statistik
3

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
abschuetze Ähm... das ist es auch nicht
du verwirrst mich... und ja, das ist von dir so gewollt^^

LG von Antje
PS: Seite 22 4. Zeile von unten: nicht Zyle sonder Zac
Vor langer Zeit - Antworten
EagleWriter 
Hihi. Das klärt sich schnell auf, keine Sorge. Und ich hatte schon die Befürchtung, die Story wäre eigentlich zu Vorhersehbar ^^
lg
E:W
Vor langer Zeit - Antworten
abschuetze Krrrrr..... quatsch nich, schreib weiter ----lach----^^
Vor langer Zeit - Antworten
EagleWriter 
Bin dabei ;-)
lg
E:W
Vor langer Zeit - Antworten
Zeige mehr Kommentare
10
4
0
Senden

120256
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung