Romane & Erzählungen
Mein 2.Vater Mr. Tani - Teil 2

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"Eine Junge und seine tragische Fantasie"
Veröffentlicht am 06. Oktober 2014, 24 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Mr. Tani 3 findet ihr bei QuynhVy. Wir haben es so gemacht das jeder immer zwei Teile von der Geschichte schreibt ;). Schaut unbedingt mal darein ;)
Eine Junge und seine tragische Fantasie

Mein 2.Vater Mr. Tani - Teil 2

Überzeugt

"Ich bin doch nicht gestört!" Schrie ich meine Mutter an und runzelte die Stirn. Sie Stand nur Stocksteif da und sagte eine Weile nichts. "Mein Sohn...wir reden drüber wenn ich wieder zu Hause bin ja?"-"Aber ich bin doch gar nicht gestört!". Doch meine Mutter hörte mir gar nicht zu und wandte sich einfach von mir ab. Wütend lief ich raus und stellte mich wütend an die Bushaltestelle. Mr. Tani rannte mir hinterher und versuchte mich einzuholen. mit Erfolg. "Man Lu Han! Ich habe dir doch gesagt das du das nicht sollst!" Ich schaute zu ihm rüber. "Wann hast du mir das gesagt?"-"Gerade

eben!". Der Bus kam und ich stieg ein. Ich wollte nur noch nach Hause. Nein! Nicht mal nach Hause wollte ich. Einfach nur noch ganz weit weg. Ich setzte mich wieder ganz nach hinten in den Bus, ganz in die Ecke und lehnte mich an die eiskalte Glasscheibe. Das kalte Glas auf meiner Haut Tat mir gut. Es ließ meine Gedanken wieder etwas klarer werden. Mr. Tani setzte sich seufzend neben mich und schaute mich an. "Ich habe dir doch schon tausend Mal gesagt du darfst mich niemanden vorstellen". "Wieso nicht?" fragte ich ohne ihn dabei aber ins Gesicht zu sehen. "Weil Mama mich nicht sehen kann!"-"Aber wieso nicht! Du bist doch echt! Du hast mir gesagt du

bist echt!" Mr. Tani raufte sich verzweifelt die Haare. "Natürlich bin ich echt! Aber nicht jeder kann mich sehen!"-"Das macht überhaupt kein Sinn, früher hätte ich es dir noch abgekauft aber MANN! Ich bin kein Kleinkind mehr verdammt!" Langsam wurde ich wirklich wütend und meine Stimme wurde auch immer lauter aber ich riss mich zusammen und senkte meine Stimme wieder als ich sah wie mich ein paar Leute im Bus mich schon anstarrten. "Also sag mir wieso kann ich dich sehen und andere nicht! Bist du imaginär oder wie? Glaube ich jetzt etwa eineinhalb Jahre an einen falschen Vater? Bin ich einfach nur so dumm und naiv und

glaube an dich? Und das solange? Warum kommst du mir dann aber so echt vor?!" Sagte ich nicht so laut aber mit Druck und Wut in der Stimme. Der Bus hielt an und ich stieg aus. Schnell rannte ich zur Eingangstür und öffnete diese. Schlug sie hinter mir zu doch ich konnte gar keinen Knall hören. Mr. Tani hielt die Tür auf. "Bin ih wirklich verrückt? Bin ich gestört? Oder habe ich einfach nur ein zu ausgeprägtes Vorstellungssystem in meinem Kopf?". Ich lief in mein Zimmer und warf mich auf mein Bett. Mr Tani kam nach einer Weile in mein Zimmer rein und setze sich auf mein Bett. "Habe ich etwa herein gesagt?". Ich drehte mich genervt zur Wand und schloss meine

Augenlider. "Ich bin doch wirklich dumm! Jemand der Tot ist steht nicht einfach so wieder auf und besucht dich danach wieder und wohnt in deinem Zimmer!" Ich nahm ein Schnaufen war. Wahrscheinlich war "Mr.Tani" beleidigt. Was mir aber auch total egal sein konnte da er eh nicht echt war. "Wie dumm bin ich eigentlich" sagte ich zu mir selber. Insgeheim wusste ich doch immer das er nicht echt war. Vielleicht wollte ich mir das einfach nicht eingestehen? "Lu Han, ich muss dir was sagen"-"Ich will das aber nicht hören!" Unterbrach ich ihn und drückte mir mein Gesicht in das kühle Kissen. "Du bist nicht echt du bist ein Produkt meiner Fantasie! Du bist

nicht echt! Du bist nicht echt! DU BIST VERDAMMT NOCHMAL NICHT ECHT!!!" Hörte ich mich selber immer lauter sagen. "STOPP!!! AUFHÖREN!! SOFORT!!". Ich zuckte plötzlich zusammen. So wütend hatte ich Mr. Tani noch nie erlebt. Er wischte sich die Schweiß von der Stirn und zog mich am Arm und setze mich in eine sitzende Position. "Du. Hörst mir jetzt zu, ja?". Ich nickte nur starr und schluckte schwer. Nicht vor Angst. Sondern nur vor meiner eigenen Vorstellungskraft. "Ich existiere wirklich! Ich habe dir versprochen das ich echt bin und ich bin echt! Nur du kannst mich sehen. Vielleicht auch noch andere aber davon

weiß ich bis jetzt nicht!". Ich verstand nicht ganz. Ich kratzte all meinen restlichen Mut zusammen und ließ sie in diese Frage fließen. "A-aber das macht keinen Sinn. Wieso kann ich dich sehen und andere dich nicht? Magie gibt es nicht." Mr. Tani seufzte verlegen und dachte kurz nach wie er mir das wohl erklären sollte. "Weißt du, deine Mutter hat mich vergessen. Sie will mich nicht sehen verstehst du? Und deswegen kann sie mich auch nicht sehen. Weil sie mich nicht sehen will. Ich bin schon tot, ja das stimmt und deswegen können auch nur die Leute mich sehen die es auch wollen verstehst du? Ich bin sozusagen dein gleicher 2. Vater."Ich bin krank! Ich rede

gerade tatsächlich mit meinem imaginären Vater, dass macht alles überhaupt keinen Sinn, doch irgendwas in meinem Kopf sagte mir das Mr. Tani echt war irgendetwas sagte mir das er nicht lügt. Doch ich wusste nicht was es war. Alles sprach gegen seine Existenz. Die Wissenschaft, die Physikalischen Regeln, die ganze Welt sprach dagegen! Doch irgendwie sagte mir etwas das Mr. Tani wirklich ,da' ist. "Das ist zwar unmöglich aber okay, i-chi vertraue dir......irgendwie". Das Ende meines Satzes kam kaum genuschelt. Doch Mr. Tani konnte es trotzdem hören, kam mir mindestens so vor. Ich war überzeugt, aber auch in einer komischen Art

unsicher.

Wachstumsschub

Sonntag. Ich lag in meinem Bett und drehte mich zur Wand. Mein Handy klingelte nach gefühlten zwei Stunden schon und ich konnte mir schon denken wer dieser Anrufer war. Ich wühlte mich im Bett rum da mir meine Klamotten gefühlt nicht mehr passen und anscheinend zu klein waren. "Geh doch mal ran Lu-Han, ich versuche hier zu schlafen!". Mr. Tani schlief manchmal bei ihr im Zimmer auf einem kleinen Sofa das ich in meinem Zimmer hatte. An manchen Tagen kam er aber auch gar nicht. "Ich will nicht ran gehen, dass ist bestimmt nur meine Mutter". Mr. Tani

warf mir einen nicht allzu freundlichen Blick zu den ich nur mit einem Augenrollen beantwortete. "Ist ja schon gut" gab ich von mir und nahm das Handy von meinem Nachtkästchen. Ich löste die Sperre und fand ein Tastenfeld vor. Tippte den Tag ein an den mich Mr.Tani zum ersten mal besuchte und ging ran. "Was?!". Ich war ziemlich wütend auf meine Mutter da sie mich als verrückt erklärt hat. Zwar nicht direkt aber es geht hier ums Prinzip! "Ich komme etwas früher nach Hause?"-"Wieso?" warf ich ihr gleich ins Wort und rümpfte die Nase. "Naja, ich würde gerne etwas mehr über diesen 'Mr. Tani' erfahren weißt du und" ich legte auf. Ich

hatte keine Lust mich von meiner eigenen Mutter indirekt Beleidigen zu lassen. Ich ging ins Bad und machte mich fertig. Ich war zwar wohl ziemlich unhöflich am Telefon wie es die Meinung von Mr. Tani war aber ich konnte es ja nicht jedem Recht machen. Ich holte mir aus der Küche ein Stück Brot und einen Apfel. Setze mich ins Wohnzimmer und sah zum Fernseher. Mein Spiegelbild spiegelte sich im sauber geputzten Fernsehglas. Ich rannte schnell in das Zimmer meiner Mutter und schaute dort in den Spiegel. "Ich bin groß...ich bin endlich gewachsen!". Ich hätte vor Freude einen Salto schlagen können wenn ich es dann könnte aber ich

entschied mich für einen albernen Freudentanz. Mr. Tani lehnte sich an den Türrahmen und schüttelte nur beschämt den Kopf. Doch mir war das total egal. Ich vergaß in diesem Augenblick die Wut auf meine Mutter. Die Bezweifelnden Gedanken an Mr. Tani einfach alles. Ich war bestimmt 4cm größer und sah auch jetzt endlich aus wie ein richtiger 12 Jähriger.

HeimzahlEn!

Doch die Freude verweilte nicht lange als mir wieder eine Frage in den Kopf schoss. "Tani?". Er hob den Kopf und sah mich an. "Wieso sollte ich meiner Mutter dich nicht vorstellen?" Mr. Tani schaute mich genervt an. "Dieses Thema haben wir doch bereits abgeschlossen dachte ich!". Doch er gab dann doch auf und sagte: "Weil du mich dann sonst auch vergisst". Genau verstanden hatte ich das allerdings nicht doch das würde mir wohl in baldiger Zeit noch bewusst werden.ich setzte mich mit Mr. Tani wieder ins Wohnzimmer und wir redeten. Über irgendein belangloses Zeug. Als es dann

an der Tür klopfte. Ich ging ran und ein etwas älterer Mann stand vor der Tür. "Nicht hereinlassen!" Flüsterte mir Mr. Tani zu und ich hatte auch nicht vor dass zu tun. "Hallo, du bist sicherlich Lu-Han oder? Deine Mutter bat mich mit dir zu sprechen"-Meine Mutter?" fragte ich ungläubig und warf meine Haare zurück. Ich fühlte mich viel Selbstsicherer jetzt wo ich endlich 'groß' war. Der fremde Mann wischte sich mit seiner Handfläche den Schweiß von der Stirn und meinte dann: "Ruf doch deine Mutter an. Sie kann dir dann erzählen wer ich bin". Mit einem Honigsüßen Lächeln schaute der Mann mich an und reichte mir sein Handy. Ich tippte die Nummer meiner

Mutter Mutter rein. "Mum, hier steht ein fremder Mann vor der Tür. Brauner Anzug schwarze Haare helle Haut und ein Aktenkoffer bei sich?". Diese Beschreibung ließ den Mann nur leise schnaufen. "Ja mein Schatz das ich Dr. Kim er ist Psychologe für". Mehr wollte ich nicht wissen legte unhöflich auf wie schon vorhin reichte dem Mann sein Handy verbeugte mich leicht und knallte wütend die Tür zu. Sonst war ich nie so aufbrausend oder so leicht aus der Haut zu fahren. Aber bei solchen Sachen würde sich wohl keiner richtig beherrschen können. "Ach jetzt ein Psychologe noch! Was kommt danach?! Komme ich in die Psychiatrie und werde

dort behandelt weil ein ich 'ein Zwölfjähriger einen Imaginären Zweiten Vater erfunden hat und glaubt der ist echt?!'. Als ich mich das so sagen hörte Fand ich das eigentlich auch ziemlich ungläubig was ich da redete. "Morgen sind Ferien und bestimmt zwingt sie mich dann in den Ferien eine Therapie zu machen!" Wütend lief ich in mein Zimmer und zerschlug wütend mein Sparschwein. "Irgendwann hätte es sowieso dran glauben müssen" murmelte ich wütend vor mir hin. Ich nahm ein einen Fünfzigerschein aus dem Sparschwein und steckte das Geld in meine Hosentasche. "Wo gehst du hin?"-"Nach draußen, frische Luft schnappen"

antwortete ich auf Mr.Tani's Frage und lief zur Haustür. "Halt, was ist wenn der Mann noch draußen steht?". Ich überlegte kurz. "Was soll der mir schon antun? Mir hinterher rennen oder wie?". Ich öffnete die Haustür und der Mann war weg. "So gehts auch" sagte ich und lief in Richtung Einkaufs-Center. "Warte, ich komm mit" doch ich warf Mr.Tani einen eindeutigen Blick zu das ich alleine losgehen wollte. Er hielt sich zurück nickte verstehend und schloss die Tür. Ich wusste nicht ganz was ich im Einkaufszentrum wollte. Essen hatte ich zu Hause reichlich und bestimmt Sachen brauchte ich auch nicht. Vielleicht einfach mal bummeln? Sowas machte ich

wirklich selten. Ich saß viel lieber zu Hause am Computer und spielte irgendwelche sinnlosen Spiele. Angekommen trat ich ein und bummelte in ein paar Läden rum. Bis ich mich dann einfach irgendwo in eine Ecke setzte. Ich schaute mich links und rechts um bis ich plötzlich das Gesicht von Mr.Tani wahrnahm. "Habe ich nicht gesagt ich wollte alleine los ziehen?"-"Gesagt hattest du es nicht" sagte er lachend und setzte sich neben mich. Ich stöhnte genervt aber schmunzelte dann doch. Eine Weile sagte keiner was. Wir schauten nur in das Bunte Getrudel des Einkaufs-Centers. Bis er dann sagte: "Komm wir bringen deine Mutter mal

richtig aus der Fassung, du kannst es ihr jetzt richtig heimzahlen!". Überrascht schaute ich ihn an. "Du bist doch bei solchen Sachen immer dagegen!". "Nein" er lächelte. "Nein, heute nicht".

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LyunLee
Mr. Tani 3 findet ihr bei QuynhVy. Wir haben es so gemacht das jeder immer zwei Teile von der Geschichte schreibt ;). Schaut unbedingt mal darein ;)

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mkrey Sehr Interessante Geschichte :) Bin schon gespannt wie es weitergeht! Einen kleinen Tipp habe ich aber noch! Mach die Gespräche doch mal etwas deutlicher. Habe beim lesen mich oft vertan, wer denn gerade eigentlich redet :)
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