Vierundzwanzig Stunden
Im Hotel der trüben Nacht
bin ich Wächter Deiner Tür
Asphaltlampenkreise schwanken
die Zeit will sterbend untergeh’n
die letzte Sucht verdächtig rot
die Kerzen wieder angezündet
der Docht verbrennt selbst feinste Lust
und hinter HalbtonAbgesang
verirrt entflieht ein zarter Kuss
die Takte kommen außer Takt
und Krümel fallen aus der Hand
verbünden sich mit Wüstensand
der Jahre schon auf Regen hofft
umsonst und intensiv.
Im Blut der eig’nen Ironie
entsteige ich der alten Haut
vernagle jenen letzten
Frühling
verwarte hyperwund ein Jahr
in ewig neuer Selbstverstrickung
die alle Deutungen auslacht
zwei Noten kann der Tag verkraften.
jfw