
Rocky Balboa mag für viele nur eine fiktivie Person sein. Denn wie man weiß, hat es ihn nie wirklich gegeben. Allerdings glaube ich, dass jeder von uns ein bisschen Rockyin sich trägt und auch aus diesem Grund habe ich mich entschieden, ihn in mein erstes Buch einzubeziehen.
Keine Sorge, dies wird kein Buch über Rocky Balboa. Dies wird ein Buch mit meiner eigenen Geschichte. Doch sei dazu gesagt, dass Rocky ein treuer Begleiter in meinem Leben ist und deshalb sicher ein paar Mal in meinen Geschichten auftauchen wird!
Es gibt Momente im Leben, in denen man sich
vorkommt wie in einem Boxkampf. Plötzlich bekommt man einen Schlag, taumelt von rechts nach links und weiß nicht einmal mehr wo oben und unten ist. Mal ist es ein schmerzhaftes Gefühl, mal taumeln wir vor Glück! Aber so ist es halt, das Leben! Ich erzähle Euch hier nichts Neues, habe keine neue Wissenschaft entdeckt.
Meine Geschichten sollen Mut machen nicht aufzugeben. Und wenn es nur einen Moment gibt, in dem ich Euch Herz berühre und Euch Mut machen kann, habe ich mein Ziel erreicht.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und freue mich dass ich Euer Interesse wecken konnte.
Fight from the heart and believe!
Ich glaube jeder wünscht sich ein eigenes Buch zu schreiben. Viele tun es jedoch sicher nicht, aus Angst dass man über ihre Geschichten lachen könnte oder sie das Buch einfach wieder weglegen. Ich muss gestehen dass ich schon lange darüber nachgedacht habe, aber mich auch nicht so richtig getraut habe. Natürlich hat man Angst seine Gedanken und Gefühle in einem geschriebenen Text blank zu legen, aber warum ist das eigentlich so? Ist es nicht eigentlich toll, die Stimme des Herzens zu hören und diese Worte dann auch zu Papier bringen zu können? Warum ist es uns immer so wichtig, was die Anderen über uns denken
und wie sie uns beurteilen?
Wir begegnen so vielen Menschen in unserem Leben. Manche treffen uns wie ein Schlag! Auch in meinen Geschichten möchte ich Euch von Menschen erzählen, die mich getroffen haben, sowohl positiv als auch negativ. Doch bin ich dankbar über jeden einzelnen, den ich getroffen habe. Denn alle haben mir etwas gezeigt und einige auch viel beigebracht.
Ich lebe seit fast zwei Jahren in Hamburg. 2012 entschied ich mich mein Leben noch einmal auf den Kopf zu stellen und neue Herausforderungen anzunehmen. Aber gehen wir erst einmal zurück zum Anfang. Nein, keine Sorge nicht ganz zum Anfang! 2000 entschied ich mich das erste Mal einen meiner Träume zu erfüllen. Ich wollte schon immer mal als Animateurin bei einer spanischen Hotelkette arbeiten. Also bewarb ich mich in Spanien und hoffte auf eine positive Rückmeldung. Vier Wochen später
kam auch der erhoffte Anruf und ich wurde zu einem Vorstellungsgespräch inklusive Vortanzen eingeladen. Als der große Tag kam, war ich natürlich sehr aufgeregt. Ich stand vor den vier Verantwortlichen und musste Fragen auf Englisch, Französisch, Spanisch und Deutsch beantworten. Dies klappte alles ganz gut und so ging es weiter zu dem Tanztest. Als die Musik losging, machte mein Herz einen kleinen Sprung! Das Lied vom Musical Grease war eins der Lieder, das wir damals immer im Urlaub mit den dortigen Animateuren getanzt hatte und die Choreographien waren natürlich auch Jahre danach noch in meinem Kopf verankert. In diesem Moment wusste ich dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte
und ich mir meinen Animationstraum erfüllen würde. Wenige Wochen später wurde ich zum Kurs nach Mallorca eingeladen. Hier würde sich nun also innerhalb der nächsten vier Wochen entscheiden ob ich eine Anstellung bekommen würde oder auch nicht. Der Kurs war sehr anstrengend und wir wurden auf alles was ein Animateur können muss, geprüft.
Ich weiß dass einige Leser jetzt schmunzeln werden und sich denken „Was muss man als Animateur schon groß können?“ Dieser Beruf hat sicher nicht den besten Ruf, aber alle die jemals darin gearbeitet haben, wissen dass dies vollkommen zu Unrecht so ist.
Hierzu aber später mehr…. Ich überstand also auch den Kurs und durfte von dort aus direkt zu dem Hotel in dem ich meine erste Saison beginnen sollte. Für einen Moment glaubte ich dass ich mein Ziel erreicht hatte aber da wusste ich noch nicht dass ich noch lange davon entfernt war. Nichts sollte so laufen wie ich es mir vorgestellt hatte und es kamen langsam Zweifel, ob Animation wirklich so ein Traumberuf war. Ich arbeitete in einem kleinen Team von vier Personen, zwei meiner Kollegen kamen aus Schweden und mein Chef war ein Marokkaner, der lange in Skandinavien gewohnt hatte. So war also schwedisch die neue offizielle Teamsprache,
die ich zu dem Zeitpunkt leider nicht beherrschte. Ich war die Jüngste im Team und auch das sorgte dafür das mein Stellenwert nicht grade hoch war. Die Arbeiten die vielleicht weniger beliebt waren, landeten bei mir und weitere Informationen blieben mir vorenthalten, da schwedisch weiterhin Teamsprache blieb. Meine Hoffnungen wenigstens die Gäste zu überzeugen wurden auch zeitnah enttäuscht, denn leider war ich in einem komplett skandinavischen Hotel gelandet und konnte mit Englisch dort niemanden so richtig überzeugen. Die Tage wurden immer länger und ich fühlte mich immer unwohler und allein gelassen. Als dann auch noch ein Einbruch in unsere Appartment Wohnung dazu kam,
war ich vollkommen fertig und kurz davor aufzugeben. Doch es sollte nicht soweit kommen. Ich bekam schon am nächsten Tag einen Anruf von dem Animationskoordinator und das Angebot in ein anderes Hotel zu wechseln. Ich entschied mich sofort dafür und zog noch am gleichen Tag um, um dann am nächsten Tag in dem neuen Team anzufangen. Das Team war international und somit wurde auch nur englisch untereinander gesprochen. Jeder half jedem und es sah so aus als würde ich meinem Traum von einer erste n schönen Saison näher kommen... Von Tag zu Tag lernte ich dazu und wurde mehr und mehr in den Shows eingesetzt. Die Kollegen waren nett und auch bei den Gästen war das Animationsteam sehr beliebt.
Eines Morgens wachte ich auf und fühlte mich ein bisschen krank. Der Kopf tat weh und mein Körper fühlte sich erschöpft. Trotzallem ging ich normal zur Arbeit, spielte mir den Kindern im Kinder Club und versuchte das kranke Gefühl zu verdrängen. Doch von Stunde zu Stunde ging es mir schlechter. Mein Chef schickte mich nach Hause, wo ich feststellte dass ich auch hohes Fieber bekommen hatte. Ich lag im Bett und dachte es wäre einfach nur eine Erkältung, doch als ich später am Abend aufwachte, fühlte ich mich noch schlimmer. Die Eltern meines Kollegen brachten mich zum Arzt. Zu dem Zeitpunkt konnte ich nicht einmal mehr meinen Nacken bewegen und spürte eine Übelkeit die ich so zuvor noch nie erlebt
hatte. Der Arzt zögerte nicht lange und schickte mich direkt weiter ins Krankenhaus nach Palma. Dort ging alles ganz schnell. Die Pfleger brachten mich auf die Intensivstation. Als der Arzt kam wurder mir bewusst dass es ernst war. Mit einer Spritze wurde mir Flüssigkeit aus dem Rückenmark entnommen. Die Schmerzen, die dabei entstanden, ließen mich das Bewusstsein verlieren und als ich wieder aufwachte, war alles ganz ruhig um mich. Mir war immernoch übel und ich wusste zu dem Zeitpunkt immer noch nicht welche Diagnose mich erwartete. Ich versuchte aufzustehen aber schon hatte ich einen Pfleger neben mir, der mich wieder zurück drückte und mir mitteilte dass ich liegen musste. Ich verstand gar nichts mehr....
Stunden später kam dann endlich ein Arzt zu mir. Er teilte mir mit, dass ich eine Gehirnhautentzündung hatte und absolut nicht aufstehen durfte. Der Schock sass tief und ich fühlte, dass ich mir nichts mehr wünschte, als zu Hause in Deutschland bei meinen Eltern sein zu können. So hatte ich mir den Start meiner Animatiosnkarriere nun wirklich nicht vorgestellt!
Die Behandlung dauerte einige Tage, dann folgten noch ein paar Tage auf der normalen Station bis ich endlich erfuhr dass mein Vater mich in zwei Tagen abholen würde... Ich konnte es kaum erwarten! Als es endlich soweit war und mein Vater mir auf dem Flur entgegenkam, rannte ich ihm mit Tränen in den Augen entgegen und fiel im in die Arme.
Wir packten meine Sachen zusammen und fuhren zum Hotel. Von dort fuhren wir weiter zu meiner Wohnung. Dort musste ich feststellen, dass ich schon ersetzt worden war. Meine Sachen waren in meine Koffer geschmissen worden und der Kleiderschrank war mit Sachen einer anderen Animateurin gefüllt. Meine Zeit auf dieser Insel war also vorbei und sie war ganz anders verlaufen als ich es mir erträumt hatte. Es war zwar meine erste Saison aber es sollte nicht die letzte gewesen sein.
"Steh wieder auf! Fight from your Heart"
Ich sass im Flieger und wunderte mich wann die nächste Runde eingeläutet werden würde.
Und schon da war mir bewusst dass es nicht mehr lange dauern würde........
Nach den aufregenden Monaten auf Mallorca stand nun erst mal die Hotelfachausbildung in Aachen an. Drei Jahre zurück nach Deutschland aber mit der Hoffnung danach wieder in die Animation zurückzukehren. Und so kam es auch.... Zum Ende der Ausbildung bewarb ich mich wieder bei der spanischen Kette, diesmal jedoch mit dem Wunschziel Kanarische Inseln. Die Zusage kam relativ schnell allerdings wusste ich da noch nicht auf welche Insel es mich verschlagen würde. Dann die Nachricht: Lanzarote sollte es werden. Wieder mal packte ich meine Koffer und schon ein paar Wochen später saß ich im Flieger zur meiner zweiten Versuch meinen
Animationstraum zu erfüllen. Und diesmal sollte es klappen... Doch also ich auf Lanzarote ankam, wartete ich vergebens darauf abgeholt zu werden. Meine Chefin sollte eigentlich dort sein, doch als ich sie anrief war nur ihre Mailbox zu erreichen. Ich fragte die Reiseleiter, welche am Ankunftsgate standen ob es irgendeine Transfermöglichkeit gab und hatte Glück, Einer der Reiseleiter hatte einen Termin in Playa Blanca und konnte mich mitnehmen und am Hotel absetzen. Dort angekommen wusste leider auch niemand etwas von meiner Ankunft! Nach ein paar Stunden wurde ich dann doch endlich in meinem neuen Zuhause untergebracht, bekam meine neue Uniform und dann ging es auch schon los.