Humor & Satire
Mein Einkauf

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"Was man haben muss"
Veröffentlicht am 08. März 2014, 10 Seiten
Kategorie Humor & Satire
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich versuche mit guten Geschichten zu unterhalten. Hoffentlich glückt es. Ich bin Jahrgang 1958, in München geboren. Seit meiner Kindheit schreibe ich, habe aber nie eine Profession daraus gemacht. Meine zarten Versuche mal eine meiner Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen sind gescheitert. Hier gibt es eine Auswahl von Kurzgeschichten aller Art. Sie sind in ihrer Kürze dem Internet und e-pub Medium angepasst.
Was man haben muss

Mein Einkauf

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Es gibt einfach Prioritäten!








Copyright: G.v.Tetzeli

Cover: Montage - Grafik auch Dank an

Pixabay (CC0)

Mein Einkauf

Meine Mutter, die Hausmanagerin und ich, wir haben ganz getrennte Aufgabenbereiche. Sie verwaltet das Geld, die Küche, den Haushalt, den Hund meinen Bruder und mich. Ich hingegen habe das schwerere Los gezogen. Ich muss, wie schon der männliche Neandertaler, das Futter heranschaffen, zu deutsch einkaufen gehen. Dazu, damit ich mir keinerlei Extravaganzen erlaube, bekomme ich einen Laufzettel in die Hand. Außerdem habe ich von dem Fortgang des Beutezugs per Handy zu berichten. Mein Bruder fährt heute für 14 Tage weg, Schullandheim. Da hat er Spaß. Soll er doch! Endlich kann ich seinen schnellen Laptop

benutzen. Da lässt er mich nämlich nicht so ohne weiteres ran. Da ist er echt uncool. Nachdem ich mit Zahlungsmittel versorgt worden bin, werde ich auf die Piste geschickt. Das Geld ist eng, aber ausreichend bemessen. Mir bleiben gewisse Spielräume. Der Supermarkt wird betreten. Ich schiebe einen Einkaufswagen vor mir her, der eher einem Baukontainer gleicht, größenmäßig zumindest. Ich komme bei Obst und Gemüse vorbei. "Nimm nur Bio", schallt es mir noch in den Ohren. Ich nehme die allerbilligsten Tomaten. Merkt sie eh nicht! Und rot sind sie alle. Ich rechne, wieviel ich gespart habe. Weiter geht’s, Fleischabteilung. Rollbraten mitnehmen. Mir sticht das Sonderangebot ins Auge. Schweinenacken. Bei gleichem

Gewicht, deutlich günstiger. Ich setze den ersten verlogenen Funkspruch ab.

"Ja, alles, wie gewünscht eingetütet", zwitschere ich.

Mutter macht Spirenzen.

"Da fällt mir noch ein, bring noch löslichen Kaffee mit." "Klar doch."

Mann, das bringt alles durcheinander! Das vernichtet meinen monetären Spielraum. Dosen sind das nächste Opfer. Billig, billig soll es sein. Ich ramsche in der Bückware. Wieder nachrechnen. Es kann hinkommen. Dann noch dies und das. Endlich, alles erledigt, beschließe ich. Genug ist genug. "Was ist nun mit dem löslichen Kaffee", frage ich mich. Ob ich wieder einmal einfach vergesslich bin? Ja, ich glaube, dass ich

diesen Auftritt hinkriege. Ab, hinter zu den Computerspielen. Es bleibt genügend Geld übrig, nachdem ich auch noch von den verschiedenen Einkaufpositionen gewisse Abstriche gemacht habe

„The Beast Predator forever Teil VII! "

Das ist es! Sie wissen schon, der neueste Teil. Echt krass! Der Teil 6 ist auch gut, aber bei Teil sieben, da kommen ihnen die Tränen vor Glück, wenn sie Brutalo Maniac in die Fresse geschossen haben. Hammerhart und voll geil! Jetzt also zur Kasse. Ich finde, dass es diesmal recht wenig war, was ich so mitgenommen habe. Ich nehme mich zusammen. Pflichtanruf.

"Ich habe es geschafft", stöhne ich.

"Mann, war da Betrieb, ich kam ganz

durcheinander!"

Ich muss die vergeudete Zeit erklären, die ich bei der Computerabteilung verplempert habe.

"Ich hab schon alles eingepackt. Bis gleich." Schnell den Anruf beenden. Ich mache mich auf den Heimweg. Bald kann ich das Spiel auf dem PC installieren. Wow! Mutter ist im Wohnzimmer, als ich wieder daheim aufschlage. Den dürftigen Einkauf habe ich in der küche abgeworfen und das Spiel habe ich unter dem Pullover versteckt.

"Ich geh dann mal nach oben", krähe ich. "Dein Bruder ist schon weg", sagt sie.

"Ja,ja", freue ich mich.



Er hat den LAPTOP MITGENOMMEN!.

"Dann kannst du ja auch gleich mit in die Küche kommen, damit wir sehen, was du alles mitgebracht hast."

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Über den Autor

welpenweste
Ich versuche mit guten Geschichten zu unterhalten.
Hoffentlich glückt es.
Ich bin Jahrgang 1958, in München geboren.
Seit meiner Kindheit schreibe ich, habe aber nie eine Profession daraus gemacht. Meine zarten Versuche mal eine meiner Geschichten bei einem Verlag zu veröffentlichen sind gescheitert.

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CHM3663 Ach, wie dumm gelaufen! ;-)
Da leidet man ja richtig mit, weil man das alles so ähnlich selbst schon erlebt hat und deshalb nur zu gut nachempfinden kann...;-)
Köstlich und wunderbar lebendig geschrieben!
Herzlichen Dank und LG, Chrissie
Vergangenes Jahr - Antworten
Albatros99 Ach, wie gut kann ich dich verstehen, es hat sich in all den Jahren nichts geändert. Kleine Geschwister sind einfach fies! Ich kenne das - aufrichtiges Mitgefühl!!!!!! Herzlichst Christine
Vor langer Zeit - Antworten
baesta Sparsam, aber spielsüchtig und dann dies Ende. Bruder und Laptop weg. Die Jugend kann schon Probleme haben. Früher haben wir draußen gespielt und waren auch nicht so gestreßt, weil wir keinen PC und kein Handy hatten. Gefällt mir gut, Deine Schmunzelgeschichte

LG Bärbel.
Vor langer Zeit - Antworten
Andyhank Hihi...
Ach ja, was ist denn nun aus dem löslichen Kaffee geworden? Noch dran gedacht? :D
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek Son Pech aber auch! lach. Nett, Günter.

VLG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
rolandreaders Hervorragend geschrieben. Richtig lebendig. Und auch sehr lobenswert, deine Sparsamkeit. Egal, aus welchen Gründen. :-)
L.G.Roland.
Vor langer Zeit - Antworten
petjula007 
Sehr amüsante Geschichte. So kann das gehen. Hatte einen Bruder. Sehr erwachsen schon, aber seine liebe Frau schickte ihn immer mit abgezähltem Geld los. Sie kannte sich in den Preisen ganz genau aus. Mein Bruder hat das dann auch so gemacht, billige Sachen zu nehmen, einfach etwas vergessen. Dem wurde aber ganz schnell ein Riegel vor geschoben, denn er mußte dann imme den Bon vorlegen. Als ich deine Geschichte las, hatte ich das ganz deutlich wieder vor Augen. Sehr lustig geschrieben.

LG Petra
Vor langer Zeit - Antworten
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