Romane & Erzählungen
The Last War 2 - The pursuit of truth (15) - Kapitel 15

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"Der Weg zu dir selbst ist lang..."
Veröffentlicht am 16. Februar 2014, 20 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Über den Autor:

Meine Kreativität entsteht durch mein Leben und meine Träume ...
Der Weg zu dir selbst ist lang...

The Last War 2 - The pursuit of truth (15) - Kapitel 15

Kapitel

Ich weiß nicht, wie lange ich in der Küche saß und auf meine Kaffeetasse starrte, um mir den Kopf darüber zu zerbrechen, was für eine Zukunft mir mein Leben bereithielt, als Marc und Amy den Raum betraten. Ich hatte ihre Stimmen schon vom Flur aus wahrgenommen, sodass ich die beiden jetzt kaum ansah. Es fiel mir noch immer schwer. Marcs Anwesenheit zu ertragen. "Guten Morgen, Bella", sagte er leichthin und setzte sich mir gegenüber an den Tisch. Ich biss auf meiner Wange herum und verkniff mir jeden Kommentar. Offen starrte ich ihn an, versuchte herauszufinden, was ich gerade für ihn empfand. Neben der Wut war

da noch immer dieses Gefühl von Freude, doch es war schwach. Im Licht stachen seine Augen noch mehr heraus, aber trotz allem konnte ich nicht mehr in sein Innerstes schauen. Ich fragte mich nicht zum ersten Mal, ob es den Marc, den ich so geliebt hatte, noch gab. Doch in den kurzen Momenten, in denen er mir nah gekommen war, sah ich noch immer etwas von diesem Mann. Ein Räuspern von Amy holte mich aus meinen Gedanken und ich sah zu ihr herüber. Ich lächelte sie kurz an, wohl wissend, dass sie genau wusste, was dieser Augenkontakt zwischen uns zu bedeuten hatte. Um die Situation nicht noch peinlicher zu machen, stand ich auf und verlies die Küche.

Ob ich es irgendwann schaffen würde, mit Marc in einem Raum zu sein, ohne eine Gefühlsregung zu zeigen? Wie würde es dann erst sein, wenn ich mit Basti und Marc zusammen in einem Raum war?
* Eine halbe Stunde später klopfte es an meine Tür und Basti steckte seinen Kopf durch die Tür. "Kommst du mit in die Küche? Es gibt Neuigkeiten." Noch bevor ich etwas erwidern konnte, war er verschwunden. Verwundert runzelte ich die Stirn und begab mich in die Küche. Wie ich sah, waren alle anderen anwesend und ich vermied jeden Blick auf Marc oder

Basti, stattdessen heftete ich mich an Amy. "Was ist hier los?", fragte ich und setzte mich auf den letzten freien Stuhl. Ich sah, wie Basti an seinem Handy herumspielte, dass er kurze Zeit später auf den Tisch legte. "James Jon hat mir eine Nachricht hinterlassen", sagte er und stellte das Handy auf laut. "Basti mein Lieber. Eigentlich hätte ich es ja sehr genossen mit dir zusammenzuarbeiten, aber unter Gewissen umständen - nämlich die Unseren - fällt es mir schwer, dich als meinen Kollegen zu akzeptieren. Deine Kündigung liegt bereits auf deinen Schreibtisch. Da ich nicht annehme, dass du sie einfach hinnehmen wirst, erwarte ich

natürlich gern einen Besuch von dir. Kommen wir doch nun zu wichtigeren Themen. Dieser Unfall neulich war ja sehr unschön, aber lass uns das vergessen. Niemand weiß was davon und Lara geht es sicher gut, da wo sie jetzt ist. Es war sehr nett mir dabei zu helfen, von ihr Abschied zu nehmen, aber da ich nicht vorhabe, die gleichen Fehler, wie sie zu machen, komme ich nun zu meinem Anliegen. Es gibt da etwas, was ich haben möchte und du wirst mir dabei helfen." Während ich James Jon Stimme lauschte, sah ich mich unauffällig im Raum um, als ich Amy neben mir kurz zusammenzucken sah. Ich widerstand dem Wunsch ihr über den Arm zu streichen, sondern sah erst Basti und dann Marc ins Gesicht.

"Ihr alle hängt da irgendwie mit drin und ich schwöre euch, dass jeder, der versucht mich aufzuhalten, die Konsequenzen dafür tragen wird. Ich bin nicht wie Harold und ich verspreche dir etwas Basti. Ich finde euch überall. Also fühlt euch nicht zu sicher in eurer Hütte da draußen. Fang doch am besten damit an, die Leute in deiner Umgebung zu beobachten und hinter die Fassade zu schauen. Ich gebe dir eine Woche, und ich bin mir sicher, dass du herausfinden wirst, wem du trauen kannst und wem nicht. Ich verlass mich auf dich, vielleicht können wir über deine Kündigung ja noch einmal reden." Es herrschte totenstille im Raum und es

schien, als würde niemand wagen zu atmen. Während die Sprachbox gelaufen war, hatte ich mich unauffällig im Raum umgesehen und ich spürte, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Auch Marcs Gesichtsausdruck hatte sich verändert und ich fragte mich, was James damit meinte, das Basti herausfinden soll, wem er trauen kann. Eigentlich blieb doch nur eine Möglichkeit, und die war Alex. Über ihn wussten wir rein gar nichts. "Er will uns sicher nur gegeneinander aufhetzen", sagte Amy neben mir und Basti nickte unsicher. "Du glaubst nicht daran", sagte ich zu ihm und sah ihn an. Er hielt meinen Blick stand und nickte. Für einen kurzen Moment erschien mir alles wie früher. Wir verstanden

uns also immer noch blind, wenn wir es denn wollten. "Ich weiß nicht was er sucht, aber ich bin mir doch hinreichend sicher, dass es unter uns jemanden gibt, der es weiß", sagte er und sah dabei erst zu Alex und dann zu Marc herüber. Letzterer schien darüber gar nicht erfreut und stand auf. "Sprich ruhig aus, was du zu sagen hast", sagte Marc provokant. Mir war klar, dass das unter Umständen nicht gut ausging. "Alex hat mit Lara zusammengearbeitet und steht ganz plötzlich auf unserer Seite. Ist das nicht komisch? Und du steckst doch mit ihm unter einer Decke. Woher soll Jon denn wissen, dass wir hier

sind?" "Vielleicht weiß er es ja von dir!", sagte Marc wütend. "Dann hätte er sicher nicht auf meine Mailbox gesprochen. Was möchte er?", fragte Basti herausfordernd. Marc hob seinen Kopf, was Basti deutlich zeigen sollte, dass er sich als überlegen ansah und meine Befürchtungen nahmen immer mehr Gestalt an. "Jungs jetzt ...", wollte ich ansetzen, doch beiden sahen mich an. "Du hältst dich da raus!", sagten beide fast gleichzeitig. Ich holte tief Luft und gab es auf. Sollten sie sich doch die Köpfe einschlagen, war schließlich nicht mehr mein Problem. "Wir sollten uns alle beruhigen", sagte Amy

und legte Marc eine Hand auf den Arm, damit er sich beruhigte und tatsächlich setzte er sich kurz darauf wieder hin. "Das bringt uns doch nicht weiter. Wir müssen herausfinden, was Jon möchte", sagte Amy um die Situation in die Hand zu nehmen. "Das hat doch keinen Sinn, sagte Basti und verließ die Küche. Ich haderte kurz mit mir, ihm hinterherzugehen, doch ich wusste er würde nicht mit mir reden. Es hatte keinen Sinn. "Was möchte er?", fragte ich Marc und sah ihm dabei an. Mittlerweile kannte ich ihn gut und ich wusste, dass er irgendetwas vor mir verschwieg. "Du glaubst also auch, dass ich was damit zu

tun habe?", fragte er und kniff seine Lippen zusammen. "Na schön, sonst noch jemand der glaubt, dass ich etwas weiß?" Niemand sagte etwas und Sekunden später hatte er den Raum verlassen. Resignierend sah ich zu Alex, der die ganze Zeit stillschweigend in der Ecke gestanden hatte. "Du weißt, worum es geht?" Er nickte leicht und sah mich dabei ernst an. "Und du wirst es mir nicht sagen, richtig?" Die Luft war angehaucht mit purer Spannung und entlud sich, als Alex den Kopf schüttelte, doch bevor ich meiner Wut freien Lauf lassen konnte, ertönten laute Stimmen aus dem Wohnzimmer. Ich brauchte nicht lange darüber nachdenken, was da vor sich ging, als ich

auch schon in das Wohnzimmer eilte, wo Marc und Basti sich bereits auf dem Boden herumwälzten. Marc saß auf Basti und drückte ihn auf den Boden, wo er ihm unversehens eine Faust ins Gesicht schlug. Ich schrie auf, wodurch Marc abgelenkt war und von Basti zur Seite geschubst wurde. Sie wälzten sich weiter auf dem Boden rum und verteilten das Blut auf dem weißen Teppich. "Hört sofort auf Jungs!", schrie ich, doch sie ließen sich von mir gar nicht beirren. "Jetzt tu doch etwas!", schrie ich Alex an, der hinter mir stand, und sich alles seelenruhig ansah. Er sah mich an, entschied sich dann aber doch dafür, dass es besser wäre, dazwischen zu gehen. Grob riss er Basti am

Hemd nach oben, sodass dieser keuchend zum Stehen kam. Dann half er Marc auf und verließ das Zimmer, während die beiden sich weiter wütend anstarrten. Ich ging auf die beiden zu, wütender als jemals zuvor. "Verdammt könnt ihr euch nicht wie Erwachsene benehmen! Ihr seid doch keine Kinder mehr." "Sag das ihm", sagte Marc trotzig und wischte sich das Blut von der Lippe. "Was wolltest du nur jemals von ihm?" Bevor ich etwas erwidern, oder sonst in irgendeiner Art und Weise reagieren konnte, ging Basti auf Marc zu und gab ihm einen Kinnhaken. Stöhnend flog er auf den Boden und blieb dort liegen.

"Der war wirklich verdient", sagte ich hart. Ohne mich eines Blickes zu würdigen, ging Basti an mir vorbei und ich blieb allein mit den anderen zurück. Unsicher, was ich tun sollte, stand ich unschlüssig herum. Marcs Mutter stürmte unterdessen auf ihn zu, weshalb ich mich zurückzog. Für seinen letzten Satz hatte er nichts anderes verdient und er hatte gewusst, wie sehr er Basti damit treffen würde.

* Kurze Zeit später klopfte ich an Bastis Tür und wartete nicht darauf, dass er mich hereinbitten würde, denn das würde er nicht. Mit dem Waschlappen in der Hand setzte ich mich neben ihn ans Bett.

"Er ist ein Idiot." "Lass mich allein." Ich ignorierte ihn und wischte mit dem Lappen das Blut von seinem Gesicht, doch er griff hart nach meinem Handgelenk. "Geh zu ihm." Seine Stimme war hart und sein Griff um mein Handgelenk kalt. "Er wird dich dringender brauchen!" "Nein, das werde ich nicht!" "Ein Kuss von dir hilft ihm bestimmt." Ich senkte meinen Blick. "Verstehe. Er hat es dir gesagt?" "Mit jeder Einzelheit. Wann wolltest du es mir sagen?" Ich rieb mit der Hand über meinen Nacken und versuchte mir Wörter zurechtzulegen, die

erklären könnten, wie es dazu kam. "Ich war überfordert mit der Situation. Es war ein Fehler." Ich hob kurz die Schultern. Es gab nichts zu sagen, was meinen Fehler entschuldigen würde. "Wann willst du dir endlich eingestehen, dass du ihn noch liebst?" "Ich kann mir nichts eingestehen, worüber ich nicht sicher bin, Basti." "Dann gesteh dir zumindest endlich ein, dass du mich nicht mehr liebst, und erhalt es nicht aufrecht, um mich nicht zu verletzen. Ich bin schon erwachsen genug, um damit klarzukommen." Das Atmen fiel mir schwer und ich mied seinen Blick. Ich hatte es verdrängt, hatte

versucht, mir all das in Erinnerung zu rufen, was passiert war, aber schlussendlich hatte er recht. Es war erschreckend, wie gut er mich kannte. "Ich werde dich immer lieben Basti, aber eben nur als Freund", sagte ich und spürte die Träne an meiner Wange. "Er war es schon immer, und ich kann dir nicht sagen, wie leid es mir tut, denn ich möchte dich nicht verletzen, aber du hast recht. Meine Gefühle dir gegenüber reichen einfach nicht mehr aus." Ich spürte seine Enttäuschung, und mir wurde klar, dass er sich selber nicht sicher gewesen war, doch es nun zu hören, musste ihm das Herz zerreißen. Um ihn nicht unnötig zu quälen, stand ich auf und drückte ihm den

Waschlappen in die Hand. "Es tut mir so leid", sagte ich und ging zur Tür. "Emma?", sagte er und ich drehte mich herum. "Viel Glück." Leise ging ich auf den Flur hinaus und fragte mich, was er damit wohl meinte. Ging er davon aus, dass ich sofort zu Marc gehen würde? Bevor mich jemand sah, ging ich schnell den Flur entlang, um in mein Zimmer zu huschen. Ich brauchte ein paar Minuten für mich. Ein paar Minuten, in denen ich ausblenden konnte, dass hier etwas vor sich ging, von dem ich keine Ahnung hatte. Ein paar Sekunden für mich alleine, in denen ich mir über meine Gefühle klar werden konnte.

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LinneaHazel Sehr schön. :)
Jons Ansprache hat ja mal voll ins Schwarze getroffen. Den Keil den er damit zwischen alle treibt, ist vorprogrammiert und macht es zu einer kleinen Schnitzeljagd. Jeder verdächtigt jeden. Und am Ende scheint Alex derjenige zu sein, der auflösen könnte, was Jon eigentlich will. Wenn Basti und Alex mal nicht so stur wären, hätten sie sich Alex geschnappt und ihn verhört, aber die zwei haben wohl noch anderes im Kopf und das nennt sichhhöchstwahrscheinlich Emma!;) Dieser kleine Machtkampf der da unter dr Oberfläche brodelt ist für mich schon amüsant. An der einen Stelle musste ich echt schmunzeln, als beide Männer das gleiche zu Emma sagen.Wenigstens in einem Punkt sind se sich einig. :D

Mensch, und das Basti so schnell aufgibt, is ja wohl nicht sehr fein. Gut,Emma hat mit ihrem Gefühlschaos zu tun, aber immerhin hat sie es nun endlich mal ausgesprochen. Bastis Herzl (jaaaa, jetzt tuts mir schon leid :D) is nun gebrochen. Toll hat die Emma das gemacht... tzzzz...

Jedenfalls, um den kurzen Kommentar hier mal abzuschließen... Mir gefällts wie du die Geschichte weiterspinnst. Und ich freu mich aufs nächste Kapitel.
Was zur Hölle will James Jon? Wieso rückt Alex nicht einfach mit der Sprache raus? Und verdammt.... wieso hab ich so viel Fragen?

Ich bin raus, Honey.
ich warte sehnsüchtig auf dein nächstes Kapitel, bei dem ich meinen neuen Senf dazu geben kann.:D

see you.
hdl :-*
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FindYourselF Deine Kommentare werden auch immer länger, oder? :D
Ja lass die Jagd beginnen ;)
Und was es mit Alex auf sich hat, abwarten, Vllt ist er ja gar nicht das alleinige Übel ;) Naja das Verhör können sie jedenfalls nachholen ;)

Aber du hast recht, in einem Punkt waren sie sich einig :D Also ich möchte ne mit Emma tauschen und mich entscheiden müssen :D

Basti wirds überleben...^^ wird ja nun mal Zeit, dass sie weiß, was sie will, oder auch nicht will :D

Fragen über Fragen.. ja liebe Manu, lass dich überraschen und dann kannst du weiter deine tollen Kommentare schreiben :* ♥
Danke wieder einmal für diesen tollen ♥ HDL
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LinneaHazel Ja, das liegt vieleicht daran, dass ich erkannt habe, dass mir das Kommentare schreiben leichter fällt als das Schreiben an sich. Und genau deswegen widme ich mich jetzt nur dem Kommentieren! :D
Nee natürlich liegts an deiner tollen Geschichte. Zur Zeit fieber ich da richtig mit und es macht einfach Spaß. :)

Alex is schwer einzuschatzen. Hatte ja beim letzten Mal geschrieben, dass man den schwer einschätzen kann, zumal er ja ja jetzt auch nicht unbedingt ne Quasselstrippe war.

gut, dann lass ich mich gern überraschen! :):):) :*
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FindYourselF Schleimer :P nein, spaß ;) Ich habe ja nichts gegen deine langen Kommentare ;)

Ja Alex spielt halt noch eine kleine Rolle, mal schauen ;)

:*
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PorterThomson Das war ja wohl absehbar, dass das mit Marc und Basti unter einem Dach nicht lange gut geht. Da hast Du aber eine schöne Klopperei beschrieben!
LG Thomas
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FindYourselF Der große Knall war irgendwie mal nötig ;)

Danke fürs Lesen :-)
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