Einleitung
Bevor ihr das Gedicht lest, möchte ich noch etwas dazu sagen. Das Gedicht entstand im Rahmen einer Deutschklausur. In dieser sollten wir zunächst das Gedicht von Alfred Wolfenstein "Städter" von 1914 bearbeiten, anschließend das Gedicht "In Danzig" von Joseph von Eichendorff 1842.
Schließlich gab es die kreative Aufgabe, ein eigenes Gedicht zum Thema Städteerfahrung zu verfassen, also im Jahre 2013.
Ich möchte gar nicht viel zu dem Inhalt des Gedichtes sagen, da ich denke, dass die meisten Leser hier auf jeden Fall verstehen werden, was damit zum Ausdruck gebracht wird.
Allerdings möchte ich noch sagen, dass ich kein Gedichteschreiber bin, überhaupt nicht.
Dennoch würde es mich unglaublich interessieren, was andere davon halten, und ob es nicht vielleicht das ein oder andere Gedicht mit demselben Thema gibt oder vielleicht noch kommt.
Heimat 2013
In einem Vorort einer Stadt
Wo alles friedvoll und in Ordnung schien
Hatte Mama es so langsam satt
das Papa nur noch lief - von Termin zu Termin.
Auf seinem Arbeitswege, um einen schönen See herum
lief er blind umher und fragte sich -
Wie kriege ich den nächsten Kunden rum?
Doch die Schönheit der Natur, die sah er nicht.
Die kleine Tochter kommt wie jeden Tag
Um Punkt 4 von der Schule heim
Die Mutter schüttelt nur den Kopf und sagt:
Zu meiner Zeit hatt' ich doch schon längst frei!
Und wie jeden Tag
Wenn klein Lene ihre Auffahrt betritt
Der liebe Nachbar Günther Haag
fröhlich winkt, verfolgend jeden Schritt
Doch an einem Dienstagabend
Der Vater eingeklemmt zwischen hohem Glasgebäud'
Die Mutter steht am Fenster fragend
Lene, Mensch, wo bist du nur, hab ich was versäumt?
Doch schnell die Mutter in Gedanken wieder beim Geschwisterkind
Welches schreit und ruft -
was auch die Lene tut
Doch keiner hier zur Kenntnis nimmt.
Stunden dauerts, bis die Eltern es begreifen -
Oh weh, wo ist nur unsre Kleine?
Sie hat nun aufgehört zu schreien, Nachbar Günther muss sie nur noch schleifen
In das dunkle Loch dass er gegraben -
die kleine Lene ist nun seine.