Science Fiction
Treffpunkt Schanor

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"Ein Kapitel aus dem neuen Buch f?r die Reihe Faktorwelten"
Veröffentlicht am 29. November 2013, 14 Seiten
Kategorie Science Fiction
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Über den Autor:

Ich denke positiv, in leisen Tönen.
Ein Kapitel aus dem neuen Buch f?r die Reihe Faktorwelten

Treffpunkt Schanor

Einführung

Treffpunkt Schanor ist ein weiterer Roman der Faktorweltenreihe der Light-Edition. Hier werden wir weiter verfolgen können, welcher Weg für Oz bestimmt ist.


***


Oz wird durch einen Traum zum Faktorplaneten Schanor gerufen. Schanor ist ein eigenartiger Planet, ein wandelbarer. Nichts ist so wie es ist. Die einzigen Konstanten sind uralte Bäume und Höhlen. Zwei Völker leben auf Schanor: die Baum- und die

Höhlenwesen. Sie helfen Oz, ihre Aufgabe zu erfüllen. Sie muss die Höhle der Weisheit finden und die Zeitschwestern. Die Zeitschwestern werden ihr Worte der Zeitbeeinflussung lehren, damit sie zu dem Wesen finden kann, das ihre Träume beeinflusst.


Das folgende Kapitel zeigt einen kranken, alten Mann, der noch eine Rolle im Geschehen zu spielen hat, die er zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennt oder auch vergessen hat. Oz begegnet diesen Mann in der Höhle der Weisheit in einer Illusion. Dort sitzt er in einem Schaukelstuhl und schaukelt auf und ab ... auf und ab ...


Der Alte

Auf … ab … auf … ab … Es war schön im Schaukelstuhl … So beruhigend … Er konnte entspannen … seine Schmerzen vergessen … musste nicht darüber nachdenken, wer er war, was er war, woher er kam … auf … ab … auf … ab … hier in diesem Haus … auf der grünen Ebene … auf … ab … auf … ab … Er schloss seine Augen. Er träumte. Oder träumte er nicht? Stand dort drüben wirklich eine junge Frau? Oder bildete er sich das nur ein? Er musste sich das einbilden. Sie stand nicht einfach so da. Irgendetwas war falsch an diesem Bild. Es war, als ob ein Nebel zwischen ihr

und ihm war, etwas Unscharfes. Er rief ihr ein „Hallo“ zu. Sie rührte sich nicht. Sie reagierte nicht. Hatte sie ihn überhaupt gehört?

… Auf … ab … auf … ab ... Sein Kopf schien vor Schmerzen platzen zu wollen. Ein Reif wie aus schwerem Metall hatte sich um die Stirn gelegt und drückte … und drückte … Wo waren seine Gedanken? Der Reif. Er drückte. Er erdrückte seine Gedanken.

„Ich stehe jetzt auf und laufe zu der jungen Frau hin,“ befahl er sich und den Beinen. Die Beine zitterten, versuchten dem Befehl zu gehorchen. Sie wackelten, knickten ein, ehe sie sich richtig gestreckt hatten. Er fiel zurück in

seinen Schaukelstuhl und schrie auf. Das Knie marterte ihn. Es war als ob unsichtbare Wesen einen riesigen, ebenfalls unsichtbaren blauen Fleck an der Innenseite des Knies gezaubert hätten und nun mit aller Macht immer wieder und wieder mit kleinen Hämmerchen auf diese Stelle einschlugen. Kleine, fiese Zwerge … und immer wieder auf dieselbe Stelle.

Er stöhnte auf. Es war schwer, überhaupt einen Gedanken zu fassen. Der Kopf. Die Knie. Schmerzen.

Er nahm einen neuen Anlauf aufzustehen. Dieses Mal schaffte er es. Stand da. Wankte. „Geschafft!“, schniefte er. Versuchte tief

durchzuatmen. Bekam vor lauter Anstrengungen kaum Luft. Der Nebel war weg und mit ihm die junge Frau. Wer war sie? Kannte er sie? Ihre Züge … hatte er sie nicht schon einmal gesehen … irgendwo … gestern … vorgestern … in seiner Vergangenheit …? Langsam setzte er Fuß vor Fuß. Seine Achillessehne biss ihn ins Fleisch. Seine Waden schienen Pudding zu sein, wabbelig, ohne Form, ohne Kraft … Er gab nicht auf … einen Fuß vor … den anderen vor … wieder vorwärts … vorwärts … Mühsam legte er eine kurze Strecke zurück. Zwei Meter. Mehr waren es sicherlich nicht. Er schnaufte.

„Was will ich?“

„Wozu laufe ich?“

Er kratzte sich am Hinterkopf, strich über das weiße Haar, was bis auf seine Schultern fiel. Licht war es geworden. Seine frühere Haarpracht war verschwunden. Im Nirgendwo. Hatte er überhaupt volles Haar gehabt? Er zermarterte sich den Kopf.

„Wie sah ich früher aus?“

„Wer bin ich?“

Der Eisenring um seine Stirn wollte und wollte sich nicht lockern. Ein Schraubstock schien seine Schläfen zu umklammern.

„Was will ich?“

„Wozu laufe ich?“

„Wohin?“

Er dreht sich um, ruderte mit den Armen und rang um sein Gleichgewicht. Dieselbe Prozedur mit den Füßen begann … vorwärts … vorwärts … zum Schaukelstuhl … zurück. Langsam und bedächtig ließ er sich in ihn hineinplumpsen. Der Schaukelstuhl wiegte sich schnell nach hinten, dann nach vorn. Er schabte über seine Ferse und malte einen roten Striemen drauf. Er hatte versäumt sie schnell aus der Gefahrenzone zu nehmen. Schnell? Nichts konnte er schnell machen. Sein Mund war ausgetrocknet. Auf dem Tisch neben dem Schaukelstuhl stand ein großes Glas Zitronenlimonade. Mit steifen, ungelenken Fingern tastete er

sich zum Glas vor.

„Ich habe solch einen Durst“, stöhnte er leise. „Durst!“

Die Finger umfassten das Glas. Zitternd zog er es zu sich. Es war schwer und kühl. Langsam hob er es an seine Lippen.

„Ah!“

In tiefen Zügen trank er. Seine Gestalt straffte sich kurzzeitig merklich und fiel wieder in sich zusammen.

„Ich bin müde … so müde …“

Behutsam stellte er das Glas auf den Tisch zurück. Der Arm fiel kraftlos zur Seite. Die Augenlider senkten sich.

 „Schlafen. Ich will nur noch schlafen …“

Der Kopf sank langsam auf die Brust. Die Atemzüge wurden länger und tiefer …

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Susan
Ich denke positiv, in leisen Tönen.

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